Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1875
Erscheinungsjahr:
1875
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1875/52/
— 52 — 
zu halten. Diese Gewerbe liefern ein überaus schätzbares Futter 
in ihren Rückständen, welches den Ausfall in anderem Futter 
decken kann, wenn nur der Betrieb nicht gar zu eingeschränkt 
ist. Denn der Viehstand der mit derartigen Gewerben verbun- 
denen GutSwirthschaften ist in der Regel nur nach dem, auf 
dem GutSareal zu gewinnenden gewöhnlichen Futter berechnet 
und wird erst mit dem jährlichen Wiederbeginn jener Gewerbe 
(über Herbst u, Winter) im Verhältniß der davon zu gewär- 
tigenden Abfälle vermehrt. Schlägt nun das gewöhnliche Futter 
fehl, so braucht man nur kein neues Vieh hinzu zu kaufen, 
um mit Beiziebung der Rückstände von dem technischen Ge- 
Werbebetriebe für den normalen Viehstand Futter genug zur 
vollkommenen Ernährung zu haben, ohne von dem Vieh mit 
Schaden verkaufen oder eS durchhungern zu müssen. Je nach 
dem Umfang der technischen Gewerbe werden aber so viel Ab- 
fälle gewonnen, daß selbst bei großem Mangel an gewöhnli- 
chem Futter der Viehstand — wenn gleich in geringerer Zahl 
wie sonst — noch vermehrt werden kann. Diese Lage ist für 
einen Landwirth die vortheilhasteste, die stch denken läßt; denn 
während Andere einen Theil ihres BiehstandeS um Spottpreise 
verhandeln müssen, um nach Beendigung der Futternoth ihn 
für ungeheure Preise wieder zu ergänzen, wenn anders nicht 
auf Jahre hinaus Unzuträglichkeiten für die Wirthschaft ent- 
stehen sollen; kann er nicht nur den seinigen in ungehinderter 
Zahl beibehalten, sondern er kann noch Vieh um sehr geringe 
Preise zukaufen und nach Beendigung der Futternoth um sehr 
hohe Preise wieder absetzen, oder, wenn eS ihm mehr um mit- 
telbare Fülle seiner Kasse zu thun ist, sogar Futter um theu- 
reS Geld, ohne allen Nachtheil für die nachhaltige Ertrags- 
fähigkeit des Gutes, veräußern. WaS Andere in bittere Ver 
legenheit versetzt u. in den größten Schaden bringt, das wird 
für ihn zur Quelle größten Gewinnes. 
ES ist natürlich, daß nicht Jedermann in der Lage sein 
kann, stch dieses großen VortheilS zu bemächtigen; daß eS aber 
von demjenigen, welcher eS kann, unklug wäre, wenn er den- 
selben nicht so gut als möglich für stch ausbeuten wollte, ist 
eben so klar. 
Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: Dr. Rudolf Schädler. 
Amtliche Anzeigen. 
® b i lt. 
Von dem fürstl. Landgerichte ist auf Ansuchen deS Herrn 
Johann Georg Marxer zu Vaduz in Vertretung mehrerer 
UnterpfandSbesttzer, die Einleitung der Amortistrung nachsteh- 
ender aus der KonkurSverhandlung deS Magnus Banzer von 
Triefen dat. 5. September 1810 herrührenden Hypothekarfor- 
derungen bewilligt worden. Diese sind: 
1. Die zu Gunsten deS Benedikt Guggen- 
heim in EmS auf dem Grundstücke der Anna 
Maria Schädler in Triefen, TrS. B. 3 Folio 
97 verstcherten 
2. Die zu Gunsten deS obigen auf dem 
Gute deS Lqver Kindle in Triefen. B. 3 Fol. 490 
verstcherten 
3. Die für den obigen auf dem Gute deS 
Johann Höh in Triefen, B. 3 Fol. 522 ver- 
sicherten 
4. Die für denselben auf dem Gute deS 
Martin Ehrni in Triefen, B. 2, Folio 394 
Versicherten 
5. Die für den vorigen auf dem Gute deS 
Franz Michael Beck in Triefen, B. 1 Fol. 218 
verstcherten 
6. Die zu Gunsten deS Georg Gengel in 
Ehur auf dem Gute der Aloista Kindle in 
Triefen, B. 3 Folio 171 versicherten 
115 fl. R. W. 
58 fl. 
40 fl. 
34 fl. 
68 fl. 
147 fl. 
ES werden daher alle diejenigen, welche auf obige Forde- 
rungen noch Ansprüche zu haben glauben, aufgefordert, bei 
diesem Gerichte binnen Einem Jahre, d. i. bis 11. März 1876 
stch zu melden, widrigenfalls die Löschung dieser Satzposten 
im Grundbuche erfolgen wird. 
Vavuz, am 10. März 1875. 
Fürstl. Liechtensteinisches Landgericht 
32 Keßler. 
Nichtamtliche Anzeigen. 
Kundmachung. 
Auf Mittwoch den 31. März Nachmittag wird eine Ge- 
neralversammlung deS liechtenst ViehverstcherungSvereineS an 
beraumt, und werden die Mitglieder hievon mit der Aufforde- 
rung verständigt, sich vollzählig einzufinden. 
Zusammenkunft auf dem Schlosse zu Vaduz um 2 Uhr. 
Von der Vereins- Direktion. 
Vaduz, am 23. März 1875. 
Korupreise vom Fruchtmarkt in Bregenz vom 20. März. 
Der halbe Metzen | 
beste 
mittlere 
geringe 
fl. 

fl 
tx. 
fl. 
kr. 
Korn 1 
3 
40 
3 
15 
3 
05 
Roggen . . . . 1 
2 
80 
2 
60 
2 
50 
Gerste 1 
2 
70 
2 
50 
2 
30 
Türken . . . . 
2 
80 
2 
50 
2 
2Ü 
Hafer ..... j 
1 
70 
1 
60 
1 
50 
Thermometerstand nach Reaumnr in Badnz. 
Monat 
Morgens 
7 Uhr 
Mittags 
12 Uhr 
Abends 
6 Uhr 
Witterung. 
März 17 
0 
+ 8I/2 
+ 5 
hell. 
18. 
+ 2 
+ 3 
+ 1 
trüb. 
19- 
— 1 
+ 5 
+ 3 

- 20. 
+ 1 
+ 2 
+ V2 
11 
.. 21. 
— 1 
+ 2 
— 2V2 
w 
„ 22, 
- 61/2 
0 
- 1% 
hell. 
„' 23. 
- 
+ l*/2 
- iVi 
trüb, schneit 
Telegrafischer Kursbericht von Wien. 
24. März Silber . ... . ... . . 104.55 
20-Frankenstücke ....... 8.88 
Druck von Heinrich Graff in Heldkirch.
        

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