Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1875
Erscheinungsjahr:
1875
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1875/144/
als das dänische. Wie Dänemark in England die höchsten 
Preise erzielt, liefert eS im Verhältniß zu seiner Größe auch 
daS größte Quantum. Rur Holland kann ihm in dieser Be 
ziehung zur Seite treten. Die Vorzüglichkeit deö Produktes 
geht aus einer jüngst erschienen Notiz hervor, nach welcher 
dänische Butter von Brasilien nach New-Bork geführt worden, 
wo ste an der Börse vorgezeigt wurde mit der Frage, ob in 
den Bereinigten Staaten Jemand so feine Butter erzeugen 
könne wie diese, die doch zweimal den Aequator pasfirt habe. 
Dänemark zählt, man Merke, weniger Einwohner als die 
Schweiz. 
* Steinkohlenbohrung bei Rheinfelden. Am 
14. dies griff der mit den unscheinbaren schwarzen Diamant- 
körnern bewaffnete Bohrer zum erstenmal den harten Buntsand- 
steinfelS an, um seine Reise in die in der Schweiz noch un- 
. bekannte Tiefe zu deginnen. Da die Maschine noch neu und 
daS Verhalten deö Gesteines gegenüber der Bohrarbeit noch 
nicht erprobt war, so waren anfangs länger dauernde Unter- 
brechungen unvermeidlich, gleichwohl wurde in den ersten 5 
Tagen bei 12stündiger Arbeit eine Tiefe von über 100 Fuß 
erreicht. Von da an war der Gang ein normaler und bis 
zum 23„. Abends 6 Uhr in weitern 5 TageS- und einer Nacht- 
schicht hatte sich der Bohrer schon eine Tiefe von 400 Fuß 
erobert; er hat also je in 12 Stunden den enormen, bis jetzt 
noch nie dagewesenen Fortschritt von 50 Fuß gemacht. Nach 
der Anficht des kundigen, in diesen GebirgSschichten wohler 
fahrenen Unternehmers hat, entgegen den Vermuthungen der 
Geologen, schon in der Tiefe von 285 Fuß der Buntsandstein 
aufgehört und ist die permische Formation eingetreten. Möge 
der Fortgang deS von dem Unternehmer, Herrn Schmidtmann 
von Leipzig, mit der größten Umsicht und Gewissenhaftigkeit 
eingeleiteten Unternehmens dem günstigen Ansang entsprechen. 
* Ein schreckliches Unglück hat am 20. Juli die Gegend 
von Creuzburg (Königsberg) in Bestürzung und Aufregung 
versetzt. Nachmittags zwischen 4 und 7 Uhr ist 6 Werst von 
Kreuzburg an verschiedenen Orten ein Luchs über Menschen 
und Thiere hergefallen und hat sie entsetzlich zugerichtet. Zehn 
Menschen sind im Ganzen verwundet; drei Männern hat die 
wüthende Bestie die Haut vom Vorderkopfe gerissen, einen 
Mann am Genick arg zerfleischt und einen 13jährigen Knaben 
in die Lende und den Arm gebissen; zwei Frauen sind beide 
Wangen, einer Frau die eine Wange zerrissen, ein junges 
Mädchen ist an der Brust, ein zweites am Arme verwundet. 
Ferner ist zwei Pferden das Fell vom Vorderkopfe gerissen 
Die verwundeten Personen befinden sich im Kreuzburger Kran 
kenhause unter ärztlicher Pflege. Die Beforgniß, welche der 
Zustand der Patienten erregt, wird noch dadurch vermehrt, daß 
man den -Luchs für toll hält; denn die Dreistigkeit und die 
Wuth des ThiereS — der Luchs hält stch sonst nur im tief- 
sten Dunkel der Wälder auf — lassen stch nicht anders er- 
klären. Am Montag haben sich früh Morgens gegen 50 
Jäger aufgemacht, um daS Thier zu erlegen, doch konnte daS- 
selbe, obgleich die Gegend durchstreift wurde, nlcht aufgefunden 
werden. 
