Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/230/
19. Jahrhunderts rächte sich, professionelle Lobbying-Aktionen seitens Liechtensteins unterblieben, zuviel wurde dem Roulette politischen Zu- falls überlassen. Die Zeit war nicht reif. Die Wahlmöglichkeiten in der Ge- staltung der Aussenpolitik waren praktisch auf Null reduziert. Der wei- tere Weg führte zu einem neuen Bilateralismus, diesmal mit der 
Schweiz. AN DER SEITE DER SCHWEIZ Liechtenstein eröffnete in Bern 1919 eine Gesandtschaft, und die Schweiz übernahm (am 24. Oktober 1919) die Interessenvertretungen Liechten- steins in Drittländern. Im Konsularbereich blieb Liechtenstein autonom.34 Ein weiterer Schritt in der Anbindung an die Schweiz stellte der Postvertrag vom 1. Februar 1921 dar. Neben Verwaltungsbestimmungen und Regelung finanzieller Art konnte Liechtenstein im «Geiste altnach- barlicher Freundschaft» die Post-, Telegraphen- und Telephondienste durch die entsprechenden schweizerischen Strukturen besorgen lassen. Die Schweiz gestand Liechtenstein grosszügig die Herausgabe eigener Briefmarken zu.35 Am 1. Januar 1924 wurde das liechtensteinische Staatsgebiet als in- tegraler Bestandteil des schweizerischen Zollgebietes erklärt. Das Fürs- tentum musste das gesamte Paket der schweizerischen Zollgesetzgebung übernehmen. So hart die Vereinbarungen in die Souveränität des kleinen Vertragspartners auch eingreifen mochten – der Vertrag mit der Schweiz ist einschneidender als jener mit Österreich von 1852 –, so entwickelte das Vertragswerk dennoch eine Qualität der beidseitigen Beziehungen, die weit über die vertraglich fixierten Abmachungen hinaus wuchsen und Werte schuf, die nur in Freundschaften gedeihen können. Der Um- gang mit Minoritäten, mit Kleinen und Partikularen hat in der Schweiz dank der topographischen Vielgestaltigkeit und kulturellen Vielfalt eine grosse Tradition. (Die Flexibilität der beiden Vertragspartner bewährte sich in den schwierigen Gebieten wie der Fremdenpolizei, der Arbeits- bewilligungen, der Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen.)36 238Georg 
Malin 34Raton S. 82–86. 35Raton S. 86–90. 36Bradke; Hauser 1998, S. 9–24; Raton S. 90–110; Seger 1973, S. 5–58.
        

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