Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/76/
München und im Nahbereich der sehr dynamischen Bodenseeregion liegt. Zudem verfügt das Alpenrheintal über ein touristisch sehr attrak- tives Umland. Als aufmerksamer Beobachter hat man allerdings den Eindruck, dass diese Veränderungen in der Region noch wenig zur Kenntnis ge- nommen worden sind. Die wirtschaftlichen, aber auch die ökologischen und gesellschaftlichen Potenziale des Alpenrheintales, sind der lokalen Bevölkerung kaum bewusst. Auch die Politik denkt mehrheitlich in den bisherigen Systemgrenzen von Gemeinden, Kantonen und Bundes län - dern. Es gibt zwar Ansätze für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in einzelnen Politikfeldern, aber diese hat bisher noch einen zu geringen Stellenwert. Zunehmender Wettbewerb um Arbeitsplätze und gute Steuerzahler Ein weiteres interessantes Phänomen ist zu beachten: Nicht nur der wirtschaftliche Wettbewerb zwischen Unternehmen nimmt zu, sondern auch die Konkurrenz zwischen Städten, Gemeinden und Regionen. Der Kampf um Unternehmensstandorte, Arbeitsplätze und attraktive Steuerzahler verschärft sich laufend. Initiativen für Standortmarketing spriessen aus dem Boden wie Pilze. Der Wettbewerbsdruck zwischen öf- fentlichen Gebietskörperschaften führt leider nicht selten zur Auf wei - chung oder zur mangelnden Umsetzung raumplanerischer Vorschriften, zur Zersiedlung der Landschaft und damit zur Preisgabe weiterer öko- logischer Zielsetzungen. Bei diesen Entscheiden geht man jeweils von der Annahme aus, die Unternehmen könnten so eher für die Ansiedlung an einem bestimmten Standort motiviert werden. Wenn nun die Kan - tone, Städte und Dörfer den Wettbewerb um Arbeitsplätze und finanz- kräftige Steuerzahler erhöhen, so ist mit einer Beschleunigung dieser Degradation zu rechnen, weil der Wert des öffentlichen Gutes Natur und Landschaft noch geringer gewichtet wird. Oder anders ausgedrückt: Man sägt am Ast, auf dem man selber sitzt. Es stellt sich darum die Frage, ob es nicht andere erfolgreichere Strategien gibt, mit denen gleichzeitig wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Ziele erreicht werden können. Die damit umschriebene nach haltige Entwicklung ist beispielsweise in der Schweiz auf Verfas - 76Werner Spillmann
        

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