Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1875
Erscheinungsjahr:
1875
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1875/4/
Kälte gebrochene Wasser behaglich und ohne Zahnschmerz 
trinkt. 
Schließlich kann kaum genug auf einen weiteren Umstand 
aufmerksam gemacht werden, und das ist das Putzen u. Rein- 
halten der Thiere. DaS Putzen soll aber recht und gründ- 
lich geschehen. DaS heißt nicht gehörig geputzt, wenn man daS 
Thier nur etwa über den Rücken oder hinten an den Schen- 
keln vom Koth rein hält. Die Thiere müssen am Hals, auf 
dem Racken, der Schwanzrübe überall gut gestriegelt u. recht 
gebürstet werden. Wie bei allem, so muß hauptsächlich beim 
Jungvieh dieses geschehen und namentlich beim letztern von 
Zeit zu Zeit genau wegen dem Ungeziefer nachgesehen werden. 
Ohren, HalS und Kopf sollen genau untersucht werden, na- 
mentlich im Trockenen und Verborgenen, unter den Hörnchen 
hält sich das Ungeziefer gerne rudelweise auf und belästigt u. 
beunruhigt das arme Thier sehr. Darum, auch die Reinlichkeit 
trägt sehr viel zur Ruhe der Thiere bei, durch die das Thier 
leibiger behalten und dabei Futter erspart werden kann. DaS 
alte Sprüchwort findet auch heute noch seine volle Geltung.- 
„gut geputzt ist halb gefüttert." 
Verschiedenes. 
* Dem „Bund" wird auS Graubünden über den letzten 
Schneefall geschrieben: Zum letzten Schneefall. Eine 
romanische Zeitung berichtet nachträglich über interessante Vor- 
fälle während der beiden Schneestürme im November und De- 
zember. DaS klingt fast wie ein Märchen und doch ist eS 
Wahrheit. Es sind Thaten deS Heroismus. — Hoch oben in 
den Bergen von Morissen (Lugnetz) sitzen, ringS von Schnee- 
Massen umschlossen, Bauern mit ihrer Viehhabe. Sie wissen 
nicht wo auS und wo ein und doch strebt daS Häuflein heim- 
wärtS. Zu Hause eilt man zur Befreiung der Ringenden. Es 
geht bergan und wie durch ein Wunder begegnen sich beide 
Schaaren in dem Augenblick, wo aller Kräfte nachließen und 
Retter und Errettete in das kalte Schneegrab sinken zu müs- 
fen glauben Nicht minder gefahrvoll gestaltete sich der Gang 
einiger Landleute aus der nämlichen Gemeinde nach den an» 
muthigen, jetzt verderben winkenden Höhen deS Oberländer 
Rigi, deS Piz Mundaun. Galt eS auch nur die Rettung 
einer Schafheerde, zweimal ging es doch hinan und wenn 
auch der Schnee über die Häupter der Männer hinausragte. 
In TrunS mußten sich Tapfere bis zu einer drei Stunden 
entfernten Gadenstatt einen Weg durch ungeheure Schnee- 
massen brechen, um Eingeschneite zu entsetzen und daö Ziel 
ward erreicht. 
* London. Unglücksfälle. Vater Christmas hat Eng- 
land diesmal mit einer recht traurigen WeihnachtSbescheerung 
bedacht. Einen Unglücksfall auf den andern meldete der Tele- 
graph in den Feiertagen, u. das Gesammtrefultat dieser Kam- 
strophen ist: neunundvierzig Todte und etwa hundenundsünszig 
Verletzte. DaS gräßlichste Unglück ereignete sich auf der Great. 
Western Railway bei Shipton in der Nähe von Oxford. Der 
verunglückte Zug war einer von ungewöhnlicher Länge u, mit 
einer sehr großen Anzahl Passagiere besetzt Der Zug bewegte 
sich nur mit einer Schnelligkeit von 40 englischen Meilen in 
der Stunde, also nach englischen Begriffen nicht gar zu schnell. 
Aber trotzdem genügte daS Brechen einer Radschiene und daö 
dadurch erfolgte Losgehen deS RadeS, den ganzen Zug über den 
Damm auf die Wiesen hinunter und in den Canal hineinzu- 
schleudern. DaS Schauspiel, daS sich jetzt darbot, war entsetz- 
lich. Sechsundzwanzig,Personen waren auf der Stelle getövtet 
u. viele bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden. Die Zahl 
der Verletzten, von denen jetzt schon fünf ihren Schmerzen er- 
legen sind, andere, wie befürchtet wird, noch erliegen werden, 
belief sich auf mehr denn hundert. Ein großer Theil der schwer 
Leidenden wurde in die nahe Radcliffe'sche Entbindungsanstalt 
gebracht, in der glücklicherweise viele Zimmer und Betten zu- 
fällig leer waren. DaS nahe Oxford entsandte auf die ersten 
Telegramme hin viele von den in dieser Universitätsstadt sich 
zahlreich aufhaltenden Aerzten, deren Hülfe nur zu sehr in 
Anspruch genommen werden mußte. Die Blätter sind voll von 
Einzelheiten, und namentlich berichten sie ausführlich über den 
Schmerz, welchen die in großen Schaaren ankommenden Ber- 
wandten und Freunde der Verunglückten an den Tag legen. 
* In Cannes (Frankreich) hat sich letzte Woche plötzlich der 
größte Theil des Friedhofs gesenkt und sind viele Grabkapel 
len eingestürzt. Unglücklicherweise fand gerade ein Leichenbe- 
gängniß statt und ist der Verlust von zwei Menschenleben zu 
beklagen. 
Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: Dr. Rudolf Schädler. 
Nichtamtliche Anzeigen. 
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(achter Traminerw ein) von ausgezeichneter Qualität ist 
bei Gefertigtem im Großen und Kleinen zu haben. 
I. G. Ellensohn, 
22 zum FelsenkeUer in Feldkirch. 
Kornpreise vom Fruchtmarkt in Bregenz vom 25. Dez. 
i 
Der halbe Metzen 
beste 
mittlere 
geringe 

fl 
Fr. 
1 5 
kr. 
! fl- 
fr 
Korn ..... 
3 
40 
1 3 
15 
3 
05 
Roggen .... 
2 
80 
2 
60 
2 
50 
Gerste ..... 
2 
70 
2 
50 
2 
30 
Türken .... 
2 
80 
2 
50 
2 
20 
Hafer 
1 
70 
1 
60 
1 
50 
Thermometerstand nach Reaumnr in Badnz. 
Monat 
Morgens 
7 Uhr 
Mittags 
12 Uhr 
Abends 
6 Uhr 
Witterung. 
Dez. 23 
— 7 
- 3l/2 
- 6
    

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