Die Zeitschrift vertrete «keinerlei politische oder sonstige Tendenz» und 
der Inhalt des Spzegels sei nie beanstandet worden. Im Gegenteil — dem 
Herausgeber seien «dauernd Anerkennungen in grossem Masse zugegan- 
gen.»^' Als Beispiel führte Zickert das Schreiben einer grossen Wupperta- 
ler Firma vom Juni 1936 an. 
Zu seiner Person gab Zickert an, er sei deutscher Reichsangehóriger und 
seine Familie rein arischer Abstammung. Er habe im Ersten Weltkrieg im 
Rang eines Offiziers an der Westfront als Luftbeobachter gedient und sei 
mit dem Frontkámpfer-Ehrenkreuz ausgezeichnet worden. Wáhrend seiner 
Tätigkeit in Deutschland habe er «niemals einer Partei angehört und sich 
auch sonst niemals parteipolitisch betitigt.»'*? 
Griinde fiir das Verbot des Spiegels 
In einem handgeschriebenen Brief bedankte sich Zickert am 11. Juli 1936 
bei Dr. Josef Hoop für die Bemühungen der liechtensteinischen Regierung. 
Wie stark das Verbot des Spiegels in Deutschland Zickert belastet haben 
muss, zeigt folgende Anmerkung: «An die Gesandtschaft in Bern habe ich 
gleichfalls geschrieben.»'9 Weiter heisst es: Ein Leser habe das Verbot der 
Zeitschrift auch im «Reichsgesetzblatt» gelesen. «Anscheinend ist das aber 
weder in Bern noch in Zürich bekannt.» ^ 
Am 21. Juli 1936 teilte das Eidgenóssische Politische Departement der 
liechtensteinischen Regierung mit, «dass laut der bei der Presseabteilung 
  
des Auswártigen Amtes eingezogenen Erkundigung 
56 LLA RF 163/065, Visitenkarte mit Aktenver- 
merk, undatiert. 
Spiegel der Wirtschaft in Deutschland wegen zweier — s 11A np 163/065, Schreiben vom 8. Juli 1936. 
die im Baltic-Verlag in Vaduz erscheinende Zeitschrift 
Artikel (Die Konjunkturprognose und «Schacht gegen ~~ 3® Ebenda. 
J prog SCH 
+ 139 2h pS 
Schacht in Nummer 1 vom 5. Januar d.]. verboten ; Ee 
40 enda. 
. 145 . . . . . = 
worden sei.»'^ Die liechtensteinische Regierung be i LLA RF 163/065, Schreiben vom 6. Juli 1936. 
dankte sich nur zwei Tage spáter verbindlichst «für ^ ' Ebenda. 
. . . 143 / x m ; . - 
die liebenswiirdigen Erkundigungen in Berlin ... Der à © > 163/065, Schreiben vom 11. Juli 1936. 
1 44 Ebenda. 
Baltic-Verlag wurde über das Ergebnis der Erkundi- us [LA RF 163/065, Schreiben vom 21. Juli 1936. 
gungen verstündigt.»'^* "5 LLA RF 163/065, Schreiben vom 23. Juli 1936. 
75 
  
  
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.