Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1875
Erscheinungsjahr:
1875
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1875/40/
etwas abegge, darauf den Samen säe und ganz leicht einegge. 
Alles muß so schnell als möglich geschehen; man meidet eS 
sogar, das gepflügte Land nur über Mittag unangxsät liegen 
zu lassen; eS ist als ob die Rabe einen ganz frischen (jedocy 
nicht gerade besonders feuchten) Boden liebe. Sind die Pflan- 
zen fingerslang herangewachsen, so müssen sie, wenn sie zu dicht 
stehen, gelichtet werden. 2m Großen kann dies durch Ueber« 
eggen geschehen, vollkommener jedoch fällt die Arbeit aus, 
wenn sie, wie dies beim Anbau kleiner Flächen gewöhnlich der 
Fall ist, mit der Handhaue vollzogen wird. ES gibt keine 
Pflanze, welche die zu große Nachbarschaft von ihresgleichen 
so sehr haßt, als die Rabe. Ist daS Räbfeld auch nur kurze 
Zeit zu dicht gestanden, so werden die Pflänzchen röthlich-blau- 
lich und mit ihrem lebhaften WachSthum ist eS vorbei; denn 
alle nachfolgende Pflege kann jene an sich kleine — in ihren 
Folgen aber so bedeutende — Versäumniß nicht mehr gut machen. 
Will man das Feld möglichst gut benützen, so stellt man an- 
fangS die Raben nur etwa 6 Zoll von einander, zieht aber, 
wenn die Räben so weit herangewachsen find, daß ihre Blät 
ter sich zu rühren beginnen, soviel zur sofortigen Verfütterung 
auS, als zur Herstellung einer gegenseitigen Entfernung von 
10—15 Zoll nothwendig ist. 
Raben können nach jedem andern Gewächs gesät werden 
besonders nach Roggen, Wintergerste, Korn, Waizen 
2. Runkel» sind in etwas bündigerem (Mittel-) Boden 
von guter Dungkraft nach abgeerndteter Oelsaat, frühen Halm- 
früchten, nach Wiesenumbruch und allfälligem Kleeumbruch zu 
empfehlen, wenn man noch Setzpflanzen haben kann, denn um die 
Pflanzen erst auS Saamen zu erziehen, dazu wäre eS jetzt zu 
spät. Indessen dürfte eS noch manche Runkelnäcker geben, 
welche beim Verziehen (Dünnerstellen) noch paffende Setzpflan- 
zen liefern können. 
Als Stoppelfrucht auf 1—1 %Fuß Entfernung verpflanzte 
Runkel» werden sehr zweckmätzig 1—2mal begüllt. 
3. Buchwaizen (Haidekorn), entweder für sich allein 
oder im Gemenge mit Erbsen und Wtcken, ist auf weniger 
kräftigem, namentlich leichteren Boden ein recht guteS Stop 
pelfutter. Ist der Boden fett, so mischt man etwas Mais 
oder Zuckermoorhirse darunter. Man nimmt als Saatgut per 
Juchart 3 Sester Buchwaizen, 1 Sester Erbsen, 1 Sester 
Wicken. Mischt man Sester MaiS oder 7 Pfund Moor- 
hirfensaamen bei, so bricht man an obiger Mischung */ g ab. 
Dieses Mischfutter hat dann besondere Vorzüge, wenn auch 
der Nachsommer und der Herbst trocken ausfällt. 
Reine Wickensaat (allenfalls mit Hafer gemischt) bringt 
nur befriedigenden Ertrag, wenn eS nicht an Feuchtigkeit fehlt, 
und ist dann auch noch im Verhältniß zum Saatgut ein theureS 
Futter. 
4. FuttermaiS und Zuckermoorhirse machen auf 
guteS Klima und kräftiges Land unbedingt Anspruch, geben 
aber dann auch einen recht annehmbaren Ertrag. Ihre AuS- 
saat, entweder in Reihen von 10 Zoll Entfernung oder breit- 
würfig vollzogen, erfordert per Jucharl 6 Sester Mais oder 25 
Pfund Moorhirse. Sie lassen sich jedes Gewächs als Vor- 
frucht gefallen und gedeihen besonders gut nach Umbruch von 
