Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1877
Erscheinungsjahr:
1877
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1877/205/
Liechtensteinische 
Fünfter Jahrgang. 
Vaduz, Freitag 
Nr. 52. 
den 28. Dezember 1877. 
Berichtigung. 
Durch Jrrthum des Setzers hat sich in der letzten Nummer, 
zweite Blattseite, Zeile 22 und 23 der ersten Spalte ein Sinn 
verdrehendes Wort eingeschlichen. Es soll dort heißen: „über 
das hinter uns liegende" statt „über das hinter uns liegende 
Gute". Der Ausdruck „Gute" ist weder im Manuskript ent- 
halten, noch wurde er gesprochen. 
Nichtamtliche Anzeigen. 
M?" Sein Lager in 
Filzschuhen 
mit und ohne Holzböden empfiehlt 
I. Borburger 
bei der Brücke in S e v e l e n. 
BerzeichniK der bis heute für die Brandbeschädigten 
in Baduz eingegangenen Liebesgaben 
Herr Pfarrer und Kanonikus Frick in Eschen 8 fl. — Un 
genannt in Buchs 2 fl. — Fidel Herrmann, Panoramabesitzer 
von Hard 5 fl. — Die „Liechtensteiner" in LaChaux-de-Fonds 
100 Franken. — Die Gemeinde Planken 8 fl. 95 kr. — Die 
Gemeinde Schaan: 56 Zentner Heu, 30 Säcke Kartoffeln, 3 
Säcke Türken, 4 Säcke Fesen und baar 13 fl. 50 kr. — Die 
Gemeinde Triefen 36 Zentner Heu. — Die Gemeinde Gamprin: 
12 Viertel Türken, 6 Zentner Kartoffeln, 5 Pfund Kaffee und 
baar 7 fl. — Die Gemeinde Balzers: 15 Säcke Kartoffeln, 
61/2 Säcke Türken, 14 Zentner Heu, % Viertel Gerste und 
baar 22 fl. 30 kr. -- Die Sammlung in Vaduz: 298 fl. 98 
kr. und 32 Viertel Türken. — Das Erträgniß des in Azmoos 
zu Gunsten der Brandbeschädigten in Baduz abgehaltenen Kon- 
zertes: 130 Franken. 
Indem das Hülfskomite den Empfang dieser Gaben allen 
Gebern dankend zur Mittheilung bringt, ist dasselbe noch ferner 
bereit, Liebesgaben entgegen zu nehmen. 
Vaduz, den 24. Dezember 1877. 
Das Hülfskomite 
für die Brandbeschädigten in Vaduz. 
Abschiedsworte an unsere Leser. 
Die heutige Nummer der „Liechtensteinischen Wochenzeitung" 
beschließt den fünften Jahrgang ihres Bestehens. 
Wie den Lesern der „Liechtenst. Wchztg." schon aus dem 
Avtso an die Garantievereinsmitglieder in der vorletzten Nummer 
bekannt sein wird, hat die Redaktion dieses Blattes ihren Rück- 
tritt erklärt. 
Die Versammlung der Garantievereinsmitglieder konnte bis- 
her keine Persönlichkeit zur Uebernahme der weitern Redaktion 
geneigt finden. 
Damit wird also die „Liechtenst. Wchztg." mit Neujahr ein- 
gehen. 
Die bisherige Redaktion hatte schon in der vorjährigen Vet- 
sammlung der Garantievereinsmitglieder ihren Rücktritt erklärt 
und ließ sich erst dann auf die Dauer eines Jahres noch einmal 
zur Fortführung der Redaktionsgeschäfte herbei, nachdem allseitigere 
geistige Unterstützung versprochen wurde, und zudem das Blatt 
laut Regierungsverordnung vom 20. Dezember 1876 zum obli- 
gatorischen Publikationsmittel für sämmtliche Gemeinden des 
Landes erklärt worden war. 
Trotzdem blieb auch dieses Jahr, wie in den frühern Jahr- 
gängen, die erwartete Mitarbeiterschaft aus, und die ganze Mühe 
und Arbeit sozusagen ausschließlich der Redaktion aufgebürdet. 
Die sehr begreifliche Folge dieses Angewiesenseins auf sich selbst 
ist die, daß die vaterländische Rubrik des Blattes nicht diejenige 
Vielseitigkeit und Ausführlichkeit entfalten konnte, welche im In- 
tereffe der öffentlichen Aufklärung und Belehrung wünschbar ge- 
wesen wäre. Die gedeihliche Existenz einer hierländischen Zeitung 
ist immer zum vorhinein an genügende Mitarbeiterschaft gebun- 
den; weil eben Niemand in unserem Ländchen zu finden sein 
wird, der sich ausschließlich der Redaktion eines Blattes widmen 
könnte. Die bisherige Redaktion der „Liechtenst. Wchztg." hat 
ihre sämmtliche Mühewaltung ohne jedes Entgeld geleistet, konnte 
also nur vom vaterländischen Opfersinn bewegt eine derartige 
Arbeit übernehmen und zugleich unter der Voraussetzung, daß 
die fähigeren Elemente unserer Bevölkerung in gleicher Weise ihre 
thatkräftige Mithülfe nicht versagen werden. 
Wie das reale Facit, es bald konstatirte, erwies sich eine 
solche Voraussetzung als eine zu idealistische Berechnung. Im 
Anfange ließ man sich allenfalls noch etwas für die Sache be- 
geistern, brachte eS aber schon damals nicht zum thätigen Mit- 
arbeiten; man fand es rasch bequemer, das neuentstandene Ding 
zu loben, aber — die Arbeit andere thun zu lassen. Analoge 
Erscheinungen hat die Geschichte des liechtensteinischen Vereins- 
lebens aufzuweisen. Die Vereinspflanze gedeiht rasch und üppig 
und das Saftleben kreist stürmisch, aber bald — ja häufig sehr 
bald stirbt das Pflänzchen in dem ausgetrockneten Boden — wo 
hin der befruchtende und erfrischende Thau des gesunden gesell- 
schaftlichen Sinnes nicht eindrang — ab. 
Auch die Thätigkeit der meisten Gemeindeorgane hat sehr zu 
wünschen gelassen/wie die Leser der „Liechtenst. Wchztg." aus 
den wenigen Publikationen von Seite der Gemeinden ersehen 
haben werden, trotzdem von Seite der Regierung die obligatorische 
Verlautbarung der Gemeindeerlässe verfügt worden war. 
Die „Liechtenst. Wchztg." sollte, wie diese Tendenz vor fünf 
Jahren bei der Gründung des Blattes ausdrücklich hervorgehoben 
wurde, der wahre Ausdruck der öffentlichen Meinung sein und 
zugleich ein dem hierländischen Bedürfnisse entsprechendes Verkehrs- 
mittel bilden. Dies Ziel konnte aber nur dann erreicht werden, 
wenn die fähigeren Kräfte des Landes an dem begonnenen Werke 
thätig Mithülfe leisteten. 
Die Redaktion hat diese Hülfe nicht erhalten. 
Zu all diesen keineswegs animirenden Umständen kommt noch 
hinzu, daß eine öffentliche Besprechung innerer politischer Zu- 
stände u..s. w. bei unseren kleinstaatlichen Verhältnissen auf be-
        

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