Verantwortlicher Redakteur u. Herausgeber: vr. Rudolf Schädler. 
Amtliche Anzeigen. 
Kundmachung. 
. Um die Hebung der hierländigen Alpenwirthschaft haben 
sich im heurigen Jahre verdient gemacht und werden hiemit 
öffentlich belobt: 
1. Der OrtSvorsteher Johann Bargetzi zu Triefen. 
2. Der Alpvogt Josef Beck der Genossenschast Gritsch. 
3. Der Alpvogt Nikolaus Brunhart der Genossenschaft 
Guschkfil. 
4. Der Alpvogt der Genoffenschast Gapfahl. 
5. Die Alpgenossenschaft Triesenberg—Mülbun. 
Geldprämien auS der Landeskasse erhielten zuerkannt: 
s. Die Genoffenschast Gritsch 10 fl. 
b. Die Genossenschaft Gapfahl 20 fl. 
c. Die Genoffenschast Gutfchkfil 20 fl. 
ä. Der Senn Gaßner auf Gritsch 10 fl 
v. Der Senn Ferdinand Boqt auf Gopfahl 5 fl. 
k. Der Senn auf Guschkfil 5 fl. 
g. Der Hirt Bürzle auf Gritsch 5 fl. 
Fürstl. liechtenst. Regierung 
Vaduz, den 27. August 1875. 
Nichtamtliche Anzeigen. 
Mechanische Leinenspinnerer 
Hohenems. 
Wir erlauben uns, unsere werthe Kundschaft der 
Lohnspinnerei 
für Hanf, Abwerg fKuder) und Flachs 
auf den sehr beachtenSwerthen Umstand aufmerksam zu machen, 
daß u n s e r Schneller wegen der neuen Maß- und Ge- 
wichtSordnung keine Verkleinerung auf 1 Meter Umfang 
erleidet, sondern nacb wie vor gleich bleibt, nämlich 120 
Centimeter oder 1 */ 5 Meter Umfang. 
Nebst dieser für die werthe Kundschaft vortheilhasten 
Einrichtung sichern wir sowohl in der Lohnspinnerei wie 
in der Lohn weder ei die beste und billigste Bedienung zu, 
und empfehlen beide recht zahlreichem Zuspruche. 
Mechanische Leinenspinnerei HohenemS 
Achtungsvoll 
Ant. Hornung. 
Kornpreise vom Fruchtmarkt in Bregenz vom 27. August. 
Der halbe Metzen 
beste 
i mittlere 
gennge 
fl.! 
Jrj 
! fl. 
kr. 
fl. 
kr. 
Korn 
3 
40 
1 3 
I 15 
3 
05 
Roggen . . . . 
2 
80 | 
1 2 
60 
2 
50 
Gerste 
0 
70 
2 
50 
2 
30 
Türken . . . . 
2 
80 
2 
50 
2 
20 
Hafer | 
1 
70 
l 
60 
1 
50 
Thermometerstand nach Reaumur in Vaduz. 
Monat 
Morgens 
7 Uhr 
Mittags 
12 Uhr 
Abends 
6 Uhr 
Witterung.. 
August 25 
—j— 13 
+17 
+16 
hell 
. 26. 
+ 12% 
+20 
+ 19 
» 
„ 27. 
+13% 
+21 
+ 19% 
w 
, 28 
+15 
+21% 
+18 
halb hell 
* 29. 
+16 
+17% 
+ 13 
trüb, zl. Reg. 
W 30. 
+u% 
+ 13% 
+12 
trüb 
* 31. 
+11 
+ 14% 
+ 13% 
fast bedeckt 
Telegrafischer Kursbericht von Wien. 
1. Sept. Silber 101.60 
20-Frankenstücke . 8 92 
Druck von Heinrich Graff in Feldkirch.
        

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