Frank Marcinkowski / Wilfried Marxer 
  
Im Bereich des Fernsehkonsums ist die Hegemonie ausländischer Medien mangels 
liechtensteinischer Fernsehsender faktisch total. Demgegenüber nimmt das 
einheimische Radio L bei der Hörfunknutzung im Land die Spitzenposition ein. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Sender Prozent 
Radio L 46 
DRS | 14 
Radio Vorarlberg 10 
DRS Ill 8 
oll 6 
Radio Ri 2 
Andere 8 
K.A./Weiss nicht 2 
Hort nie Radio 4 
Gesamt 100 
  
  
  
  
Tabelle 2: Bevorzugte Radiosender in Liechtenstein in % (N = 800). 
Wahrscheinlich greift hier ein ähnlicher Effekt wie bei den Zeitungen. Die inländischen 
Medien werden nicht wegen, sondern trotz ihrer publizistischen Qualität genutzt. Auch 
wenn man überwiegend Popmusik, flotte Sprüche, Werbung und Jingles geboten 
bekommt, so ist doch immerhin die Chance, auf diesem Weg an relativ aktuelle 
öffentlich relevante Informationen über Liechtenstein zu gelangen, ungleich höher, als 
in den Sendern des benachbarten Auslands. Das gleiche gilt für Serviceinformation 
über Wetter und Strassenverkehr. Ausserdem bietet Radio L eine zusätzlich 
Identifikationsmóglichkeit mit dem Land, spricht also nicht zuletzt den 
Lokalpatriotismus der Liechtensteiner an. Wenn schon Radio hóren, dann auch den 
«Landessender». Die Meinungsbildung durch das Medium Radio dürfte aber eher 
bescheiden sein: Rund 50% der Bürger, die sich im November 2001 in der 
Verfassungsfrage für «gut» oder «sehr gut» informiert hielten, sagen auf eine 
entsprechende Frage, sie hätten «wenig» oder «nichts» darüber aus dem Radio 
erfahren. 
4 Manipulation der Meinungsbildung oder sozio-kulturelles 
Immunsystem? Ein Fazit 
Muss man in der «parteipolitischen Kommunikationskultur? Liechtensteins folglich 
von einer hemmungslosen «Manipulation der Meinungsbildung» ausgehen? Auf den 
ersten Blick spricht einiges dafür: Zunächst natürlich die institutionellen und 
3i Die Umfrage wurde von den Autoren im Auftrag des «Demokratie-Sekretariats» Liechtenstein konzipiert und 
durchgeführt. Befragt wurden 600 zufällig ausgewählte (doppelt geschichtete Zufallsauswahl) stimmberechtigte 
Liechtensteiner Bürger ab 18 Jahren. Die Feldarbeit erledigte IPSO (IHA . GfM). 
?? Vgl. den Beitrag von Barbara Pfetsch in diesem Band. 
  
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