Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1875
Erscheinungsjahr:
1875
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1875/76/
Dominikus 64, Frick Mathias 59, Marxer Albert 56, Oehri 
Valentin 43, Matt Joh. Georg 43 , Ritter Joh. Georg 47, 
Maier Alois 47, Kaiser Jakob 41, Oehri Lehrer 48, Bieder 
mann Alois 40, Ritter Frz. Jos. 35, Jäger Alois 34, Ritter 
Frz. Jos. 33, Alber Sebastian 29. 
Gamprin: 6 Wahlmänner: Nascher Vorsteher 42. Kind 
Frz. Jos. 38, Altvorsteher 36, Marxer Lehrer 23, Haßler Ge- 
org 27, Oehri Andreas 26. 
R u gg eil: 10 Wahlmänner: Heeb Vorsteher 61, Oehri 
Kaßier 57, HaSler Joh. 45, Heeb Joh 41, Büchel Markar 
35, Oehri Michel 32, Büchel Ulr. 31, Kind Frz. Jos. 3t, 
Büchel Andr. 30, Hoop Andreas 27. 
Schellen berg: 3 Wahlmänner: Wohlwend Andreas 
35, Kieber Frz. Jos 25, Biedermann Jos. 24, Marxer Mein- 
rad 23, Hoop Andreas 22, Kaiser Jos. 22, Büchel Joh. 2!, 
Wohlwend Math. 20. 
Vaduz, 4 Mai. Von folgenden 7 Abgeordneten er- 
lischt dieses Jahr das LandtagSmandat: 
von 5 vom Volke gewählten: 
Herr Landrichter Keßler, RegierungSrath Marxer, Ferdi 
nand Walser in Schaan, RegierungSrath Frz. Jos. Kind in 
Gamprin, Joh. Schlegel in Triefenberg, 
von 2 vom Fürsten gewählten: 
Walser Jos in Triefen, Matt in Mauren. 
Ruggell. Wir erhalten von Ruggell etne kurze Einsen 
dung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt und 
die wir zur Ergötzung der Leser mittheilen: 
Viehmarkt in Ruggell. Der heute hier am 1. Mai ab- 
gehaltene Viehmarkt ist sehr günstig ausgefallen. Es wurden 
aufgetrieben 001 Stück Rindvieh — hievon abgesetzt zu .sehr 
guten Preisen 001 Stück. 
Der Spieler. 
AuS den Erinnerungen eines ArzteS. 
Mitgetheilt von Roderich Benedix. 
(Fortsetzung.) 
Lautlose Stille herrschte im Saale, als der Unglückliche, 
niedergebeugt von Scham, doch seine Seelenzustände mit großer 
Wahrheit schildernd, bis dahin erzählte. Er schwieg hier er- 
schüttert, manches Auge der Zuhörer war naß geworden, ge- 
spannt u. ängstlich lauschten Alle, alö er endlich weiter sprach, 
in der Erwartung, das Geständniß seines Verbrechens und die 
näheren Umstände zu hören. Theobald fuhr also fort: 
„Als ich das letzte Goldstück unter den Händen des Crou-" 
pierS verschwinden sah, verließ mich fast die Besinnung , ich 
ging fort, ohne klar denken zu können. So viel nur^begriff 
ich, für dieses Leben war ich verloren. Die verspielte Summe 
ersetzen konnte ich nicht, das mir geschenkte Vertrauen gemiß- 
braucht zu haben, war ein unsühnbareS Verbrechen, ehrlos, 
als Dieb stand ich in der Welt — meinen alten Vater hatte 
ich mit Schmach und Schande bedeckt — dieses Bewußtsein 
meines Elends und meines Verbrechens war zu entsetzlich, ich 
konnte eS nicht ertragen. Gemartert von Verzweiflung kam ich 
nach Hause. Als ich an dem Zimmer des WirthS vorbeiging, 
stand dieses zufällig offen, ich sah über dem Bette die Pistolen 
hängen. Ich stürzte hinein, ergriff eine derselben, sie war ge- 
laden, Pulver auf der Pfanne. Sorgfältig verbarg ich sie in 
meinem Rocke und betrat mein Zimmer. Auf dem Tische lag 
ein Brief, der in Meiner Abwesenheit angekommen war -— ich 
erkannte meines Vaters Handschrift. Da ein Brief voll Liebe 
ü. Güte, voll väterlicher Freude an dem wohlgerathenen Sohne 
und hier stand dieser Sohn als der elendeste Verbrecher! 
