Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1877
Erscheinungsjahr:
1877
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1877/158/
158 — 
gemein eingeführten Meterschneller a 1000 Meter, dennoch 
sein früheres bekanntes Maß hat, nämlich 1200 Meter, 
was einer Längedifferenz von 20 % gegenüber unserer Konkurrenz 
gleichkommt und somit auch auf den Preis im gleichen Ver- 
Hältnisse wirkt. 
Nähere Auskunft wird bereitwilligst ertheilt im Fabriks- 
Comptoir der 
Mech. Leinenspinnerei Hohenems 
Joh. Bapt. Salzmam», 
sowie bei deren Agenten 
den Herren Sam. Salzgeber in Bludenz. 
Math. Bechtold in Feldkirch. 
Jos. Wächter, Postmeister in Schaan. 
Jos. Breuß, Holzhändler in RLthis. 
Ferd. Höfle, Seiler in Dornbir». 
I o s. S ch n e i d e r am Kornmarkt in Bregenz. 
2.1 Kasp. Hermann in Hard. 
Mech. Lemmspinnerei Schleitheim (Kt. Schaffhausen), 
badisede Station Stühlingc n. 
Wir empfehlen uns zum Verspinnen von 
im Lohne unter Zusicherung gewissenhafter und billigster Bedienung. Zusendungen übermitteln: 
Wittwe Dinner, Salez. — Chr. Eggenberger, Sevelen. — Hch. Kuhn, Handlung, Trübbitch. 
A. Mohr, Mayenfeld. Gebr. Nescher, Gamperin. — M. I. Oehri, Eschen. 
— Seger, Handlung, Vaduz. — 
Denzler, Mßs««G & Co . 
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Vaterländisches. 
Vaduz, den 3. Oktbr. Die letzten Septembertage haben 
die vorher nur droheude Reifgefahr zur Wirklichkeit gemacht. 
Am 27. und 28. Sept. sank der Thermometer auf 0. 
Am Meisten soll der Türken und namentlich der tiefländige 
gelitten haben. 
Die Weinberge können wegen ihrer erhöhten Lage und der 
schon stark im Reifen vorgeschrittenen Trauben größtentheils als 
gerettet angesehen werden. 
Schlimmer lauten die Nachrichten aus andern Gegenden. 
Den -Basler Nachrichten gehen über die Folgen der Fröste 
vom 27. und 28. Sept. die beunruhigendsten Berichte ein: 
„Ein ganz bedeutender Schaden zeigt sich in den Reben; alle 
Trauben, die noch nicht reif waren, sind erfroren, und nur der 
weitaus kleinere Theil war gereift. Die erfrorenen Beeren haben 
eine röthliche Farbe, was den Rebbergen ein ganz eigentümliches 
Aussehen gibt." 
Aus dem Kanton Zürich vernehmen wir: Die Hoffnungen 
auf einen schönen Ertrag der Weinernte sind zunichte geworden. 
Traurig blickt der Landmann nach den Weinbergen, an deren 
liebliches Grün ein unheilvolles Schwarz getreten ist. Der starke 
Reif in den Nächten des 27. und 28. Herbstmonats hat ihn 
um die Früchte seines Fleißes und seiner Mühen gebracht. 
Die Nachrichten aus Deutschland läuten nicht weniger un- 
günstig. So berichtet man 
aus Reutliugen, 28. September: Die Herbstaussichten 
vermindern sich leider von Tag zu Tag. Die Fröste dauern 
nun schon 3 Tage an und was der eine verschonte, fällt dem 
andern zum Opfer. Die niedern und mittleren Lagen unserer 
Weinberge sind vollständig erfroren und die oberen Lagen haben 
sehr Roth gelitten. Es ist ein trauriger, schmerzlicher Anblick, 
die schönen Halden, welche noch vor kurzer Zeit einen so reichen 
Ertrag versprachen, nun entlaubt oder gebräunt stehen zu sehen, 
jeder Herbstaussicht beraubt. In den benachbarten Weinorten ist 
es wie bei uns; auch im Unterlande schadet der Frost sehr be- 
deutend. Mit der Masse des Weines ist es überall vorbei; 
selbst aus der Pfalz und dem Elsaß schreibt man, daß es gut 
gehen müsse, wenn noch die Hälfte des vor acht Tagen sicher 
gehofften Ertrages brauchbar werde. 
