Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/200/
wort hinaus: Die Grösse eines Staates spielt für dessen wirtschaftlichen Erfolg in der Regel keine Rolle, sie kann aber durchaus ein Vorteil, manchmal allerdings auch ein Nachteil 
sein. UMRISSE EINER SCHWIERIGEN FRAGE: HABEN KLEINE STAATEN GROSSEN ERFOLG? Die Frage ist aus verschiedenen Gründen schwierig zu beantworten. Auf die fehlende Forschung wurde schon hingewiesen. Wichtiger sind die Unsicherheiten, die in der Frage selbst stecken, und die sich kaum behe- ben lassen. Zunächst einmal ist es heikel, das Untersuchungsobjekt Kleinstaat auszuwählen und es von den grösseren Staaten abzugrenzen. Sind alle Staaten mit weniger als zehn Millionen Einwohnern Kleinstaaten (dies wären 115 von 195), oder doch nur solche mit weniger als einer Million Einwohnern (dies wären 44)? Frankreich zählte 1870 drei Prozent der Weltbevölkerung, 2001 nur noch ein Prozent.2Ist die Grande Nation da- mit zu einem Kleinstaat geworden? Weil der Begriff «Kleinstaat» relativ ist, muss auch dessen Definition arbiträr bleiben beziehungsweise bei je- der Untersuchung neu begründet werden.3 Eine historische Untersuchung, die es mit langen oder sehr langen Prozessen zu tun hat, ist mit speziellen Problemen konfrontiert. Viele Staaten sind jüngeren Datums und im Zuge des Zerfalls von Grossrei- chen überhaupt erst entstanden oder wieder entstanden, so etwa nach 206Christoph 
Maria Merki wirtschaftlichen Entwicklung, Stuttgart 2006; Rolf Walter: Geschichte der Welt- wirtschaft. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien 2006). Eher selten wird jedoch die wirtschaftliche Performance eines einzelnen Staates systematisch und über län- gere Zeiträume hinweg mit der eines anderen Staates oder mit der mehrerer anderer Staaten verglichen. Noch seltener wird der Frage nachgegangen, ob es kleinere Staaten in der Vergangenheit wirtschaftlich generell schwieriger hatten als grössere Staaten. 2Vgl. Angus Maddison: The World Economy: Historical Statistics, Paris 2003, S. 58. 3In der Literatur wird die Grenze sehr unterschiedlich gezogen. Als «Kleinstaaten» gelten Staaten mit weniger als 20, 10, 5 oder 3 Millionen Einwohnern. Auch 1,5 Mil- lionen Einwohner (das Kriterium der Kleinstaatengruppe des Commonwealth), 1 Million oder 0,5 Millionen werden genannt. Ebenfalls nicht weiter hilft die Ein- führung anderer Kriterien (beispielsweise der Fläche) oder weiterer Unterteilungen wie Zwergstaat, Ministaat und Mikrostaat.
        

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