Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/122/
publik mit dem neuen italienischen Nationalstaat im Jahr 1862 einen «Freundschafts- und Zusammenarbeitsvertrag» ab, der zahlreiche Ver- einbarungen zur wirtschaftlichen und finanziellen Kooperation enthielt. In der Präambel dieses Vertrags war von der schützenden Freundschaft («l’amicizia protectrice») des Königs von Italien für San Marino die Rede, und zwar in dem Sinne, dass Italien dafür sorgen werde, die uralte Freiheit und Unabhängigkeit von San Marino zu erhalten. Auf der an- deren Seite führte das protektoratsähnliche Verhältnis in der Folgezeit des öfteren zu Eingriffen Italiens in die Souveränität von San Marino. Erst im Jahr 1971 wurde der Begriff der «amicizia protectrice» aus dem Freundschaftsvertrag gestrichen und durch eine neue Formulierung er- setzt. Demnach bekräftigte einerseits die Republik von San Marino ihre Neutralität, während andererseits von der «warmen Freundschaft» und «tiefen Kooperation» zwischen Italien und San Marino zum Zweck der Erhaltung der alten Freiheit von San Marino die Rede war.13 Der vierte europäische Kleinstaat, der während des 19. und 20. Jahrhunderts seine Eigenständigkeit ausserhalb einer grösseren na- tionalen Ordnung bewahren konnte, ist Liechtenstein.14Die staatlichen Ursprünge Liechtensteins liegen ebenso wie im Fall der zuvor erwähn- ten Kleinstaaten Andorra, Monaco und San Marino im Mittelalter. Die 126Jürgen 
Müller 13Vgl. Seiler, Kleinststaat (wie Anm. 7), S. 250 f., S. 254 f. mit Anm. 26 und 34. 14Zur Geschichte von Liechtenstein siehe: Peter Kaiser, Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein. 1847. Neu Hrsg. v. Arthur Brunhart. Vaduz 1989; Pierre Raton, Liech tenstein: Staat und Geschichte. Vaduz 1969; Otto Seger, Überblick über die liechtensteinische Geschichte. Vaduz 1984; Volker Press/Dietmar Willoweit (Hrsg.), Liechtenstein – Fürstliches Haus und staatliche Ordnung. Geschichtliche Grundlagen und moderne Perspektiven. 2. Aufl. Vaduz/München/Wien 1988; Da- vid Beattie, Liechtenstein. Geschichte & Gegenwart. Triesen 2005. – Zum 19. Jahr- hundert: Arthur Brunhart (Hrsg.), Bausteine zur liechtensteinischen Geschichte. Studien und studentische Forschungsbeiträge. Bd. 3: 19. Jahrhundert: Modellfall Liechtenstein. Zürich 1999, darin vor allem: Brigitte Mazohl-Wallnig, Sonderfall Liechtenstein – Die Souveränität des Fürstentums zwischen Heiligem Römischen Reich und Deutschem Bund, S. 7–42; Volker Press, Das Fürstentum Liechtenstein im Rheinbund und im Deutschen Bund, in: Liechtenstein und Europa. Vaduz 1984, S. 45–106; Rupert Quaderer, Politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein von 1815 bis 1848, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liech- tenstein 69, 1969, S. 5–241. – Speziell zur Lage Liechtensteins in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Bernd M. Malunat, der Kleinststaat im Spannungsfeld von Dependenz und Autonomie. Eine Fallstudie über das Fürstentum Liechtenstein. Frankfurt am Main/Bern/NewYork/Paris 1987; Seiler, Kleinststaaten (wie Anm. 7), S. 178–248.
        

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