Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/68/
Der landschaftliche Wandel geht der gesellschaftlichen Zielformulierung voraus Bei solch einem Tranformationsprozess bedarf es einer eingehenden Ana lyse dessen, was Landschaft ist, wie sie entstand und worauf der ge- sellschaftliche Landschaftskonsum basierte. Der landschaftliche Wandel ging offensichtlich der gesellschaftlichen Zielformulierung voraus. Die Ziellosigkeit drückt sich derzeit in einem Mangel an reformerischen Kon zepten der Ökonomie, der Gesellschaft, der Bildung aus. Unsere bis he rigen raumordnerischen Aussagen sind meist statisch und selten in ihren Überlegungen vernetzt. Wir bemühten uns um Typisierungen, und in Wirklichkeit löst sich das gerade Beschriebene auf. Zugegeben, es ist schwierig, die grossräumigeren Zusammenhänge zu begreifen, darzu- stellen und daraus konkret Handlungsanweisungen abzuleiten. Der Umgang mit der Komplexität, der Überlagerung und Gleichzeitigkeit macht für die Planung alles sehr schwierig. Es gälte Gross- und Klein - massstäbliches im Auge zu behalten und das ist im Grenzraum noch schwieriger als anderswo. Wir orientieren uns immer noch vorwiegend an ländlichem Raum- und Denkmustern und als sozialer Bezugspunkt wird nicht die Region gesehen, sondern der jeweils lokal begrenzte Wohn ort oder gar der Ortsteil. Der Charakter der Region ist schwer zu- ordnungsbar, weil wir Gemengelagen von ländlichen und städtischen Qualitäten 
aufweisen. Eine Gartenstadt mit vielen Rändern Schauen wir uns die topgraphischen Karten des Alpenrheintals an, so ist vieles davon – vor allem der untere Teil – eine Art von Stadt, wohlwol- lend ausgedrückt vielleicht «Gartenstadt». Solange wir uns aber – diese Wirklichkeiten negierend – weiterhin in vermeintlich ländlich-dörf - lichen Strukturen bewegen, solange werden wir Mühe haben, einen wichtigen Schritt zur Qualifizierung des Nötigen zu erreichen. Diese «Gartenstadt» ist nämlich eine Stadt mit unendlich vielen offenen Rän - dern. Vor allem innerhalb der Siedlungen sind viele Freiflächen einge- schlossen, Bauerwartungsland liegt hier für die nächsten hundert Jahre vor. Dieser «Stadt» muss es gelingen, den intensiven Bezug zur offenen Land schaft aufzugreifen und vor allem weiter zu erhalten. Wir haben 68Mario 
F. Broggi
        

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