Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1877
Erscheinungsjahr:
1877
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1877/166/
5) Jakob Kaiser in Mauren mit 91 Stimmen 
6) Franz Jos. Biedermann in Schellenberg * 86 „ 
Außer diesen hatten die meisten Stimmen: 
Lehrer Stifter in Mauren 82 „ 
M. Oehri in Eschen 55 „ 
Hauptmann Rheinberger 34 „ 
Als Ersatzmänner wurden gewählt im 
I. Wahlgange: 
1) Jos. Tschetter in Schaan »114 „ 
2) Anton Amann in Vaduz „ 95 „ 
3) Hauptmann Rheinberger „ 74 „ 
4) Vorsteher Gasner in Triesenberg „ 74 „ 
im II. Wahlgange: 
5) Vorsteher Rheinberger in Vaduz „ 84 „ 
Baduz, d. 17. Okt. Die Weinlese soll in Vaduz im 
Laufe der nächsten Woche stattfinden. Eine gründliche Nachschau 
in den Vaduzer Weinbergen stellt die Aussichten auf die Qualität 
des „Heurigen" bedeutend besser, als man unmittelbar nach den 
letzten Frösten vermuthet hat. Probewägungen in verschiedenen 
Weinbergen zeigten 70—90 Grad der OechSlin'schen Zucker- 
wage. Die Nachfrage nach „Vaduzer" ist groß. Preise sind 
bis jetzt noch keine gemacht worden, doch werden dieselben vor- 
aussichtlich eine bedeutende Höhe erreichen. 
Baduz, d. 17. Okt. (Marktbericht.) Der erste Va- 
duzer Viehmarkt vom 15. d. M. war von Seite der Käufer 
und Verkäufer sehr schwach besucht, was vorzüglich dem Um- 
stände zuzuschreiben ist, daß zu gleicher Zeit in SarganS und 
Buchs Märkte abgehalten wurden. Ueber den letzten Altstätter 
Markt schreibt der „Werdenberger": 
Viehmarkt stark befahren; Preise für schöne Waare hoch, 
wir sahen z. B. sog. „Kalbele" für 26/2 Napoleon sammt 
üblichem Trinkgeld verkaufen, minder schöne Waare unwerth — 
Einwirkung der ungünstigen Witterung. Obstmarkt nicht sehr 
stark besetzt, Preise dagegen ebenfalls in Folge der Witterung 
über Erwarten hoch — variirend zwischen Fr. 5 bis 11 per 
50 Kilos. 
Der Trunser Markt vom 10. d. war nach Mittheilung 
deS „Oberl. Anz." sehr stark befahren. ES war sehr viel Vieh 
vorhanden. Auch die Zahl , der Händler, welche dem deutschen, 
italienischen und romanischen Stamme angehörten, war bedeutend. 
ES ist so viel Vieh angekauft worden, daß die Händler schließlich 
keine Ställe mehr fanden, um dasselbe unterzubringen. Die 
Preise für schöne Kühe schwankten zwischen 400 bis 500 Fran- 
ken. Jährlinge waren nur wenige aufgefahren worden, dafür 
waren sie sehr gesucht. 
Vom Kriegsschauplatze. 
Nach der Angabe englischer Blätter soll eS auf Ersuchen 
Mehemed Alis geschehen sein daß Achmed Ejub seiner Stelle 
enthoben worden ist, und nach Konstantinopel kommt um wegen 
Ungehorsams angeklagt zu werden. Rifaat Pascha, vormals 
Generalstabschef, zwei Brigade-Generale und mehrere höhere Of- 
siziere sollen gleichzeitig mit ihm angeklagt werden. Mehemed 
Ali entschloß sich, wie dem „Standard" aüs Konstantinopel be- 
richtet wird, zum Rückzug von der Linie des Banitzka-Lom in 
Folge der Weigerung Achmed Ejubs sich an einem weiteren Vor- 
dringen zu betheiligen. Hierin wurde er von Rifaat Pascha, dem 
Stabschef Mehemed Alis unterstützt. Durch die Gegenwart der 
Aegypter beschwert und unter solchem Einfluß konnte Mehemed 
Ali nichts thun; die Palasteinflüsse waren für ihn zu mächtig. 
So lange Achmed Ejub bei dem Heere blieb, war keine Hoffnung 
vorhanden, daß dieses irgend einen Entscheidungsschlag thun könnte. 
Seine Entfernung wird Suleiman Pascha in eine weit bessere 
Lage bringen, und wahrscheinlich wird das Heer in Kürze wieder 
die Offensive ergreifen. 