Aus Traben an der Mosel, den 18. September. Man 
blickt mit Bedauern auf die Fülle der Trauben, die einen vollen 
Herbst versprechen, aber bei der Fortdauer der kalten, schlechten 
Witterung uns nur einen ganz geringen, schlechten Wein in Aus 
ficht stellen. Ob bei einem totalen Umschwung des Witterungs- 
ganges noch eine mittlere Qualität erreicht werden könnte, muß 
nach dem gegenwärtigen Standpunkt der Trauben vorerst noch 
bezweifelt werden. 
Aus Heilbronn. Der letzter Tage eingetretene Frost hat 
in den Weinbergen an den noch harten Trauben ernstlich Scha- 
den verursacht und die Herbstaussicht abermals reduzirt. Die 
Weinpreise steigen bedeutend. 
Vaduz, den 4. Oktober. Die j ü n g st e n M a r k t b e r i ch t e 
aus dem schweizerischen Nachbarlande lauten was Viehabsatz an- 
betrifft übereinstimmend günstig. So berichtet der „Werden- 
berger" aus Altstätten: Der Viehmarkt vom letzten Donnerstag 
war ziemlich stark befahren. Der Verkehr namentlich am Mor- 
gen — Dank den anwesenden Israeliten, welche hauptsächlich 
ältere Mittel- und geringere Waare suchten — sehr belebt; den 
Vormittag hindurch etwas flauer, immerhin wurde bei gedrückten 
Preisen ziemlich viel verkehrt; fette und halbfette Metzgerwaare 
theuer-unwerth. — Schafmarkt nicht sehr groß; den Preisen 
nach zu schließen müssen dieselben theuer in den Händen der 
Verkäufer sein, oder aber — dieselben wollen sehr viel Profi- 
tiren. — Der Schweine markt war namentlich mit ganz 
kleiner Faselwaare und sog. „Jagern" gut besetzt; Preise der 
erster« von 26 bis 34 und der letztern von 100 bis 120 Frkn. 
per Paar. Im Ganzen genommen Verkehr flau und Waare 
unwerth. — Am meisten Leben zeigte sich auf dem Obstmarkte, 
auf welchem ca. 2500—2800 Zentner aufgeführt sein mochten. 
Ziemlich allgemein glaubte man am Mittwoch Nachmittag, als 
über 20 Eisenbahnwagenladungen des Transportes auf den Markt- 
platz harrten auf bedeutenden Rückgang der Preise, sah sich je- 
doch am Donnerstag Morgen hierin ziemlich getäuscht. Rechte 
Waare behauptete ordentliche Preise. Es wurden Mostäpfel zu 
4—6 Frkn., Mostbirnen zu 5—8 Frkn., Lenglen sogar bis 
9 Fr. verkauft. Schönes Eßobst galt verhältnißmäßig mehr. — 
Erdäpfelmarkt mittelmäßig besetzt. Berkausspreis zwischen 
3% bis 4*4 Frkn. Butter behauptet stets den frühern 
hohen Preis und wird, so lange man die Speisen geschmalzt 
haben will, nicht mehr um Vieles fallen. 
Ueber den letzten Markt in Ragaz (25. Sept.) schreibt 
der „Oberländ. Anzeiger": Der gestrige Markt erfreut sich einer 
vielseitig günstigen Nachrede. Er war von. Vieh außerordentlich 
stark befahren und fanden sich auch eine große Zahl Viehhändler 
ein. Der Handel gieng schon bei Zeiten flott und wurde bis 
gegen Mittag sehr lebhaft. Die Händler bezahlten fast ohne zu 
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