Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/174/
Zugang zu den Alpenpässen – ist eine solche Verbindung von Chur über Maienfeld und Schaan nach Bregenz anzunehmen. Vermutlich bestand parallel dazu auch eine linksrheinische Route. Indem die Römer an ihren Strassen Rasthäuser, Pferdewechselstationen, Polizeiposten und Guts höfe sowie an den Provinzgrenzen auch Zollstationen errichteten, hat ihr Ver - kehrsnetz – das primär der effizienten Verwaltung des riesigen Reiches und militärischen Zwecken diente – sicherlich auch die Sied lungs - entwicklung beeinflusst. Nach dem Abzug der römischen Truppen ums Jahr 400 wurden im Frühmittelalter wohl einzelne Verkehrswege aufgege- ben, andere aber weiterhin benutzt. Das dürfte insbesondere für Grau - bünden und fürs Alpenrheintal gelten, wo der Übergang von der Spät - antike zum Mittelalter kontinuierlicher verlief als in anderen Re gionen. Verkehr wird zum bestimmenden Faktor Von nachhaltiger Wirkung auf die Siedlungsentwicklung war der ums 8. Jahrhundert einsetzende Landesausbau (Binnenkolonisation). Geför - dert durch Adel und Klöster wurden mittels Rodung und Urbarisierung neue Siedlungsräume und landwirtschaftliche Produktionsflächen ge- schaffen. Zeugen dafür sind die in der Namenlandschaft des Alpen rhein - tals zahlreichen romanischen und deutschen Rodungsnamen. Bis ins Spätmittelalter war der Rhein nicht Grenze, sondern viel- mehr Mitte, was sowohl für die weltliche Gewalt als auch – etwas länger noch – für die kirchlichen Zuständigkeiten galt. So umfasste zum Bei - spiel die Grosspfarrei Bendern neben Ruggell und Schellenberg auch die linksrheinischen Dörfer Sennwald, Salez und Haag; Rüthi gehörte bis ins Spätmittelalter kirchlich zu Rankweil, und Altenstadt bei Feldkirch war nebst Nofels und Bangs auch für die Lienz zuständig. Diese Zusam - mengehörigkeiten setzten Verbindungswege, Furten und Fähren voraus. Der Rheinübergang Ruggell–Salez war insbesondere von Bedeutung für die Salztransporte von Hall im Tirol in die Innerschweiz und ins Zürich - biet. Der Bau der Burg Forstegg bei Salez sicherte diese Verbindung, die sich dort zudem mit der für den Nord-Süd-Handel wichtigen Route Rheineck–Chur–Bündner Pässe kreuzte. Der rege Verkehr machte begleitende Einrichtungen wie Tavernen, Susten, Lagerbauten und Zollstationen nötig und bot der ansässigen Bevölkerung Verdienstmöglichkeiten in verschiedenen Tätigkeiten, etwa 174Hans 
Jakob Reich
        

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