Ein Korrespondent der „Köln. Ztg." schreibt aus Griwitza, 
1. und 2. Oktober: „Ich hatte Gelegenheit den Frontrapport 
einer Division einzusehen, und war geradezu bestürzt über die 
enorme Menge der fehlenden Mannschaften. Mit 24 Stabs- 
Offizieren aus Rußland ausgerückt, besaß sie deren noch 11, an 
Subalternoffizieren hatte eines der Regimenter zwei Drittel seines 
ursprünglichen Bestandes, die drei anderen etwa die Hälfte ver- 
loren. An Unteroffizieren und Mannschaften zählte das eine 
Regiment etwa 1350, das zweite 1550, das dritte 1700, das 
vierte 1900, während der eigentliche Kriegsetat 3000 Mann be- 
tragen soll. Die ganze Division zählte also nur 6500 Mann, 
und wie bei ihr, so steht es auch ganz besonders bei allen denen 
welche an den Sturmangriffen hervorragenden Antheil genommen 
haben. Untex diesen Umständen ist es wohl nicht zu verwundern, 
daß die Russen vorläufig auf jede Offensive verzichten; ich sage 
mit Absicht „vorläufig", denn nach manchen Anzeichen scheint es 
doch, daß man sich noch immer mit Angriffsgedanken trägt. Wie 
man diese verwirklichen will, das weiß man aber anscheinend selbst 
noch nicht .... Ich glaube, daß täglich 200 Mann in die 
weit rückwärts gelegenen Lazarethe gebracht und zum Theil auch 
nach Sistowa und weiter evacuirt werden, lwährend der Zugang 
an Geheilten nur etwa 20 bis 30 betragen soll. Dies gibt in 
fünf bis sechs Tagen immerhin einen Verlust von 1000 Mann, 
der die ohnehin schon schwachen Kadres noch mehr entkräftet." 
Im Schipka-Paß ruhen des schlechten Wetters wegen 
die Waffen. Die Telegraphenverbindung zwischen Sophia und 
Plewna ist zufolge einer Depesche des „Daily Telegraph" seit 
dem 8. wieder hergestellt. Dasselbe Blatt meldet aus Bukarest 
daß 17—18,000 Mann an Brechruhr und Fieber erkrankt 
seien, abgesehen von den Kranken in den Feldspitälern und tu- 
mimischen Lagerzelten vor Plewna. 
Aus Nikopoli, 9. Okt., wird dem „Standard" tele- 
graphirt: die Sterblichkeit im russisch-rumänischen Heere sei durch 
die Witterung und mangelhafte Ausrüstung eine äußerst große 
geworden. Binnen zwanzig Tagen seien 15,000 Mann gestorben 
und zwar 3500 Russen und 1500 Rumänen vor Plewna, 4700 
Mann im Heere des Zarewitsch, 2000 in Tirnowa und im 
Schipka-Paß und 3000 in der Dobrudscha. Der „Daily Tele- 
graph" meldet gleichfalls aus Schipka daß die Sterblichkeit und 
das Mißvergnügen der Russen- daselbst einen hohen Grad erreicht 
haben. 
Der „Standard" meldet aus dem Hauptquartier Schefket 
Paschas in Radomirtze, 8. Okt.: „Unsere Armee steht bei 
Telisch und bewirkte heute eine Vereinigung mit den Kräften 
Osman Paschas, der auf den Höhen von Dubnik Stellung nahm. 
Es fand kein Gefecht statt seit wir Orkhanje verließen. In der 
Ebene von Lukowitza stießen wir auf ein großes Lager des Fein- 
des. Die Russen flohen übereilt, 20 Todte als Ergebniß eines 
Kavalleriekampfes zurücklassend. Wir bemächtigten uns dreier 
Wagen mit Patronen, eines Hunderts Büchsen und einiger Pferde. 
Die Brücke von Lukowitza ist verbrannt worden und eine andere 
Brücke theilweise zerstört. Dies verursachte unserem ungeheuren 
Train mit Munition und Provision einen Aufschub von mehreren 
Tagen. Wir hoffen morgen Plewna zu erreichen. Die Ka- 
vallerie hat in allen Richtungen Rekognoszirungen unternommen, 
ohne auf einen einzigen Russen zu stoßen. Unsere Truppen haben 
das in den verlassenen Dörfern befindliche Eigenthum respektirt 
und höchst bewundernswürdig die Mühen eines dreitägigen Mar- 
scheS und eines Lagers in Schnee und Regen ertragen." 
Ein Telegramm des „Standard" meldet ans Orkhanje, 
10. Oktober: „Schefket Pascha hat seine Vereinigung mit 
Ghazi Osman bei Radomirtze bei Plewna bewirkt. Die beiden 
Generale haben sich bereits verschiedener. wichtigen Stellungen 
ohne Gefecht bemächtigt." 
Neueste Nachrichten. 
Wien. 16. Okt. Das „Fremdenblatt" erfährt: die Frage 
der Revision des Wehrgesetzes sei bisher in den Kreisen der 
österreichischen Regierung nicht berathen worden; daher könne von
        

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