Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/30/
Gebiete zu.3Das mag im ersten Moment überraschen, zeichnet sich doch dieser Raum historisch gerade dadurch aus, dass er kein eigent liches städti sches Zentrum besitzt und dass er im Verständnis seiner Bewoh - nerinnen und Bewohner ländlich geprägt ist. Diese Irritation liegt in der Charakteristik einer durch Wirtschaftswachstum, gesellschaftlichen Wandel und wachsende Mobilität ausgelösten Siedlungsdynamik seit 1950 begründet, die in unterschiedlichem Masse in ganz Westeuropa fest zustellen war. In diesem Zeitraum sind die alten Gegensätze von Stadt und Land mehr und mehr verschwunden. Eine neuartige Sied - lungs form hat sich verfestigt, welche mittlerweile die räumliche Realität für die meisten Menschen in Europa bildet. Für Statistiker handelt es sich dabei um einen spezifischen Fall der städtischen Gebiete – den Agglo merationsraum. Bevor wir uns diesem Raumtypus zuwenden, zu dem auch das Alpenrheintal gezählt wird, wollen wir uns die allgemeine Siedlungsdynamik genauer betrachten. Die Europäische Union gibt momentan ihren Verstädterungsgrad mit über 80 Prozent an; damit wird der prozentuale Anteil der Bevölke - rung bezeichnet, der in verstädterten Gebieten wohnt.4In der Schweiz liegt der Anteil bei etwas über 70 Prozent. Paradoxerweise möchten aber laut Umfragen in Deutschland nur 7 Prozent der Bevölkerung in Städten leben. Dies erklärt, warum hier mit Verstädterung nicht Stadtwerdung gemeint ist, sondern auf eine definitorische Konvention verwiesen wird, die vor allem das Verschwinden des Dörflichen umschreibt. Der wesent- liche Motor der Siedlungsentwicklung war das ungemeine Wachstum der Agglomerationen, verursacht durch günstigere Bodenpreise, gute Verkehrsanbindung, wohlstandsbedingt wachsende Wohnfläche je Ein - woh ner oder zunehmende Begeisterung für Wohnen mit Bezug zur Land schaft. So hat sich in der Schweiz seit 1950 die Zahl der Agglomera - tio nen verdoppelt, die Zahl der Agglomerationsgemeinden hat sich mehr als versechsfacht und die Siedlungsfläche wächst seit vielen Jahren be- trächtlich stärker als die Bevölkerungsentwicklung.5Bei der Verstädte - rung geht es aber nicht nur um quantitative, sondern auch um qualitati- ve Veränderungen. Wie in den letzten Jahrzehnten zu erkennen war, 30Angelus 
Eisinger und Stefan Kurath 3Bundesamt für Raumentwicklung, Raumentwicklungsbericht 2005, Bern 2005, S. 13. 4ebda., S. 10. 5ebda., S. 14.
        

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