Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1877
Erscheinungsjahr:
1877
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1877/169/
Liechtensteinische 
Fünfter Jahrgang. 
Vaduz, Freitag 
Nr. 43. 
den 26. Oktober 1877. 
Die liechtensteinische Wochenzeitung erscheint jeden Freitag. Sie kostet für das Znland ganzjährig 2 fl., halbjährig l fl. faw«t 
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Redaktion in Vaduz oder beiden betreffenden Postämtern. — EinrückungSgebühr für die sgefpaltene Zeile s kr. — Briefe undGelder 
werden ?ranco erbeten an die Redaktion in Vaduz. 
Berichtigung. In der letzten Nummer 2. Seite 4. Zeile 
steht durch Jrrthum des Setzers: „Lehrer Stifter" statt 
„Lehrer Ritter". 
Nichtamtliche Anzeigen. 
Dacliscliiefer 
liefert in garantirt vorzüglicher Qualität 15.15 
(H-605-GI.) Schiefertafelfabrik E«gi, Glarus. 
Vaterländisches. 
Vaduz, 24. Okt. Seine Durchlaucht geruhte den k.k. 
Auskultanten des Kreisgerichtssprengels Feldkirch Herrn Carl 
Blum von Feldkirch zum Landrichter zu ernennen. Dieser wird 
sein neues Amt mit 1. November antreten. 
Vaduz, 24. Okt. Die Wei n le se ist in allen Weinlagen 
des' Landes zu Ende und hat hinsichtlich der Qualität die besten 
Erwartungen übertroffen, allerdings auf Kosten der Quantität. 
In Vaduz haben die Zuckermessungen auf der Oechslin'schen 
Wage 80—-100 Grad ergeben. Aus anderen inländischen Wein- 
lagen sind uns bisher keine Notizen zugegangen. v 
Der Schaden, welchen namentlich die allerletzten Fröste an- 
gerichtet haben, betrifft somit ausschließlich die Quantität und 
zwar der Art, daß die Trauben viele wässerige Bestandtheile 
verloren haben und in Folge dessen eingeschrumpft sind. Daß 
auch Zuckerbestandtheile verloren gegangen, seien, wie manche an- 
genommen haben, ist sicher auszuschließen. Das Resume wäre 
also kurz gefaßt folgendes: „Das Wasser ist zum Teufel und 
der Zucker ist geblieben." Ein süßer Trost für das weintrinkende 
Publikum, aber ein herber für das weinverkaufende. Doch ist 
öem letzteren / durch die bedeutend' hohen Preise wieder einiger 
Ersatz geboten. In Vaduz wurde für die Maaß Rothwein 
(Süßdruck) 40—45 kr. bezahlt. 
Vaduz, 24. Okt. Die Generalversammlung des Vorarlb. 
Landwirthschaftlichen Vereins für 1877 wurde am 13. d. M. 
unter zahlreicher Beteiligung von Mitgliedern in den.Lokalitäten 
des Gasthofes zur Post in Bludenz.abgehalten. Bei Eröffnung 
derselben brachte der Präsident des Vereines Hr» Graf Belrupt 
em Hoch auf Se. Majestät, den Kaiser, das freudigste Erwide- 
rung fand. Nach Verlesung und Genehmigung des vorjährigen 
Protokolls bemerkte Herr Graf Belrupt, daß er die Zöglinge 
des eben in Bludenz stattfindenden BanmlvärterkurseS eingeladen 
habe der Versammlung beizuwohnen, damit die jungen Leute 
frühzeitig die Grundsätze des Landwirthschaftsvereins kennen lernen 
und Interesse daran gewinnen; er stellte dann den Leiter des 
Baumwärterkurses, Herrn Hing er von Vaduz vor, der sich 
durch sein verdienstvolles Wirken und seine aufopfernde Thätigkeit 
den Dank des Vereines erworben habe, den die Versammlung 
durch Erheben von den Sitzen ausdrückte. Herr Hinger er- 
widerte, indem er den Dank von seiner Person auf die gute 
Sache übertragender er seine bescheidenen Dienste freudig widme, 
daß diese Anerkennung ihm ein Ansporn sein solle, im schönen 
Lände Vorarlberg, dessen Landwirthschaftsvereinsmitglied zu sein 
er sich zur großen Ehre rechne, auch fernerhin nach Kräften zu 
wirken. Bezüglich der landwirthschaftlichen Versuchsstation in 
Wdkirch bemerkt der Rechenschaftsbericht, daß die gegen 25 des 
ersten Jahres nahezu auf das Dreifache gestiegenen Einsendungen 
von zu untersuchenden Objekten ein deutlicher Beweis dafür seien, 
daß das Bedürfniß für die Benützung dieser Anstalt in der Be- 
völkerung bedeutend reger geworden sei, was zu den besten Hoff 
nungen für die Zukunft berechtige. — Der Absatz von Guano 
betrug bei der Versuchsstation gegen das vorige Jahr um ein 
Drittel mehr (zirka 900 Zentner). Der Guano scheint für 
unsere kalkreichen Böden der trefflichste stickstoffhaltige Kunstdünger 
zu sein und sind der Station sehr befriedigende Berichte über 
die Guanodüngung aus allen Theilen des Landes zugegangen. 
- ' - (Feldk. Ztg.) 
Ausland. 
Frankreich. Von 533 Wahlresultaten sind in diesem Au- 
genblick 5,16 bekannt; in'12 Fällen ist eine Stichwahl noth- 
wendig, und 5 Ergebnisse (einfd^tiegÜch der Colonien) stehen noch 
aus.. Die 516' Resultate fassen sich in folgender Tabelle zu 
sammenfassen: 
Gewählt wurden: Davon haben der aufge- Neugewählt: 
lösten Kammer angehört: 
Republikaner 317 . 
293 
24 
Bonapartisten 99 
78 
21 
iytuiiuiujijieii 
(ohne Farbe) 45. 
24 
21 
Legitimsten 44 
29 
15 
Orleamsten 11 
7 
4 
. Zusammen 516 
431 
86. 
Vom Kriegsschauplätze. 
Vom Kriegsschauplatz in Asien kommen sehr schlimme 
Nachrichten für die Türken. Mukhtar Pascha's Feldarmee ist 
von den Russen am 14. und 15. Oktober geschlagen, zersprengt 
und größteutheils gefangen' genommen worden. Der türkische 
Feldherr hat sich mit einigen Trümmern seiner Armee nach 
Kars gerettet, aber sieben Paschas, seine Artillerie und das 
Gros' seiner Armee sind vernichtet. Ob die Tapferkeit der 
Rüssen allein dieses Ende herbeigeführt, welchen Antheil Unfähig- 
keit, Nachlässigkeit und vielleicht noch Schlimmeres auf Seite der
        

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