Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/67/
vermeiden unpopuläre, aber nötige Veränderungen. Datumsverfallene Argumente von einst werden so nicht rechtzeitig ersetzt. Als das Fürs - ten tum Liechtenstein – im Brennglas dieser Entwicklungen stehend – jüngst am 12. Juli 2006 seine 200 Jahre Souveränität feierte, verkleidete man sich im Umzug der elf Gemeinden in eine bäuerliche Gesellschaft von anno dazumal. Man stellte sich also weder der heutigen Wirklichkeit noch stellte man Fragen zur Zukunft. Fortgeschrittene Automobilisierung mit Verstädterung Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Rheintals nutzen heute einen relativ grossen Raum und pendeln täglich zwischen verschiedenen Ein - rich tungen und Orten. Dieses Verhalten entspricht nach der österreichi - schen Architektin und Stadforscherin Christa Kamleithner einem «städ- tischen», weil man nicht ortsgebunden agiert, sondern von einer Vielzahl von Angeboten auswählt und sich ein individuelles Netz aus Arbeits-, Freizeit- und Wohnorten zusammenstellt. Dabei empfinden sich die Be - wohner immer noch zum ländlichen Raum gehörig, obwohl sie längst auspendeln, in Shopping Centers einkaufen, andernorts Golf spielen. Würde man sie fragen, so wohnen die meisten «auf dem Land». Schaut man sich anderseits die Lebensmerkmale an, so ist das längst «Stadt». Es ist dies natürlich nicht die Stadt mit grosstädtischer Situation und einem klaren Zentrum. Die Grenzen zwischen der klassischen Stadt und dem Land beginnen zu verschwimmen, beides wird von Neustruk - turierun gen erfasst. Es rücken nicht Städte zusammen, sondern im losen Zu sam menhang Gebäude, bis eine periurbane Mischform – ein Geflecht – entstanden ist oder laufend noch entsteht. Es findet eine Verstädterung statt, mit dem Aufbrechen der ländlichen Lebensweise und der Mobi li - sie rung grosser Teile der Bevölkerung. Ohne fortgeschrittene «Auto - mobilisierung» wäre das ganze nicht möglich, denn erst sie erlaubt die eingetretene Individualisierung der Gesellschaft. Wir kommen irgendwo an und haben uns vom Alten noch nicht verabschiedet, haben uns enorm beschleunigt. Das Tempo lässt arbeiten: grossmassstäbliche Bauten und vor allem eine diffuse Bebauung findet sich nun auch dort, wo nie eine Stadt war. Man spricht von Agglomerationen, Zwischenstadt, verstäd- terter Landschaft mit Zwischenland.67 
Der Landschaftswandel und die daraus erwachsenden Herausforderungen
        

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