Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1875
Erscheinungsjahr:
1875
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1875/110/
lässigte 'Erziehung ihrer Kinder den thatsächlichen Beweis 
liefern, daß sie schlechte HauShalter find. 
Mit dem JnSlebentreten dieser gesetzlichen Bestimmung 
wird die fürftl Verordnung vom 12. Nov. 1842 und 11. 
Juli 1868 außer Wirksamkeit gefeHt. 
Die VerehlichUttgSlizenzgebühren im Betrage von 10 fl. 
werden den Lrmenfonden der ZuständigkeitSgemeinde deS Bräu- 
tigamS überwiesen und find zur Creirung eineS ArmenfondeS 
abgesondert zu verrechnen und ist über deren früchtbringende 
Verwaltung alljährlich der fürstlichen Regierung gegen- 
über Nachweis zu liefern." 
Die Geseykommisston. 
Da wie oben im Berichte bemerkt ist, der ursprüngliche 
Regierungsentwurf fallen gelassen wurde, kam der zwischen der 
Regierung und der Kommisston vereinbarte Entwurf zur Dis 
kussion und werden mit einem Zusätze, welchen der Abg. Wan 
ger zu Artikel 1, b in Antrag brachte und der wörtlich lau- 
tet: „DaS Vorhandensein dieser AblehnungSgründe hat die 
Regierung im Einvernehmen mit den OrtSvorständen der bt* 
treffenden Zuständigkeitsgemeinden der Gefuchstelle^ zu constati- 
ren," sowohl bei der Abstimmung über die einzelnen Artikel alS 
auch bei der Endabstimmung einhellig angenommen. 
(Fortsetzung folgt.) 
Vaterländisches. 
 Waldburg verheiratet und hin- 
terließ einen einzigen Sohn Johann Ludwig. Dieser regierte 
zwar in unserem Lande 21 Jahre lang, allein wir kennen keine 
denkwürdigen Daten seines Wirkens. Er starb 1556 und hin- 
terließ 4 Söhne und 2 Töchter. Von den Ersteren trat Rein 
hard in den geistlichen Stand, Wilhelm und Alwig wurden 
Herren v. Vaduz und Schellenberg. Es hielt sich jedoch nur 
Alwig in Vaduz auf. Während der Regierung desselben 
ein Streit mit dem Stande GlaruS, als Besitzer der Grafschaft 
Werdenberg dahin geschlichtet, daß daS Recht mit Angel und 
Schnur im Rhein zu fischen bei der Herrschaft Vaduz blieb. 
Wilhelm starb 1569 und Alwig 1572. Letzterer hinterließ 3 
Söhne, Karl Ludwig, Rudolf und Christoph und 2 Töchter. 
Die Söhne waren noch minderjährig, weßhalb der Kaiser die 
Grafen Helfenstein und Fürstenberg zu Vormündern ernannte. 
Bisher mußten unsere Landschaften nichts für das Reich 
steuern, alS nun aber die Türken immer mehr vordrangen und 
die Gefahr für Deutschland immer größer wurde, steigerten sich 
die Kriegskosten deS Reiches. Deßhalb bewilligten auch die 
Herrschaften Vaduz und Schellenberg eine Reichssteuer für 6 
Jahre (1577) und wiederholten späterhin (1584) den Beschluß, 
indem sie nochmals auf 5 Jahre jährlich jedes 100 ff. reines 
Vermögen mit je 5 Batzen zu versteuern versprachen. Für den 
Einzug der Steuern wurde 1534 ein Steuerbuch abgefaßt. 
Dasselbe weiSt folgende Zahlen auf: 
BalzerS: 83 Steuerpflichtige. 21,417 fl reines Vermögen. 
Triefen: 58 
TrieSnerberg: 113 
Schaan mit 
Planken 78 
Vaduz: 50 
Bendern mit Ruggell 
u.Schellenberg: 97 
Eschen: 46 
Mauren - 38 
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22,023 fl 
18,145 fl 
32,438 fl. 
25,235 fl 
29,395 fl. 
24,560 fl. 
15,841 fl. 
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Die Türkenkriegsteuer betrug aus beiden Landschaften zu 
sammen : 649 fl. 55 kr. 
Vaduz, 4. Juni. (Zum Münzwesen.) Es dürfte 
manchem unserer Leser von Interesse sein, einige Notizen über 
die Ursachen der Entwerthung deS Silbers, welche seit einigen 
Jahren beständige Fortschritte macht, zu vernehmen. Eine 
Hauptursache der Silberentwerthung ist namentlich die Zunah- 
mc der Silberproduktion in den Vereinigten Staaten von 
Amerika. Der schweizerische Nationalrath Feer-Herzog hat in 
seinem Berichte über die im Januar und Februar 1875 in 
Paris abgehaltene Münzkonferenz nach zuverlässigen Quellen 
in dieser Beziehung sehr interessante Thatsachen mitgetheilt. 
Nach seinen Angaben ist in den Vereinigten Staaten Amerika'S 
seit dem Jahre 1859, wo man die Silberlager in Comstock 
und Newada aufgedeckt hat, die Ausbeute an Silber rasch ge- 
stiegen: sie hat im Jahre 1873 den Betrag von 44% Mill. 
Doli, erreicht (Nevada 34,991,538, Utah 4,771,934, Colora- 
do 2,226,629 Doll. u. s. w.), während im gleichen Jahr 
in den Vereinigten Staaten nur für 27,707,058 Doll. Gold 
zu Tage gefördert wurde. Noch wichtiger als die Quantität 
dieser Ausbeutungen, sind die technischen Vervollkommnungen, 
welche der praktische Erfindungsgeist der Amerikaner ausgeson 
nen und in Anwendung gesetzt hat. „Nevada", sagt Herr 
Feer, „hat alle bisherigen Methoden der bergmännischen Aus- 
beutung des Silbers geändert." Man weiß, swelche Umwälzungen 
im 16. Jahrhundert die rein auf empirischem Wege gemachte Ent- 
deckung des Spaniers Medina — die Ausscheidung deS Silbers 
aus dem Erz ohne Schmelzung, bloS durch Anwendung von 
Quecksilber, Salz u. s. w. in den mexikanischen Silberberg- 
Werken und in den Produktionskosten deö Silbers hervorgebracht 
hat; die Folge davon, das Wohlfeilerwerden deS Silbers und, 
was unmittelbar damit zusammenhing, eine allgemeine Preis- 
steigerung hat man damals in ganz Europa empfunden. Aber 
it ist bekannt, daß von dem Quecksilber, welches beim Medina'- 
fchen Verfahren angewendet wird, nur der mit dem Silber sich 
amalgamirende Theil erhalten bleibt, wahrend eine große Men- 
ge davon verloren geht. Dieser Verlust macht einen sehr we- 
sentlichen Bestandtheil der AuSbeutungökosten auS; man rech-
        

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