Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1875
Erscheinungsjahr:
1875
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1875/199/
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und vertrieben die Besatzung, wobei der berüchtigte Asan, der 
Peiniger der Rajah, niedergemacht wurde. Alle diese Gefechte 
in BoSnienxstnd von untergeordneter Bedeutung gegenüber ven 
Kämpfen in der Herzegowina, wo die Gefechte beinahe den 
Charakter von förmlichen Schlachten annahmen Wenigstens 
der blutige Kampf bei Piva, welcher am 12. Nov. stattge 
funden , hat den Charakter einer Schlacht gehabt. Die ver 
einigten Jnfurgentenschaaren unter Sotsch'tza, Zimonitsch und 
Hadschitsch, 4000 Mann stark, griffen 10 TaborS (Bataillone) 
regulärer türkischer Truppen (NrzamS) unter Selim und Sef- 
ket Pascha an. Der Kampf war ein äußerst blutiger und 
dauerte mit kleinen Unterbrechungen volle zwei Tage. Die 
Znsurgenten haben einen glanzenden S«eg erfochten und eine 
große Beute an Proviant und Waffen gemacht. Die Türken 
Ovaren gänzlich zersprengt und die beiden PaschaS konnten sich 
mit schwerer Noch im Dunkel der Nacht nach Gayko flüchten 
Nach Angabe der Znsurgenten haben die Türken mcht weniger 
als 800 Todte gehabt, gefangen wurden 250. Die Insurgen 
ten beklagen den Verlust eines ihrer Anführer, Pule Had 
schitsch — Nach einem Berichte deS Wohlthätigkeitsausschus- 
seS in Eetinje, ist die Zahl ver Flüchtlinge im montenegrini 
schen Gebiete nicht unbedeutend Bei Banjanma gibt eS 
15,000, bei Grahova 17,000, bei Basojewitsch 6000, bei 
Scharanze 3500, bei Drobnjak 5707 Flüchtlinge. Für die 
verwundeten Insurgenten aus der Herzegowina wuroen in 
Montenegro fünf Spitäler errichtet. 
Eine Polizei- und Lanbesordnnng 
des FürstenthumS Liechtenstein vom Lahre 1732. 
AlS Beitrag zur vaterländischen Geschichte verdient nach- 
folgende ,LandtS«Ordnung", welche im Jahre 1732 vom Für- 
sten Joseph Johann Avam herausgegeben wurde, der Ocffent- 
llchkeit übergeben zu werden. 
Nach der üblichen Einleitung beginnt dieselbe wörtlich: 
Demnach Wür mit sonderbahrem Mißfallen durch verschi- 
dene Klagden, und UnS unterthänigst vorgebrachte Beschweh- 
rungen anhören und verspühren müssen, daß nicht nur  
reyen, Zanckelty.n, Spihlen, Sauffereyen, und Ehrabfchnet- 
düngen getnben, und endlichen wohl gar alle Leichtfertigkeiten, 
Ehebrüch, Diederey. Hex- und Hurereyen daraus entspringen; 
Aller Sinn und Gedancken im Schwung gehet, seinen Ncben- 
Menschen höchst-sträfflich Dieberischer Weis zu beschädigen ai> 
lerhand Ungebühr, Unzüchtige, oder auch Ehrlichen Lemhen zu 
Verkleinerung, und Schaden gereichende unwahrhaffte, schädlt- 
che, ärgerliche, neyd- und häßige, argwohnische Reden, und 
Werck zuverüben suchen, leyver endlich nichts anders als eine 
allgemeine LandtS-Straff du'ch den gerechten Zorn GOtteS *u 
besorgen; AlS würcet zu Fü'komm, unv Abwendung dessen 
von Landts-Kürftlicher Herrlichkeits wegen, hiermit alleS Erntts. 
bey nicht nur hi bevor angesäten Straffen, unv Busen, son- 
dern je nach befindenden Dingen bey LandtS^Berweisung, Le«b 
und LebenS-Pöen, Eonfiseation der Güther, auch Pöen der 
Rebellion, allen, und jeden Unseren Unterthaneil, Haup-Vätte- 
ren, und Mütteren, Würthen, Maisteren, Vögten, Ein« und 
Hmter-Sässen ermelten Unsers FürstenthumS auStrucklichen auf- 
erlaven, und gemessen anbefohlen, daß 
Er st lichen, Männiglich Jung, und Alt die eS Leib«, 
unv Schwachheit halber vermögen, alle hohe Fest- Sonn- und 
Feyertäg nicht nur die Airchen gewöhnliche Meß. und Predig 
zu deren eigenen Seelen-Heyl fleißig und unverhinderl
    

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