Klee, alter Luzerne k. Mais und Hirse kommen bei großer 
Hitze und Trockenheit am besten von fast allen Gewächsen fort, sind 
also besonders dann am Pjatz, wenn die nachfolgende Witterung 
ebenfalls warm und trocken ist Zum Grünmais wähle man eine 
größere MaiSsorte, entweder den gewöhnlichen SpätmaiS oder den 
sogenannten PferdezahnmaiS; letzteren nur dann, wenn er bis 
zu seiner vollen Entwicklung stehen bleiben kann. Nach der 
Saat gleich Begüllung ist zu empfehlen. Die Grünfütterung 
mit MaiS beginnt so bald er die Blüthenstengel treibt. Ange 
stellte FütterungSverfuche haben dargethan, daß der MaiS am 
rationellsten mit anderem Grünfutter, wie z, B. namentlich 
mÄ Klee zur Verfütterung kommt. 
5. RepS, jetzt in gutes Land gesät, wirft eine erheblicht 
Menge Futter im Spätherbst bis gegen Eintritt des Winters 
ab: natürlich wird er zu diesem Zweck dichter gesät, als zur 
Samen-Gewinnung, entweder breltwürfig oder in Reihen, in 
diesen mit 9—10 Zoll Abstand, während sonst die Entfernung. 
18—20 Zoll beträgt. Wird der RepS durch widrige Witte* 
rung in seiner Entwicklung so zurückgehalten, daß er nicht in 
Stengel schießt, seine Benutzung auf Futter im Herbste sich 
daher nicht mehr lohnt, so kann er, da ihm der Winterfrofi 
nicht leicht schadet, bis Frühjahr stehen bleiben, wo er dann 
das erste Frühjahrsfutter liefert, indem man nach Belieben 
entweder die ganze Pflanzung oder nur die Hälfte der Pflan- 
zen (bei Reihensaat je die 2te Reihe) zur Fütterung bestimmt^ 
während man die andere Hälfte zum Reifwerden stehen läßt. 
Daß man die Felder, welche durch Ausfall bei der RepSerndte 
sich neu besaamt haben, möglichst lange (so lang nämlich, 
als eS die gute Feldbestellung für das nachfolgende Winter- 
getreide gestattet) schont, um Futter darauf zu gewinnen, ver- 
steht sich von selbst. Noch mehr Futter ist natürlich erhältlich, 
wenn man daS Feld nicht zur Wmtergetreidefaat bestimmt, 
weil mqn dann der RepSpflanze Zeit zur Entwicklung bis ge- 
gen den Winter hin Können kann, was eine bedeutende Zu- 
nähme der Futtermasse zur Folge hat. 
(Fortsetzung folgt.) 
Berichtigung. 
Im Leitartikel „zur Klarstellung" der letzten Nummer soll eS 
Seite 33 Zeile 13 statt „privatrechtlicher Natur", strafrecht- 
licher Natur; 
Seite 34 Zeile 18 statt „offizielle Bürger", offizielle Körper; 
Seite 34 vorletzte Zeile statt „nach den Erwartungen", nach 
den Erörterungen 
heißen. 
Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: vi-. Rudolf Schädler. 
Kornpreise vom Fruchtmarkt in Bregenz vom 26. Febr. 
Der halbe Metzen 
—.. 
beste 
mittlere 
geringe 

fr. 
fl- 

fl. 
kr. 
Korn 
3 
40 
1 3 
15 
3 
05 
Roggen .... 
2 
80 1 
2 
60 
2 
50 
Gerste 
9 
70 
2 
50 
2 
30 
Türken .... 
2 
80 
2 
50 
2 
20 
Hafer 
1 1 
70 
1 
60 
1 
50 
Thermometerstand nach Reattmnr in Vaduz. 
Monat 
Morgens 
7 Uhr 
Mittags 
12 Uhr 
Abends 
6 Uhr 
Witterung. 
Februar 24 
—11 
— 2 
— 5 
hell. 
„ 25. 
— 5 
+ 2% 
— IV2 
trüb, AbdS. Schnee 
26. 
— 5 
+ 3 
- 21/2 
fast hell 
„ 27 
- vu 
+ t 
- 2% 
trüb. 
„ 28. 
- 3% 
+ 2% 
- Vi 
ir 
März 1. 
- 
+ 3 
0 
halb hell.. 
u 2. 
-1 
+,, 1 
— 1 
trüb. 
Telegrafischer Kursbericht von Wie«. 
3. März Silber 405.15 
20-grankenstücke 8.88 
Druck «on Heinrich Graff in Zeldkirch.
        

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