Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
41
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000263362/146/
wird als Zersiedlung oder Landschaftszerstörung kann man auch ganz anders lesen: Nämlich, dass eine neue Stadtlandschaft entstanden ist, in der sehr viele Menschen einen unmittelbaren Bezug zur Natur haben. Und ich glaube, das ist ein Merkmal, in dem sich diese Ländlichkeit und das entsprechende Bewusstsein der Bevölkerung gut wieder finden kön- nen. Und gleichzeitig ein Merkmal, mit dem diese Rheintalstadt im Konzert der Alpenstädte – aber auch darüber hinaus im Konzert der eu- ropäischen Städte – eine ganz starke Eigenart entwickeln könnte. Das ist so das allgemeine Merkmal. Wenn man dann noch mal ge- nauer hinschaut, bemerkt man, dass es von jedem der Gartenstadthäuser nur ein paar Schritte in die offene Landschaft sind. Es ist also nicht nur der Bezug des Hauses zum Garten entscheidend, sondern auch, – dank dem Charakter der sehr schmalen Bandstadt von Bregenz bis nach Feld - kirch – der ganz enge Bezug zur offenen Landschaft. Wenn man das dann noch genauer anschaut, wenn man die Lupe sozusagen auf die ein- zelnen Teile legt, dann stellt man fest, dass die Ränder selbst eine sehr fraktale Struktur haben. Der Rand zwischen der Bebauung und der of- fenen Landschaft ist ausserordentlich in die Länge gezogen, sodass aus- serordentlich viele Bewohner in diesem Stadttypus einen direkten Bezug zur Landschaft haben; einen direkten oder nur sehr wenig indirekten, in- dem sie nur einen oder zwei Vorderlieger zwischen sich und der offenen Landschaft haben. Das ist eine enorme Qualität. Denn wenn wir uns heute Städte an- schauen – das Ruhrgebiet oder das Gebiet, das wir im Westen von Frank furt untersucht haben –, dann stellt man fest, dass im Gegensatz zur alten Stadt nicht mehr die Zentren die wertvollen Lagen sind, son- dern die Ränder. Das ist eine Umkehrung. Und die Rheintalstadt, die Stadt Vorarlberg ist eine Stadt mit unendlich vielen interessanten, offe- nen Rändern. Nicht nur zur offenen Landschaft hin, also zum grossen inneren Landschaftspark, sondern auch innerhalb der Siedlungsgebiete gibt es noch sehr viele offene Wiesen. Es gibt eingeschlossene grosse Frei flächen, auf die dann viele der angrenzenden Häuser ausgerichtet sind. Diese Flächen sind heute Bauerwartungsland, aber solange dieser historische Zustand noch anhält, soll man sie entsprechend wertschät- zen. Und wenn die These von der Konsolidierung, des abgeschwächten Wachstums stimmt, werden viele dieser Flächen auch auf lange Dauer erhalten bleiben. Das bedeutet, dass diese Stadt den ganz besonders in- tensiven Bezug zur offenen Landschaft aufgreifen und weiter erhalten 146Thomas Sieverts
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.