Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/43/
einer seits (die er in der Regel maximal realisiert sehen möchte) und den Sozialpflichten anderseits (die er normalerweise zu minimieren sucht). Raumordnungs- und Bodenpolitik stehen ebenso vor der (für sie zen- tralen) Herausforderung, mit diesem Spannungsfeld ihrerseits produktiv umzugehen, sodass sie zu einer Ausgewogenheit finden, welche einer- seits die Erfüllung der Sozialpflichten durch Bodeneigentümer in gesell- schaftlich wünschenswertem Masse gewährleistet und andererseits aus- reichende individuelle Entfaltungsfreiräume 
lässt. 3. Befunde zur Raumordnungs- und Bodenpolitik im Alpenrheintal Als unerlässlich für die Betrachtung der Ausgangslage scheinen nun einige Bemerkungen darüber angebracht, wie der Balanceakt der Ab - wägung unterschiedlicher Raum- und Bodeninteressen während der jüngeren Vergangenheit im Alpenrheintal verlief. Weiterführenden stra- tegischen Überlegungen droht nämlich (sonst) allzu leicht das Schicksal abgehobener Utopien, wenn sie nicht an reale bodenpolitische Gegeben - heiten 
anknüpfen. 3.1 Tabuisierung von Grundsatzfragen Zu allererst ist eine erstaunliche Diskussions- und (vielleicht auch Rea li - täts-)verweigerung zu konstatieren. Zwar debattiert die Öffentlichkeit ab und an einzelne raumordnungsrelevante Projekte sehr heftig, mit durch aus beachtlichem medialem Echo, wobei nicht selten emotionelle Argumentationen dominieren. Die anlassfallbezogenen Auseinan der - setzungen übertünchen aber höchstens das weitgehende Fehlen eines auch ausserhalb eines engsten Expertenkreises geführten tiefer reichen- den, intellektuellen Diskurses über Fragen der Raum- und Boden ord - nung. Die Abneigung davor, etwa Fragen der Sozialpflichtigkeit von Boden eigentum oder der Zuteilungsmechanismen von Lebensraum auf grundsätzlicher Ebene aufzugreifen, dürfte nicht blossem Zufall ent- springen, sondern auf Verdrängungsphänomene zurückzuführen sein. Die im gesamten Talraum augenfällige, schleichende Bodenversiegelung und Zersiedelung dürften als Zeichen bzw. Preis wachsenden Wohl stan - 43 
Bodeneigentum: Wurzel regionaler Identität und raumordnerischer Übel
        

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