Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1876
Erscheinungsjahr:
1876
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1876/181/
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Liechtensteinische 

Vierter Jahrgang. 
Baduz, Freitag 
Xr. 46. 
den 17. November 1876. 
Die liechtensteinische Wochenzeitung erscheint jeden Freitag. Sie kostet für da« Inland ganzjährig 2 fl., halbjährig l fl. samm^ 
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Redaktion in Vaduz oder bei den betreffenden Postämtern. — EmrückungSgebühr für die sgespaltene Zeile s kr. — Briefe und Gelder 
werden franeo erbeten an die Redaktion in Vaduz. 
Vaterländisches. 
Vaduz, 14. November. In Nr. 24 dieser Zeitung ver 
öffentlichte Unterfertigter einen Artikel über Lebens- und Al- 
terSvelsicherung und über die von ihm dahier vertretene An- 
stalt, die LebenSversicherungS- und Ersparnißbank in Stuttgart. 
Ohne auf eine Wiederholung des dort Gesagten einzugehen, 
wird sich hier wieder erlaubt, auf die ersprießliche Wirksamkeit 
dieser Anstalt aufmerksam zu machen. Der Bankfond beläuft 
sich auf 2t Millionen Mark; seit dem Bestehen der Anstalt 
find etwa Sy 2 Mill. M. für Sterbefälle und 5^ Mill. Di- 
videnden an die Versicherten ausbezahlt morden. Das Ver- 
trauen des Publikums wendet sich aber auch dem Institut Lon 
Jahr zu Jahr in erhöhtem Maße zu, so daß Ende Oktober 
29,918 Versicherungen in Kraft waren mit einer Versicher- 
ungSsumme von Mark 112.837,000; und vom 1. Jänner bis 
Ende Oktober versicherten sich wieder neu 2908 Personen mit 
M. 16.018,700. Die DurchschnittSdividende der LebenSver- 
sicherten beträgt 38 % der Prämie, und die vorsichtige und 
solide Verwaltung hat bisher allen und jeden Verlust 
von ver Anstalt fern gehalten, was in unserer Zeit deS so 
häufig unsoliden GebahrenS hoch anzuschlagen ist. Bei schon 
länger dauernder Versicherung kann der Versicherte auf seinen 
Versicherungsschein (Polizze) auch Anlehen von der Bank er- 
halten. 
Zu jeder anderweitigen Auskunft ist.stets bereit und ladet 
zum Beitritt ein 
Oberlehrer Hinger. 
Vaduz, 15. Nov. Ueber das Ergebniß der Weinlese in 
der Schweiz schreibt der „Oberl. Anz." folgendes: 
In der bündnerifchen Herrschaft ist die Qualität sehr 
gut. Die Wägungen ergaben durchschnittlich 92—97, aus- 
nahmSweife gar 102°. Quantität 100—120 Maß per Klaf- 
ter zu 40Q\ Preise 90—115 CtS. per Maß. 
In Rheineck sind in den bessern Lagen 100—115 Fr. 
per Saum bezahlt worden. 
JnRapperfchwyl bleibt die Quantität beinahe Vz hin 
ter den Erwartungen zurlck, dagegen wird die Qualität ge- 
rühmt. Die Preise variiren zwischen 40—60 Fr. per Eimer 
(80 Maß), je nach Lage und Gewächs. 
In der Lavaur (Waadt) sind die Preise ziemlich hoch 
und hält eS schwer, Wein unter 57—62 CtS. zu bekommen. 
In den besten Lagen gilt solcher bis 75 CtS. Nvorne Fr. 
56-58. 
In Hallau wurde rotheö Gewächs zu 60, weißes zu 
30—33 Fr. verkaust. Teufener rotheS Gewächs galt 70, wei- 
ßeS 40 Fr. , 
In Wallenstadt zeigte das Gewächs an der OechSlin- 
fchen Waage die Ziffer 98 und 99 von alten und 88 von 
jungen Reben. Bis jetzt wurden Einkäufe von Fr. 1. 10 
bis 1. 20 per Maß gemacht. 
In Gold ach blieb der Ertrag wie allerorts hinter den 
gehegten Erwartungen zurück; dagegen wird die Qualität dem 
Holdacher wieder alle Ehre machen und ein gesuchter Artikel 
werden. 
In Altstätten hat der diesjährige rothe Forst-Wein 98 
Grad und der weiße 88 Grad (OechSlin'sche Probe) gezogen. 
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Ausland. 
Nach den neitesten Nachrichten steht eS um den europäischen 
Frieden bedenklicher als je. Der Premierminister von Engtand 
und der Kaiser von Rußland haben dieser Tage als die beidett 
Hauptpersonen des DramaS gesprochen und zwar in einer 
nichts weniger als friedliebenden Weise. Nachstehend geben 
wir einen größern Auszug aus der Rede, welche der englische 
Premierminister beim Lord-Mayor-Bankett in Erwiederung deS 
Toastes auf das Ministerium gehalten hat. Einleitend sagt er: 
Schon vor einem Jahr habe er an demselben Tage vor- 
ausgesagt daß der bosnische Aufstand zu den bedenklichsten Ver- 
Wicklungen führen könne; dann fuhr der Minister fort: „Ich 
wollte diese Gelegenheit ergreifen um darzulegen, welche zwei 
großen Gegenstände die Regierung hinsichtlich jener kritischen 
Verhältnisse vorgeschlagen, seit ich zuletzt die Ehre hatte zu 
Ihrem Vorgänger zu reden. Unser erstes Ziel war es den 
Frieden Europas aufrecht zu erhalten. (Beifall)... Um daS 
Ziel zu erreichen, hielten wir eS für das weiseste an jenen 
großen Verträgen festzuhalten, welche die englische und alle an- 
dern Regierungen der Großmächte geschlossen und aufrecht er- 
halten haben. Diese Verträge sind nicht veraltet. ES sind 
nicht antike staubige Urkunden, schlecht passend für die Verhält- 
nisse der gegenwärtigen Stunde und den Geist der Zeiten in 
welchen wir leben.... ES ist noch nicht 20 Jahre her daß 
der Vertrag von Paris wirksam gemacht worden und vor nur 
fünf Jahren — 1871 — wurde jener Vertrag revidirt und 
erneuert unter besonders feierlichen Verhältnissen ... Die lei- 
tenden Grundsätze desselben wurden wieder sanktionixt durch 
die bedeutendsten Staatsmänner Europa's, worunter ich auch 
hochherzig die rechnen will, welche uns im Amte vorangingen, 
(Beifall) und zwar gerade hier in dieser Hauptstadt. Und 
waS, darf ich fragen, waren die leitenden Grundsätze dieses 
Vertrages? ES war eine umfassende und vollständige Anerken- 
nung, haß eS die beste Sicherheit für Aufrechterhaltung des 
Friedens Europa's ist die Unverletzlichkeit deS türkischen Reiches 
aufrecht zu erhalten." (Beifall.) Der Minister erwähnte dann, 
die englische Regierung habe diesem Prinzip gemäß zu handeln
        

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