Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/227/
Gelder. Immerhin bemerken wir einen blassen Anschein demokratischer Ordnung. Auch leere Formen haben in der Politik ihren Eigenwert.21 Man rezipierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Liechtenstein das österreichische Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch ABGB, die Allge- meine Gerichtssordnung, das Strafgesetzbuch und die Strafprozessord- nung.22Seit 1817 wurde das K.K. Appellationsgericht Innsbruck dritte und letzte Instanz für das Fürstentum, wobei das Oberamt in Vaduz und die Hofkanzlei in Wien als Vorinstanzen fungierten.23 Der Zollvertrag mit Österreich aus dem Jahre 1852, der bis zum Ende des Ersten Weltkrieges galt, ersetzte weitgehend alle anderen mög- lichen Aktivitäten in der Aussenpolitik.24 Die Unruhen von 1831/32 und die Ereignisse um 1848 können als Vorbereitungen und Vorspiele zur Schaffung der konstitutionellen Ver- fassung von 1862 angesehen werden.25Einen grossen Beitrag zur liech- tensteinischen Identität leistete der Historiker, Pädagoge und Abgeord- nete zur Paulskirche Peter Kaiser (1793–1864), dessen Geschichte Liech- tensteins, von der Obrigkeit inquisitorisch beargwöhnt, 1847 erschienen ist.26Der Zerfall des Deutschen Bundes 1866 katapultierte den Bundes- 235 
200 Jahre souveränes Fürstentum Liechtenstein 21Zum Verfassungstext vom 9. November 1818: Ospelt 1981, S.259–262; Press 1984, S. 67–69. – Quaderer 1969, S.16–30. 22Das österreichische ABGB wurde am 18. Februar 1812 übernommen, gleichzeitig die Allgemeine Gerichtsordnung, sowie das Gesetzbuch über Verbrechen und schwere Polizeiübertretungen. Malin 1953, S. 108. 23Berger 2005, S. 38; Quaderer 1969, S. 172–175. 24Geiger 1970, S. 186–214; Hager 1961, S. 25–58; Malin 1973, S. 50–51; Ospelt 1972, S.358–388. Zollvertrag vom 5. Juni 1852 im Wortlaut, vgl. Ospelt 1972, Anhang, S. 242–254; Press 1984, S. 88–90. 25Text der Konstitutionellen Verfassung vom 26. September 1862: Ospelt 1981, S. 273–294; Geiger 1970, S. 52–124 sowie S. 248–333; Press 1984, S. 72–96; Quade- rer 1969, S. 41–121. – Spezielle Studien zu Liechtenstein in den 1848-er Jahren: Brunhart, Arthur. Hrsg.: Liechtenstein und die Revolution 1848. Umfeld – Ursa- chen – Ereignisse – Folgen. Zürich, 2000. 26Die umfangreiche Literatur zum Leben und Werk von Peter Kaiser hat bis zum Jahre 1989 Arthur Brunhart in einem Band mit den Quellen zu Peter Kaisers Ge- schichte des Fürstentums Liechtenstein verzeichnet. Vgl. Brunhart 1989, S. VII- XXX. Literaturverzeichnis S. XXXI-XXXII. – Im Jahre 1991 ist eine weitere Arbeit erschienen. Bundi, Peter: Peter Kaiser und sein Wirken in Graubünden. In: JBL 89 (1991), S. 137–151. – Geiger, Peter. Hrsg.: Peter Kaiser als Politiker, Historiker und Erzieher (1793–1864). – Brunhart 1993. Reich illustrierte Biographie, erschienen im Schalun Verlag, Vaduz. – Germann, Jörg: Peter Kaiser im Licht der Nachwelt, Ver-
        

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