Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1876
Erscheinungsjahr:
1876
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1876/180/
180 
Dnieper-Mündungen ist bereits beendigt. Der Truppentrans- 
Port nach der türkisch-astatischen Grenze nimmt kolossale AuS- 
Dehnungen an. DaS Ergebniß der holländischen Anleihe wird 
4uf 30 Mill. Rubel berechnet; die Moskauer Altgläubigen 
ihrerseits schießen 40 Mill. Rubel vor. 
London, 6. Nov. CS bestätigt sich daß die Regierung den 
Zusammentritt der Konferenz vorbereitet. Lord LoftuS meldete 
W ^ivadia hieher daß stch dort eine vorwaltend friedliche 
Strömung geltend mache. 
Lotcho», 6. Rov. England empfiehlt als Konferenz-Grund - 
jage die UnantaAbarkit der Integrität des türkischen Reichs 
und den vorhergehenden Verzicht aller Mächte auf einen Ge- 
tjeWewinn. 
Konstantinopel, 6 Nov. Die Mohammedaner Bosniens 
beabsichtigen vor dem Beginn der Konferenz durch eine groß- 
«tttige Kundgebung dafür Zeugniß zu geben daß sie unter der 
Herrschaft der Pforte bleiben motten. 
Vermiedenes. 
• Ein Riesenpaar, welches vor ewigen Jabren auf 
der bisher gesondert betriebenen Schaureise in London zusam 
mentraf und die Gelegenheit benutzte, um sich am Traualtar 
zu einem vereinigten Gang durch das Leben zu verbinden, hat 
sich nunmehr, nach Erwerbung eines genügenden Vermögens 
im Schauzelte, in Rochester bei New-Aork zur Ruhe gesetzt. 
Der Many ist Kapitän BateS, 7'/ 2 Fuß messend, die Frau 
geborne Anna Swan einen Zoll länger. Jedes ver Beiden 
wiegt über 400 Pfund. 
* Man liest in den „DailyNews": Im Zahrej 1745 lebte 
zu BishopSgate in London ein Gastwirth, welcher seinem Er- 
ben das von ihm besessene Hchankgeschäst unter der auSdrückli- 
chen Bedingung vermachte, daß weder das HauS, noch die 
Schänke, noch das Comptoir jemals gereinigt werden dürfen, 
wenn nicht sie und ihre Erben für immer die Erbschaft verlie- 
ren wollten. Kein Besen, kein Federwisch oder Abstauber sollte 
je einen Gegenstand in den Lokalitäten berühren. Außerdem 
verbot das Testament, daß einem Kunden je mehr als eine 
Unze Flüssigkeit auf einmal eingeschenkt werde, und dies galt 
sowohl von Gin, WhiSky und Rum, als vom Bier. Diese 
Geschichte ist so wahr, daß am 1. August vor QuenSbench 
(dem königlichen Gerichtshof) 130 Jahre nach dem Tode deS 
ersten Erblassers, ein Prozeß wegen einer Lizenz zur VerHand- 
hing kam, welche das Gericht einem Seitenerben, der ein ähn- 
licheö Testament errichten wollte, verweigert hatte. Es ist wahr, 
daß das erste Schankgefchäft Glück gemacht hatte; man ging 
auS Neugierde dahin, um zu trinken. Der Unrath, welcher 
sich seit anderthalb Jahrhunderten in diesen Lokalitäten gehäuft 
hfltte, übersteigt jeden Glauben. Diese ekelhafte Antiquität be- 
sieht noch, und seit 1745 wurde kein GlaS ausgespült. DaS 
Tribunal fand, daß ein solches Exemplar für London genug 
sei ; es verbot daher jede Einrichtung eines solchen neuen Lo- 
kglS und ließ alle Plakate abreißen, welche einem Elite-Publi- 
kum die Etablirung einer zweiten solchen Restauration in Trot- 
tenham Eourt-Road ankündigte. 
Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: Dr. Rudolf Schädler. 

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