Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/41/
2. mehr oder minder diffus-feudalistische Ansätze (wo eine grundsätz - liche Herrschaftsbefugnis über jeweils grössere Landstücke einigen we- nigen zufällt, welche ihrerseits wiederum Teile ihres Territoriums auf von ihnen Abhängige aufteilen, wobei gleichzeitig wechselseitige Leis - tungs pflichten begründet werden) sowie über 3. ein vom Individualeigentum geprägtes System (wo Einzelne durch markt wirtschaftliche Rechtsgeschäfte Verfügungs- und Nutzungs befug - nisse an Liegenschaften erwerben) bis zu 4. weitgehend unorganisiert-anarchischem Vorgehen (wo der zuerst Kom mende Fläche einfach in Beschlag nimmt, mit ihr ziemlich uneinge- schränkt nach eigenem Belieben verfährt und wo sich in der Folge der Stär kere auf Kosten des Schwächeren durchsetzt). In der Praxis ist kaum eine Variante in Reinkultur zu finden, sondern zu allermeist sind mehrere Elemente zu Mischformen verbunden, was wohl deshalb geschieht, weil jede Spielart ihre spezifischen Stärken und Schwächen besitzt und zum Teil auch jeweils für bestimmte Formen der Flächennutzung prädestiniert erscheint (vgl. 
Abbildung). 2.1 Vor- und Nachteile des Bodeneigentums So fällt es beispielsweise bei Kollektivbodeneigentum im Vergleich zum Individualeigentum leichter, öffentliche Interessen mitzuberücksichti- gen, übergeordnete Gestaltungskonzepte einzuführen und umzusetzen sowie bei Flächennutzungsentscheidungen den Koordinationsaufwand niedriger zu halten. Diese Vorzüge sind allerdings um den Preis geringe- rer Verbundenheit der Bevölkerung mit dem Boden, eines reduzierten individuellen Verantwortungsbewusstseins sowie eines ausgesprochen dirigistischen Vorgehens erkauft. Das Individualbodeneigentum überlässt dagegen dem Einzelnen wesentlich mehr Freiräume, verschafft ihm in aller Regel hinsichtlich seiner Verfügungsbefugnisse über Liegenschaften ein höheres Mass an Rechts sicherheit und sollte für mehr Transparenz über die herrschenden Verantwortlichkeiten für Grund und Boden sorgen. Zudem fördert es wohl eher die regionale Verwurzelung der Leute, denn wer etwa in den Kauf einer Bauparzelle und in die Errichtung der eigenen vier Wände ne- ben viel mühsam Erspartem ein gerüttelt Mass an eigener Hände Arbeit 41 
Bodeneigentum: Wurzel regionaler Identität und raumordnerischer Übel
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.