Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/182/
Schollbergkanals bei Trübbach, des Saarkanals, der Vilterser und Wang - ser Kanäle und weiterer Kanäle in der Ebene bei Sargans führte. Die frühe Melioration des Studnerrietes bei Grabs um 1850 erfolgte bezeich- nenderweise ebenfalls gleichzeitig mit der Eisenbahnplanung. Auch auf den Bau des Werdenberger Binnenkanals wirkte die Eisen bahn förderlich. Dieses Projekt war lange Jahre umstritten. Mit Aus nahme von Haag, das im 19. Jahrhundert besonders stark unter der Was sernot zu leiden hatte, wurde der Kanalbau noch 1878 von allen Dör fern wuchtig verworfen. Die Gegnerschaft verlor erst entscheidend an Boden, nachdem die Buchser ins Lager der Befürworter gewechselt hatten. Für diesen Seitenwechsel hatten sie einen handfesten Grund: Im Frühjahr 1881 wurde bekannt, dass in Österreich erwogen werde, den An schluss der im Bau befindlichen Arlbergbahn ans Schweizer Eisen - bahn netz nicht über Buchs zu führen, sondern via Liechtenstein nach Sargans zu verlegen und die bereits bestehende Linie Schaan–Buchs ab- zubrechen. Das half. Der Werdenberger Binnenkanal wurde in den Jah - ren 1882 bis 1886 gebaut, und die Buchser behielten ihren Anschluss, ohne den die weitere Geschichte des heutigen Grenzbahnhofs und des regionalen Zentrums Buchs wohl wesentlich anders verlaufen 
wäre. Schnellstmöglich durchs Tal Noch bevor 1979 das Bundesgesetz über die Raumplanung in Kraft trat, wurde zu Beginn der 1960er Jahre mit dem Bau der Rheintal-Autobahn A13 begonnen. Auch sie ist eine primär für den Alpentransit konzipier- te Verkehrsanlage, allerdings mit für die Ökologie und für die Raumnut - zung im Vergleich zur Eisenbahn weit gravierenderen Auswirkungen: Allein für den Abschnitt Oberriet–Sargans wurden über 100 Hektaren ehe maliger Auwald vernichtet und damit einer der bis dahin wertvolls- ten Naturräume des Tals geopfert. Die für den Trasseebau forcierten Kies ent nahmen aus dem Rhein trugen wesentlich bei zur Absenkung der Rheinsohle und des Grundwasserspiegels um mehrere Meter – mit Fol - gen, die erst noch zu bewältigen sein werden. Weitab der bestehenden Siedlungsgebiete entwickelten sich im Bereich der Autobahnanschlüsse in kurzer Zeit ausgedehnte Industriezonen und gänzlich auf den Indivi - dual verkehr ausgerichtete Einkaufszentren – zumeist auf für die land- wirtschaftliche Produktion hochwertigen Schwemmböden. 182Hans 
Jakob Reich
        

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