Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/301/
bi lisierung. Wir können uns bei deren Gestaltung nicht auf ausgewählte städtische Funktionen beziehen, ausser wir sähen die Einkaufszentren als Ersatz der Passagen in den Städten (Bilger 2004). Den offensicht - lichen Wildwuchs gilt es zu kultivieren und städtebaulich zu integrieren. Diesen Gebieten ist darum mehr öffentliches Interesse zuzuwenden. Wie sich eine Gestaltung mit mehr Öffentlichkeit machen lässt, ist zwar erst noch zu erfinden. Das Interessante an dieser Struktur ist, dass man sie eigentlich schlecht charakterisieren kann (vgl. Beitrag 
Thomas Sieverts). Sie ist kein Vorort, weil es keine Vororte mehr gibt. Sieverts hat es darum «Zwischenstadt» genannt. Diesen «urban sprawl» sieht er auch als Chance. Man kann daraus eine einzige grosse «Gartenstadt» gestal- ten. Das, was man als Zersiedlung beklagt, kann auch anders gelesen werden: Es ist eine Stadtlandschaft entstanden, in der viele Menschen ei- nen unmittelbaren Bezug zur Natur haben. Die wertvollen Lagen sind hier die Ränder. Diese Gartenstadt hat viele interessante, offene Ränder, so auch zu den verbliebenen Landschaftspärken. Auch innerhalb der Sied lungen gibt es noch viel offenes Land. Es ist zwar Bauer wartungs - land, aber viele dieser Flächen werden noch lange frei bleiben. Hier be- stünde die Möglichkeit zur Rückwidmung, um diesen sehr engen Land - schafts bezug mit diesen wertvollen Rändern zwischen Wohnen und offener Landschaft zu erhalten. Zur Erinnerung: Raumordnung ist keine Metaplanung, die Res - sort politiken und Finanzströme lenkt. Das Koordinationsziel der Raum ordnung, das sich aus der raumübergreifenden Sichtweise auf Raum entwicklung ergibt, ist folgerichtig keine Politik der Stärke. Sie muss vielmehr durch weiche Ansätze des Informierens und darauf auf- bauend des Überzeugens arbeiten. Raumordnungsberichte, Modell vor - haben (good practices), Leitbilder und Abstimmungsprozesse zusam- men bilden das entsprechende ergänzende Instrumentarium. Die Ver - ankerung dieser Dinge ist ins Bewusstsein der Bevölkerung zu 
bringen. Ein Plädoyer für ein Forschungsnetzwerk Alpenrheintal «Was für ein Tal ist eines, welches nur eine Seite des Flusses zur Region zählen kann? Schliesslich ist der Rhein in erster Linie eine Grenze. Kann ein Fluss zwei Funktionen erfüllen, grenz- und tal- konstitutiv zugleich sein?» (Matt 2004)301 
Raumentwicklung im Alpenrheintal – Analysen und Empfehlungen
        

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