Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/204/
ihrer Definition, eng gekoppelt mit dem Vorhandensein von Gesundheit, Reichtum und Erziehung. Andere Forscher sehen beim «Pursuit of Happiness» die Bewohner einer Südseeinsel vorne. Ist die Frage schon für heute kaum zu beantworten, wer beantwortet sie für die Zeit vor hundert Jahren? Fragen über Fragen. Sie sollen uns nicht davon abhalten, Antwor- ten zu 
suchen. WIE WIRTSCHAFTSWACHSTUM ENTSTEHT Seit der «Entfesselung der Produktivkräfte» (Karl Marx) in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wachsen die Volkswirtschaften dieser Welt schneller als in früheren Zeiten. Zwar gab es immer wieder Rückschläge durch Kriege, konjunkturelle Einbrüche und Transformationskrisen, doch insgesamt expandierten die Volkswirtschaften nach 1820 deutlich schneller als vor 1820: Zwischen 1500 und 1820 betrug das Wirtschafs- wachstum in den Ländern Europas sowie Nord- und Südamerikas im Durchschnitt 0,2 Prozent pro Kopf und Jahr, seither waren es – je nach Land, Region und Jahrzehnt – etwa zwei Prozent pro Kopf und Jahr. Das schnelle Wirtschaftswachstum einzelner Regionen griff auch auf im- mer mehr Gebiete und Staaten über. Anfänglich waren es nur die west- europäischen Staaten sowie die USA, welche sich in Wachstumsgesell- schaften verwandelten, doch nach und nach konnten auch viele andere Regionen ihre Wachstumsraten langfristig und dauerhaft erhöhen, so etwa seit dem späten 19. Jahrhundert Japan und die lateinamerikanischen Länder oder seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Indien und China. Beunruhigend ist dagegen die Entwicklung auf dem afrikani- schen Kontinent südlich der Sahara, wo die durchschnittlichen Wachs- tumsraten seit der Dekolonisierung auf ein Niveau von 0,2 Prozent zu- rückgefallen sind (siehe Tabelle 1). Wie Wirtschaftswachstum zustande kommt, ist für die Volkswirt- schaftslehre ein Thema, seit es sie gibt. Schon der Klassiker ihres Grün- dungsvaters Adam Smith hiess: «An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations» (1776). Wachstumsprozesse und deren Ursa- chen liefern immer wieder Anlass zu ellenlangen Debatten. Diese brau- chen uns hier nicht im Einzelnen zu interessieren. Stattdessen sollen im 210Christoph 
Maria Merki
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.