Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1876
Erscheinungsjahr:
1876
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1876/193/
Liechtensteinische 
Vierter Jahrgang. 
Vaduz, Freitag 
Nr. 49. 
den 8. Dezember 1876< 
Die liechtensteinische Wochen,eitung erscheint jede« Freitag. Sie kostet für da« Inland ganzjührig Z fl., halbjährig 1 fl. sam«« 
Z>»ft«ersend«ng und Zustellung in'« Kau«. Mit Postversendunz für Oesterreich gan»»Shri» » fl. 50 fr., haldjährig l fl. zs kr.; für d«t 
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Redaktion in Vaduz oder bei den betreffenden Postämtern. — Einrückungtgebühr für die zgespaltene Zeil« 5 fr. — Briefe und Gelder 
«erde,, franco erbeten an die Redaktion in Vadu», 
Die verehrt. Mitglieder deS Garantievereins für 
die Liechtenst. Wachenzeituug werde« auf Sonntag den 
10 Deeember Nachmittags 4 Uhr im Gasthaus zur 
„Linde" i« Vaduz zn einer Plenarversammlung 
eingeladen. 
Baduz, de« 6. Deeember 1876. 
Die Redaetio«. 
Vaterländisches. 
Vaduz, den 6. Dez. Herr Landesverweser von Hausen 
ist letzter Tage plötzlich nach Wim berufen worden. In Folge 
dessen ist die aus den 4. Dezember festgesetzte Eröffnung deS 
Landtages bis auf Weiteres verschoben worden. 
Stahlt), 6. Dez. Gestern Mittags brach in einem jungen 
Walde im sogenannten Eichwalv oder Maierhoftobel (Gemeinde 
Triesenberg) durch eine bisher unbekannte Ursache Feuer auS, 
welches durch heftigen Föhnwind angefacht eine gefährliche 
Ausdehnung anzunehmen drohte; doch wurde dasselbe früh- 
zeitig genug vom Thale und von Triesenberg auS bemerkt. In 
Triesenberg, Triefen, Vaduz und Schaan ertönten die Sturm- 
glocken zur schleunigen Hilfeleistung. Dem raschen Herbeieilen 
der Feuerwehrmannschaften auS den genannten 4 Gemeinden 
ist eS zu danken, daß der beginnende Waldbrand gedämmt 
worden ist. Wäre die Hilfe nur % Stunde später eingetroffen, 
so hätte sich das Feuer auf den naheliegenden Schwefelwald 
der gegenwärtig mit großen Massen dürren Buchenlaubes be- 
legt ist, fortgepflanzt und einen Waldbrand erzeugt, der durch 
den Föhnwind geschürt an Größe und Schauerlichkeit nichts 
zu wünschen übrig gelassen hätte. 
Baduz, 6. Dez. Am Hinterrhein, Albula und Iulier, wie 
auch am Borderrhein regt man fich für eine Eisenbahn. Thu- 
fiS und SilS haben bereits bezügliche Eisenbahnsubventionen 
beschlossen. Man Hofff durch Erstellung von Thalbahnen durch 
die beiden Rheinthale wenigstens bis Thusis und Jlanz den 
Waaren- und Personenverkehr wieder zu beleben, indem erstere 
Route — wie „Tagblatt" ausführt — vermitelst der im Pro 
jekt liegenden italienischen Bahn bis Chiavenna gegenüber dem 
Brenner Konkurrenzfähigkeit erhalten, letztere vermittelst der 
Lukmanierstraße Anschluß an die tessinischen Bahnen finden 
und also vorläufig bis zur einstigen Bollendung der Gotthard- 
bahn den Verkehr mit Piemont an fich ziehen und dadurch die 
Lukmanierstraße beleben würde. 
Vaduz, den 6. Dez. Ueber den letzten Sarganser Markt 
berichtet der „Werdenberger Anzeiger" vom 23. November 
folgendes: 
Der heutige Viehmarkt mx hier sehr stark befahren, doch 
wurde im Berhältniß wenig gehandelt. Die Waare war, wie 
die Bauern zu sagen pflegen „uwärth-thüür". Auf alte Käl 
ber und Rinder war keine Nachfrage. Am meisten wurde 
mit „g'reiseten" Kühen oder Zeitkühen gehandelt, für dir immer- 
hin noch hohe Preise bezahlt wurden. UebrigeuS vermißte 
man einige Hauptkäufer, die Tag< zuvor am Seveler- und 
Oberbruck-Markt ihre Einkäufe gemacht haben sollen. Metzg- 
pferde wurden auch ziemlich viel aufgetrieben, aber bereits 
keine gekauft. In den letzten Jahren wurden in unserer Ge- 
gend eine Menge solcher abgestandener Gäule geschlachtet und 
man sagte, daß das Fleisch gar nicht übel schmecke. Wir 
glauben aber fast annehmen zu müssen, daß daS Rind- und 
Ochsenfleisch doch noch besser schmecken muß, sonst hätten diese 
wohlfeilen Schlachtthiere doch gekaust werden müssen. 
Die Bauern, welche noch gerne Bieh verkaufen möchten, 
tragen fich indessen mit der Hoffnung, daß der nächste Ra- 
gatzermarkt recht gut werde, was allerdings sehr zu wünschen 
wäre. , 
Vaduz, den 7. Dez. Die Börsenkurse der bedeutendsten 
österreichischen Effekten zwischen 1374 und jetzt verglichen ge- 
ben ein trauriges Bild deS österr. Geldmarktes. 
ES standen: 1874 1875 1376 
höchster höchster niedrigster 
Oefterr. Hilberrente 
Papierrente 
1860er Lose 

CurS 
69-/s 
66% 
110% 
CurS 
70% 63% 
tt 
If 
0 
Nationalbankaktien 1057 % 
Creditaktien . . 263 % 
StaatSbahn . . 352 y 8 
Nordwestbahn . 203 
» Galizische Bahn 269$ 
„ Elisabethbahn . 230y 4 
„ Franz-Josephbahn 221 % 
20Fr.-Stücke in Wien . 9.04 
Darmstädter Bank . . 163 */£ 
DiSconto-Kommandit'Bank 194% 
Deutsche Effektenbank . 119^ 
3 o/o ige französische Rente 64.25 
5^/gige italienische Rente 68.70 
3"/l,ige englische ConsolS 93 7 / lß 
65% 
124 
886 
220 
288 
144% 
221 % 
173% 
168 
9.15 
184% 
180 
114 
66.92 
73.80 
957/1« 
60*/ 16 
793 
160 
237 V 2 
117 
167 
135'/« 
128 
8.86 % 
106 % 
114% 
103% 
62.12 
6637 
92'5/u 
heutiger 
EurS 
52i/ 2 
48 V t 
192 
658 
110 
207-/2 
94 
156% 
107 
95 
10.14 
99% 
107 
102% 
70.32 
70.15 
95% 
Ausland. 
Deutschland. DaS Schweigen über die Politik, «eiche 
Deutschland in »cm orientalischen Handel einnehmen wird, ist 
endlich durch gewichtige Eröffnungen de» Fürsten Bismarck ge- 
brechen. Die „Köln. Ztg. berichtet hierüber unter dem S. De* 
zember Folgendes: „Gestern hatte Fürst Bismarck den ge» 
sammten Borstand deS Reichstage» zu Tische geladen. ES wa-
        

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