Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/213/
funktioniert die Strategie nur solange, wie die Länder, aus denen die An- leger stammen, diese Kleinstaaten nicht zu stark unter Druck setzen. Von der Kommerzialisierung der Souveränität profitieren sehr kleine Staaten überproportional stark, weil der entsprechende Sektor in kurzer Zeit eine für sie grosse Bedeutung annehmen kann, eine Bedeutung, die sehr viel grösser ist, als es ihre an und für sich begrenzte Finanz- und Wirtschaftskraft erwarten liesse. Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Volkswirtschaften kleiner Staaten nicht durch unabänderliche Nachteile behindert werden. Die zwangsläufig vorhandenen Nachteile lassen sich sogar in Vorteile ver- wandeln, allerdings nur dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und zwar sowohl die inneren (soziale Kohäsion, finanzielles und kultu- relles Kapital) als auch die äusseren (friedliche Umgebung, prosperie- rende 
Nachbarschaft). VORLÄUFIGE ANTWORT AUF DIE SCHWIERIGE FRAGE: JEIN Die oben angestellten Überlegungen lassen erwarten, dass Kleinstaaten weder systematisch benachteiligt noch systematisch bevorzugt sind. Kleinstaaten können aber nur dann erfolgreich sein, wenn gewisse Rah- menbedingungen vorliegen. In erster Linie gehört dazu Friede in einem sehr umfassenden Sinne, sei es sozialer Friede im Innern (kein Bürger- krieg, keine permanent konflikthaften sozialen Unterschiede, breiter Zu- gang zu Bildung31), sei es Friede gegen aussen (freier Handel und Koope- ration mit den Nachbarn, die ebenfalls möglichst erfolgreich sein sollten). 219 
Kleine Staaten, grosser Erfolg? davon profitieren und offshore-Geschäfte aus London anziehen: In Hongkong, dem chinesischen Tor zur Weltwirtschaft, blieben Pfund und Dollar frei konvertierbar (vgl. Ranald C. Michie: Der Aufstieg der City of London als Finanzplatz: Vom In- landsgeschäft zum Offshore-Zentrum?, in: Merki [Hg.], Europas Finanzzentren, S. 23–51, hier S. 31/32). 31Den Erfolg der kleinen nordischen Staaten Schweden, Dänemark, Finnland, Nor- wegen und Island erklären Lundvall und Maskell mit deren überproportional gros- sen Ausgaben für Bildung und Forschung (Bengt-Åke Lundvall, Peter Maskell: Na- tion States and Economic Development: From National Systems of Production to National Systems of Knowledge Creation and Learning, in: The Oxford Handbook of Economic Geography, hrsg. von Gordon L. Clark, Meric S. Gertler und Mary- ann P. Feldmann, New York 2000, S. 353–372, hier S. 354/355).
        

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