Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1877
Erscheinungsjahr:
1877
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1877/161/
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Liechtensteinische 
Fünfter Jahrgang. 
Vaduz, Freitag , Jfj*. 41, den 12. Oktober 1877. 
Die liechtensteinische Wochenzeitung erscheint jeden Freitag. Sie kostet für das Znland ganzjährig 2 f!., halbjährig 1 fl. sawmt 
Postversendung und Zustellung in's Haus. Mit Postversendung für Oesterreich ganzjährig 2 fl. 50 kr., halbjährig l fl. 25 kr.Mr das 
übrige Ausland ganzjährig S fl., halbjährig l fl. 10 kr. ohne Postversendung. — Man abonnirt für das Zn- und Ausland bei der 
Redaktion in Vaduz oder bei den betreffenden Postämtern. — Einrückungsgebühr für die 2gespaltene Zeile 5 fr. —Briefe und Gelder 
werden franco erbetenen die Redaktion in Vaduz. 
Nichtamtliche Anzeigen. 
Photographie! 
Sich photvgraphiren zu lassen, ist einem verehrlichen Publi- 
tum jederzeit Gelegenheit geboten bei 
K. Kirchthaler, 
Buchbinder in Vaduz. 
Mechanische Leinenspinnerei 
in HOHEXEMll 
empfiehlt sich einem P. T. Publikum zum Verspinnen im Lohne 
von Hemf, Flachs und Abwerg (Kuder) und kann in 
Folge der neuen Verbesserungen und Neuanschaffungen beste und 
prompte Bedienung zusichern. 
Der Spinnlohn beträgt 8 kr. pro Schneller ä 1000 Fäden, 
der Reiblohn für ungeriebenes Material 3 kr. pro Kilo. Oie 
Fracht von den Tit. Agenturen zur Fabrik und retour über- 
nimmt Letztere selbst. 
Wir erlauben uns noch, eine werthe Kundschaft besonders 
darauf aufmerksam zu machen, daß unser Schneller trotz den all- 
gemein eingeführten Meterschneller ä 1000 Meter, dennoch 
sein früheres bekanntes Maß hat, nämlich 1200 Meter, 
was einer Längedifferenz von 20% gegenüber unserer Konkurrenz 
gleichkommt und somit auch auf den Preis im gleichen Ver- 
Hältnisse wirkt. 
Nähere Auskunft wird bereitwilligst ertheilt im Fabriks- 
Comptoir der 
Mech. Leinenfpinnerei Hohenems 
Joh. Bapt. Salzmann, 
sowie bei deren Agenten 
den Herren Sam. Salzgeber in Blttdenz. 
Math. Bechtold in Feldkirch. 
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Ferd. Höfle, Seiler in Dornbirn. 
Ios. Schneider am Kornmarkt in Bregenz. 
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(H-605-G1.) Schiefertafelfabrik Engi, Glarus. 
Vaterländisches. 
Badnz, den 9. Okt. Sonntag den 30. Sept. ereignete 
sich im benachbarten Räfis ein höchst bedauerlicher Unglücksfall. 
Derselbe traf den Zimmermann Leonhard Spitz von dort und 
dessen Tochter, welche durch ein scheu gewordenes Pferd nieder- 
geritten wurden. Der Vater blieb sogleich tobt, während die 
Tochter einige Stunden später ihr junges Leben aushauchte. 
Der „Werdenberger" schildert das Nähere des Unglücks- 
falleS wie folgt: 
In Folge baldigen Einrückens in den Militärdienst heab- 
sichtigten die drei Kavalleristen, Rohrer z. Schäfli, Kaufmann 
Rohner, Grabs und Parav. Hilty, Kaufhaus Buchs, einen 
Spazierritt nach Trübbach zu machen und wurde derselbe Sonn- 
tag Mittag auch ausgeführt. Es ist allerdings Thatsache, daß 
das Pferd von Hilty etwas störrisch ist , dennoch aber bisher 
als Militär - Pferd verwendet werden konnte. Es hatte die 
Eigenthümlichkeit, wie viele andere, daß es sich weigerte, bei 
einer Schmiede vorbeizugehen und das sollte es eben an jenem 
Sonntag. In Räfis brachte Hilth das Pferd bei der Schmiede 
von Herrn Schwendener unter keinen Umständen mehr vorwärts 
und entschloß sich daher zur Umkehr, um ein anderes Pferd zu 
holen, während die andern beiden vorwärts ritten. Kaum um« 
gekehrt, setzte sich das Pferd in solchen Galopp, daß man an- 
nehmen mußte, es sei scheu geworden. 
Zum Unglück brach noch die Kinnkette, so daß Hilty alle 
Macht und Gewalt über dasselbe verlor. Beim alten Hirschen 
befand sich genannter Leonhard Spitz und seine Tochter, welche 
auf der Landstraße gegen Buchs zugingen. Es ist konstatirt, 
daß Hilty fortwährend mit dem Rufe: „Fliehen!" vorwärts 
sprengte. Ob die zwei Leute den Ruf nicht vernahmen oder 
nicht mehr Zeit fanden, auszuweichen, wird unerörtert bleiben. 
Kaum gedacht, war das Unglück schon geschehen. Spitz wurde 
niedergeritten, durch den Anprall stürzte das Pferd und fiel auf 
die Tochter Spitz, während der Reiter vorwärts geschleudert 
wurde. Das Ganze war das Werk eines Augenblicks. Hilty 
ist ebenfalls verwundet, doch nicht lebensgefährlich. 
Es ist wirklich traurig, daß zwei Menschen auf so elende 
Art um's Leben kommen mußten, und wir sind überzeugt, daß 
sich Hilty schwere Sorgen deßwegen macht. Vorwürfe verdient 
er aber nicht, vielmehr ist er zu bemitleiden. 
Badnz, 10. Okt. Die Ungunst der Witterung dauert in 
beunruhigender Weise fort. Nachdem in den letzten Tagen die 
Berge fast bis zur Thalsohle mit Schnee bedeckt wurden, sank 
der Thermometer heute früh in Vaduz auf 1% Grad Kälte. 
Die bisher verschont gebliebenen Weinberge sind hiedurch 
empfindlich getroffen worden, so daß die Aussichten auf einen 
„anständigen Tropfen" nur mehr gering sind und auch durch
        

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