Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1876
Erscheinungsjahr:
1876
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1876/149/
Liechtensteinische 
Vierter Jahrgang« 
Vaduz, Freitag 
Nr. 38. 
den 22. September 1876. 
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«erden franco erbeten an d»e Redaktion in Nabu,. * 
Amtlicher Theil. 
Currende 
an alle Gemeinden. 
Ueber Antrag der landschaftlichen Alp-Kommisston werden 
nachbenannte Alpbedienstete in Anerkennung ihrer erfolgreichen 
Verwendung während der heurigen Sommerung öffentlich 
belobt: 
1) Der Senn Ferdinand Vogt der Genoffenschast Gapsahl, 
2) Der Kuhhirt Johann Schädler Rr. 149 vonTrieSner* 
berg der Kuhalpe Guschg. 
Fürftl. Regierung 
Vaduz, den 12. September 1876. 
v. Hausen. 
Currende. 
Die Regierung findet vom heurigen Jahre an die Pferde- 
prämiirung gleichzeitig mit jener deS Horn- und Borstenviehes 
bei der ViehauSftellung in Vaduz vorzunehmen. 
Als gemeinschaftlicher Ausstellungstag wird der 7. Novem- 
ber festgesetzt. ES ergeht hiemit an die Pferdebesttzer und Vieh- 
züchter die Einladung, die um 10 Uhr Vormittags beginnende 
Ausstellung zahlreich zu besuchen. 
Die übliche Zuchtstiervorbeschau wird anberaumt: 
a) für die Gemeinden der untern Landschaft auf den 26. 
September Vormittags in Bendern und 
h) für die obern Gemeinden auf den 28. September in 
Vaduz. 
Fürftl. Regierung 
Vftduz, am 17. September 1876. 
v. Hausen. 
Vaterländisches. 
Vaduz, den 18. Sept. Letzten Sonntag hatten wir das 
Vergnügen, den „Schaaner Männergesangverein" auf dem 
Schlöffe in Vaduz zu hören. Die Vorträge desselben beweg- 
ten sich in geselligen und deutsch-patriotischen Liedern, welche 
von dem zuhörenden Publikum anerkennend applaudirt wurden. 
Sowohl der Vortrag als auch die Stimmmittel des Vereines 
lassen auf eine tüchtige Leitung desselben und sehr bildungS- 
fähige GesangSkräfte schließen. Wir möchten die Leistungen 
und die Geselligkeit deS Schaaner Männerchores unfern in- 
lündischen schon bestehenden oder noch entstehenden Äesangver- 
einen zum Vorbilde bestens empfehlen. 
Badnz, den 19. Sept. Letzten Mittwoch den 13. Sept. 
ereignete stch in unseren Bergen ein bedauerlicher Unglücksfall. 
Zwei Männer aus Graubünden gingen an dem genannten 
Tage burch die steilen Gehänge der rothen Wand gerade ob 
dem s. g. Triesner Raas, als einer derselben ausglitt und von 
Satz zu Satz über thurmhohe Felsen hinunterstürzte. Trotz 
deS HMn Falles blieb der Unglückliche nicht todt, wurde aber, 
wie stch dWn läßt, schrecklich zugerichtet. Der schwer Ber- 
letzte wurde sodann in die naheliegende Sennhütte der Alpe 
Valüna gebracht, von wo er am andern Morgen m seine Hei- 
mat (nach Luziensteig, wo derselbe Besitzer des dortigen Gast- 
hauseS ist) tranSportirt wurde. Wie der Begleiter des Verun- 
glückten angibt, wollten Beide verlorengegangene „Gizi" auf- 
suchen. (?) Ohne übrigens diesen Unglücksfall, den wir seht 
bedauern, zu Anspielungen zu benützen, so liegt doch der Zweck 
der . äußerst zahlreichen Besuche, die unsere Herren Rachbarn 
auS Graubünden zur Zeit der Jagderöffnung unfern Jagd- 
revieren von Jahr zu Jahr abzustatten pflegen, zu nahe, als 
daß man an die jährlich stch wiederholenden Borwände de5 
„Gizi- oder SchafsuchenS" mehr glauben könnte. In Folge 
der unbegrenzten Jagdfreiheit in Graubünden ist eS so weit 
gekommen, daß die Anzahl der Jäger die deS WildeS um eine 
ansehnliche Summe überragt. Die nächste Folge davon ist, 
daß eine gewisse Anzahl unserer jagdlustigen Rachbarn ander- 
wärtS über den heimischen Grenzpfahl hinaus die unersättliche 
Jagdlust zu befriedigen trachtet. Od eS nun den Herren Re 
publikanern, die doch das richtige Recht mit der Muttermilch 
schon haben wollen, gut ansteht, wenn sie mit Wehr und Waffe 
in die Jagdreviere benachbarter Grenzländer einfallen, stellen 
wir denselben zur Beherzigung anheim. 
* Baduz, 20. Sept. Zur Arlbergbahnsrage schreibt diß 
„Feldkircher Zeitung" unterm 19. Sept. Folgendes: 
Wenn auch die hochwichtige Bedeutung der Arlbergbahtt 
in handelspolitischer Beziehung, allseitig zur Geltung gelangt 
ist, so mögen doch noch immer finanzielle Bedenken hie und 
da stch der endlichen Inangriffnahme deS ArlbergtunnelS in 
den Weg gestellt haben, was wohl vorzüglich feinen Grund 
darin haben mochte, daß seiner Zeit für den kürzesten Tunnel 
von 5520 Meter Länge eine Arbeitszeit von 8 bis 11 Jahren 
angenommen wurde. In dieser Beziehung dürste stch die Tun- 
nel-Frage heute wohl anders und zwar außerordentlich günstig 
gestalten. Ein englischer Ingenieur hat nämlich eine Bohr- 
Maschine erfunden, die bei einem Luftdruck von 4 AtmoSphä« 
ren gestatten soll, in einer Minute den Tampon (Bohrer) 
1000 Stöße machen zu lassen. Mit dieser Maschine soll eS 
möglich sein, durch das härteste Gestein im Tunnel in 24 
Stunden 12 Meter Fortschritte zu machen. Und daß diese 
Erfindung nicht bloS auf dem Papiere stch befindet, beweiset 
die Thatfache, daß der Unternehmer deS Gotthardtunnels, Favre, 
damit jetzt schon 8 bis 9 Meter in besagter Zeit erreicht. Mit 
dieser Maschine wäre eS daher möglich, daß der 5520 Meter
        

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