Mir schauderte, ich ließ den Brief unerbrochen liegen^ ich warf 
ejnen Blick auf die Umgebung meines «Zimmers, in dien, ich 
noch vor wenigen Tagen so heiter und zufrieden gewesen, so 
voll freundlicher Aussicht in die Zukunft — in dumpfer Ver 
zweiflung ging ich fort. Es war Äacht! Meinem elenden Leben 
ein Ende zu machen, war der einzige Gedanke, der mich bewegte. 
Nach dem Park hin lenkte sich unwillkürlich mein Schritt, ' 
im dunkelsten Tbeile desselben hielt ich an, ich zog die Pistole 
hervor u. setzte sie an die Stirn. In diesem Augenblicke drang 
ein entsetzliches Stöhnen an mein Ohr— ein Röcheln, wie auS 
tiefstem Grabe. Ich erschräck, mich faßte Entsetzen, ich ließ die 
Pistole fallen und sinnlos eilte ich fort, durch die Nacht hin 
über Berge, durch die Wälder. Was ich in dieser Nacht ge- 
fühlt n. gedacht habe, ich weiß eS nicht mehr. Als der Morgen 
anbrach, fand ich mich in einem eng?n Thale«, meine Kleider 
waren zerfetzt, ich selbst in der fürchterlichsten Abspannung mei- 
ner Kräfte. Stundenlang mag ich da gesessen haben, dumpf 
brütend über mein Elend, den Tod wünschend, und ohne Kraft, 
mir ihn selbst zu geben. Endlich hörte ich Stimmen, — ich 
schreckte auf — Menschen zu sehen, die aus meiner Stirn lesen 
mußten, welch ein Elender ich war, dünkte mir entsetzlich — 
ich entfloh. ES waren die Landreiter, die mich aufgescheucht 
hatten — meine Flucht machte mich, verdächtig — und so 
ward ich verhaftet." 
Hatten die Zuhörer mit der gespanntesten Aufmerksamkeit 
und mit wahrem Mitgefühle der anfänglichen Erzählung deS 
Unglücklichen zugehört, die in jedem Worte das Gepräge der - 
Wahrheit trug, so machte doch der Schluß eine üble Wirkung. 
Der Selbstmordversuch erschien als eine Ausrede, deren Un- 
Wahrscheinlichkeit zu sehr auf der Hand lag. Die Stimmung 
wandte sich gegen den Angeklagten. Seine lebhafte, Theilnahme 
erweckende Erzählung erschien wie eine gut gespielte Komödie. 
(Fortsetzung folgt ) ' 
Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: Dr. Rudolf Schäd'ler. 
Sonntag, den 9. Mai, Nachmittags 4 Uhr, werden im 
Schulhause, zu Schaan 23 Stück ganz gute Gewehre sammt 
Hirschfänger an den Meistbietenden gegen baare Bezahlung 
verkauft. Kaufliebhaber sind^freundlich eingeladen. 
Schaan, den 2.ßMai 1875. 
OrtSvorsteher 
I. W a n g e r. 
Kvrnpreise vom Fruchtmarkt in Bregenz vom 30. April. 
Der halbe Metzen 
beste 
mittlere 
geringe 
fl. 
kr. 
fl. 
kr. 
fl- 
kr. 
Korn 
3 
40 
I 3 
15 
3 
05 
Roggen .... 
2 
80 
2 
60 
2 
50 
Gerste 
2 
70 
2 
50 
2 
30 
Türken .... 
2 
80 
2 
50 
2 
20 
I Hafer 
t 
70 
1 
60 
1 
50 
Thermometerstand nach Reaumnr in Badnz. 
Monat 
Morgens 
7 Uhr 
Mittags 
12 Uhr 
Abends 
6 Uhr 
Witterung. 
April 
28 
+ 4V 2 
+i5y 4 
+14 
fast ganz hell 
u 
29. 
+ n% 
+14 
+13 
bedeckt; etw. Reg. 
»/ 
30. 
•+ 8 
—)— 16 
+15 
hell 
Mai 
1. 
- + 7 
+19 
+ 14 


2. 
+10% 
+ 10% 
+ 8V2 
trüb; Reg. 
H 
3. 
+ 8 
+14 
+11 
fast bedeckt 
n 
4. 
+ 9 
+* 5 *4 
+ 13 
WH 
Telegrafischer Kursbericht von Wien. 
5. Mai Silber . 102.80 
20-Frankenstücke ....... 889 
Druck von Heinrich Graff in Feldkirch.
        

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