Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/136/
hin. Zum Vergleich: Ungefährdet und unangetastet blieben im Ersten Weltkrieg San Marino, Monaco, Andorra. Ebenso blieb die bewaffnet neutrale Schweiz unbedroht und unberührt. Auch die neutralen Nieder- lande blieben von der deutschen Offensive gegen Frankreich verschont, aber nur aus strategischen Gründen, nicht aus völkerrechtlicher Rück- sicht. Denn die ebenfalls neutralen Kleinstaaten Belgien und Luxemburg wurden von der Armee des deutschen Kaiserreiches überrannt und be- setzt, Belgien wurde Gebiet des langen Stellungskriegs an der Westfront. Österreichisch-Ungarn seinerseits besetzte zeitweilig die zwei Balkan- Kleinstaaten Montenegro und Albanien, ebenso 
Serbien. 2.In der Zwischenkriegszeit Die zwei Jahrzehnte der Zwischenkriegszeit waren für Kleinstaaten vor- erst nicht ungünstig, wegen des Ausgangs des Ersten Weltkrieges mit dem Sieg der Entente. Dieser Ausgang brachte sogar neue Kleinstaaten hervor, nämlich die Republik Österreich wegen des Zerfalls der Donau- monarchie und die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen wegen der Niederlage des zaristischen Russland. Auch das von Russland unabhängig gewordene Finnland könnte man bevölkerungsmässig, wenn auch nicht nach Fläche, den neuen Kleinstaaten zurechnen. Die drei Baltenstaaten und Finnland waren neue kleine Nationalstaaten. An- dererseits verschwand Montenegro im neu geschaffenen multinationalen jugoslawischen Staat der Serben, Kroaten und Slowenen. Schliesslich war ein neu geschaffener Kleinstaat der Zwischenkriegszeit die Freie Stadt Danzig, als eine Frucht des Versuchs des Völkerbundes, nationa- listische Rivalitäten in einem ethnischen Überlagerungsgebiet durch Schaffung eines kleinen, binationalen Zwischenstaates friedlich zu lösen. Dass Mussolini 1929 mit den Lateranverträgen der päpstlichen Vatikan- stadt staatliche Souveränität garantierte, diente dem politischen Arran- gement mit der Kirche. Zum Ende der Zwischenkriegszeit könnte man 1939 noch die Slowakei als neuen kleinen Nationalstaat aufführen, ge- schaffen freilich von Hitler zur Zerschlagung der Tschechoslowakei. Das faschistische Mussolini-Italien, das sowjetische Stalin-Regime und das nationalsozialistische Hitlerregime brachten innere und äussere Rechtlosigkeit, beobachtet von internationaler Ratlosigkeit. Der An- schluss Klein-Österreichs an Grossdeutschland im März 1938 ist als eine 140Peter Geiger
        

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