Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/289/
sicher, es gibt noch hie und da etwas Ländliches, aber als Ganzes? Hören wir auf, das «Ländliche» zu einer Idealisierung des Ver gan genen hochzu- stilisieren und beschäftigen wir uns stattdessen offensiv mit der gegebe- nen «polyzentrischen urbanen Landschaft» und denken wir grenzüber- schreitend über deren weitere Entwicklung nach! Finden wir uns damit ab: Agglo = Stadt. Daraus ist das Beste abzuleiten und zu gestalten. Mit den Begriffen «Stadt» und «Land» greifen wir zunehmend ins Leere, spä- testens seit den erfahrenen Auswirkungen mit der globalisierten Markttätigkeit. Je schneller wir uns von tradierten, aber überholten Mythen verabschieden, desto offener sind wir für das nötige 
Neue. Die knappe Ressource «Boden» in der Talsohle «Das Rheintal vereinigt die Vorteile des Stadtlebens mit denen des Landlebens, und das Rheintal ist hässlich, zersiedelt, unstrukturiert und unpraktisch und hat weder die Verdichtung des Städtischen, noch die Unberührtheit des Ländlichen zu bieten. Ersteres ist ge- wöhnlich in Tourismus- und Betriebsansiedelungs-Broschüren zu lesen, die gedruckt werden, um Menschen und Kapital ins Land zu holen, während Letzteres von vielen Intellektuellen und Kreativen als einer der Gründe dafür genannt wird, warum sie so schnell wie möglich von hier abhauen müssen.» (Mörth 2004) Die Talsohle im Alpenrheintal ist bei der Talenge zwischen Schollberg und Ellhorn eineinhalb, am Trichterrand zum Bodensee 14 Kilometer breit. In diesem Raum spielen sich zahlreiche Nutzungen ab: wohnen, arbeiten, erholen, produzieren landwirtschaftlicher Güter (vgl. Aussa - gen zum Landschaftswandel im Beitrag 
Mario F. Broggi). Hier werden Infrastrukturen eingebaut, hier braucht es Raum, der unserer Sicherheit dient. Zu dieser knappen Ressource «Boden» müssen wir Sorge tragen. Bauliche Nutzungen sind in ihrer Auswirkung nahezu irreversibel. Offenes Kulturland und naturnahe Flächen verdienen unseren besonde- ren Schutz. Hier sind die wertvollen Gedanken der Nachhaltigkeit und der Treuhandschaft gegenüber späteren Generationen angebracht. Es wäre zwar vermessen, in dieser Synthese das abstrakte Ziel der Nach hal - tig keit am Beispiel des Alpenrheintals zu konkretisieren, aber vielleicht vermag sie doch etwas Licht in den Tunnel zu bringen.289 
Raumentwicklung im Alpenrheintal – Analysen und Empfehlungen
        

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