Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/47/
Ermög licherin von Entwicklungen angesehen, sondern als Einengung, verfahrensverzögernder Faktor und Verhinderungsmittel erlebt wird. Dass wohl relativ viele das von der Raumordnung zu betreibende Ein - for dern von Sozialpflichtigkeiten des Bodeneigentums als Bremsklotz empfinden, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass in den drei Län - dern sowohl die herrschenden Rechtsordnungen als auch die meisten dort lebenden Einwohner Bodeneigentum prinzipiell als uneinge- schränkte Verfügungsgewalt über Liegenschaften sehen. Jedenfalls herrscht die verbreitete Vorstellung, Bodeneigentum umfasse a priori auch das Recht zu bauen. Die Raumplanung ist es dann, die manchen dieses quasi natürlichermassen zum Grundeigentum gehörige Baurecht vorenthält. Das Verwehren baulicher Grundstücksverwertung wird bis- weilen als massive Verteilungsungerechtigkeit empfunden, insbesondere im Vergleich zu jenen, die ohne gröbere Auflagen gleichsam aus dem Vol len schöpfen und ihre Bauvorhaben respektive die – ohne private Inves titionen, nur durch Planungsakte eingetretenen – Immobilienwert - stei gerungen realisieren dürfen. Zusammengefasst scheinen Raumordnungs- und Bodenpolitik im Alpenrheintal seit einiger Zeit in komplexen Spannungsfeldern und dichten Interessensgeflechten gefangen, weswegen sie den Eindruck ver- mitteln, eher auf der Stelle zu treten, denn offensiv lebensraumsichernd und -gestaltend 
voranzuschreiten. 4. Wege aus dem raumordnungs- und bodenpolitischen Dilemma Abschliessend gilt es, diese kritischen Anmerkungen zur Raum pla - nungs- und Bodenpolitik ins Konstruktive zu wenden. Deswegen seien einige An satzpunkte für künftige Reformüberlegungen skizziert und zur weiteren Diskussion 
gestellt. 4.1 Neufassung der property rights Zu überlegen wäre einmal eine grundlegende Neudefinition der proper- ty rights (also der Einzelbefugnisse, die einem Eigentümer einer Immo - bilie von Rechts wegen zustehen). So könnten gewisse, momentan noch 47 
Bodeneigentum: Wurzel regionaler Identität und raumordnerischer Übel
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.