Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1876
Erscheinungsjahr:
1876
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1876/134/
/ 
litten habe. Der Redner hob hervor, daß daS Volk durch leere 
Versprechungen in den Kampf getrießm wordch und die in 
hintechM ausblieben 
sei. EffM^Hnter Wqem WMlaWWt „M«p,th", Wraüf 
sW ein groM- Gttew in MMsamWng «W>. NU Auch 
vermocht n« mit Mühe die Ruhe herzustellen. Die Versamm 
lung faßtt ven AnlehenSbeschluß, erst nachdem die Regierung 
die Regocirung in Rußland verbürgt hatte. 
Ueber die viel und übel genug berufene« Baschi-Bozuks 
schreibt der bekannte Orientalist Prof. P Blom im norwegi 
schen „Morgevblad": 
. Sobald die Türken Krieg führen, haben sie sogenannte 
„Vaschi-Bozuks", fr i. „Kopflose", in ihrem Heer. Baschi- 
Bvzutö- find irreguläre türkische Truppen, die aus MterMneN' 
Dementen bestehen, nämlich aus tapfern und stolzen Arabern 
aus der Wüste, auS halbwilden, häufig feigen, aber stets 
schlauen Kurden auS Kurdistan, aus Abenteurern aus Syxien 
und den mesopotamifchen Paschaliks, auS arbeitsscheuen Lauern 
und heruntergekommenen Pferdehändlern aus Kleinasien. Sie 
zlnd ihre kleinen Pferde ertragen die größten Strapazen. Als 
leichte Cavallerie übertreffen sie die Kosaken. Ihre Waffen sind 
eine Lanze, ein Säbel, mehrere in der Regel alte Pistolen und 
ein Dolch. Sie führen Lanze und Säbel meisterhaft. Die Lanze 
ist gewöhnlich 8—!0 Fuß lang, von BambuS oder leichtem 
t 
leben ja noch; eS ist ja noch der welcher das gethan am 
Leben. . . . Sollte man wirklich Millionen Russen zwingen 
können, das zu vergessen, dieses Gefühl in sich auszugleichen, 
und eS durch Vertrauen zu dem Staat zu ersetzen der seinen 
Haß gegen Rußland bereits durch so ränkevolle Thaten be- 
wiesen hat? Fragt jeden Russen, Mann für Mann, ob tt 
Oesterreich traue; jeder Russe wird antworten : Rein. Wenw 
»wer kein Russe Oesterreich traut, wer soll glauben daß Oester- 
reich in seiner Allianz mit Rußland aufrichtig sein kann?. 
Daß der Krieg für Rußland ein Unglück ist, und ein schreck- 
licheS Unglück, bezweifelt Niemand. Aber ein weit größeres 
Unglück ist eS den Krieg zum Schaden seiner Würde, seiner 
Ehre, zum Verrath an seiner historischen Aufgabe, zur Krän- 
kung seiner eigenen Nationalität zu vermeiden. Ein Volk, 
welches einmal vor dem Angesicht von ganz Europa einen 
solchen Moment deS allgemein nationalen Schimpfes durchlebt 
hat, ist mehr als auf dem Schlachtfelde mit Flinten und Ka- 
nonen besiegt, eS hat schon die erste Minute moralischen Selbst- 
mordS durchgemacht; zwei, drei solcher schrecklichen Mo- 
mente — und dieses Volk wird nicht mehr im Stande sein die 
Waffen zum Schutze seiner Ehre, ja nicht einmal seines hei- 
matlichen Herdes zu ergreifen. Rußland, daS sich heut aus 
Furcht vor dem Elend des Volkes nicht entscheidet, alles, selbst 
einen Krieg, zu wagen, kann sich morgen als nicht stärker er- 
weisen wie daS unglückliche Bulgarien. 
Frankreich. Der Pariser Korrespondent des „Daily
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.