Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1874
Erscheinungsjahr:
1874
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1874/202/
— 202 — 

Gemeindetet st ungen 
Landes Vorschüsse 
Gemeinde 
1. 
1874/5 
2. 
1875/6 
3 
1876/7 
zusammen 
in 
3 Jahren 
Steuer 
pr. Jahr 
u Guld. 
Betrag 
in 
3 Jahren 
Jahresrate 
-715 
Steuer 
ä fl. 

fl 
fl 
fl. 
fl. 
kr. 
fl. 
fl 
kr. 
BalzerS 
3000 
3000 
2000 
8.000 
3 
4.000 
267 
Vio 
Vaduz 
3000 
3000 
1000 
7.000 
5 
8.000 
532 
9 /io 
Schaan 
4000 
4000 
3000 
11.000 
5 
18 000 
1200 
t 5 /lO 
Gamprin 
3000 
3000 
3000 
9.000 
10 */% 
10.000 
667 
2 3 /.0 
Ruggel 
3400 
3300 
3300 
10 000 
8 
20.000 
1334 
3 Vi. 
Summa . . . 



45 000 
V 
60.000 


Nach diesem vorläufigen Projekte wäre also Aussicht vor- 
Händen, eS den Gemeinden zu ermöglichen, innerhalb dreier 
Jahre mit einer leicht erträglichen Umlage die ganze Uferlinie 
durch stichhältige Halbhochbautm und Hochwuhre in einer be- 
ruhigenden Art sicherzustellen. Ohne Unterstützung des Landes 
durch Vorschüsse, welche ungefähr die Höhe von 60.000 fl 
betragen dürften und dasselbe während 15 Jahren durchschnitt 
lich mit 1500 fl. Zinsen belasten würde, zeigt sich herentgegen 
eine gedeihliche Ausführung der rückständigen dringenden Rheine 
bauten als unmöglich. Die Gefahr liegt im Verzuge und von 
diesem werden viel größere Opfer gefordert, als wenn die Bau- 
ten rasch und im planmäßigen Zusammenhange hergestellt wer- 
den können. Die seit Iahv", durch Rheinbautsn stark mitge 
nommenen Nheingemeinden sind nun einmal nicht mehr bei 
Kräften, um die beantragten Wuhrbauerfordernisse durch Iah- 
reSumlagen zu decken. ES müßten übermäßige Anforderungen 
an die Wuhrsteuerzahler gemacht werden, welche aus ökonoml- 
schen Rücksichten unzulässig erscheinen Jedoch auf dem bezeich- 
neten Wege erscheint daS längst angestrebte Ziel erreichbar. Es 
wird aber auch ferner noch damit den Gemeinden die Möglich- 
keit geboten, auf eine viel billigere Weise, nämlich durch Ak- 
korde, die Bauten zu Stande zu bringen und mit dem alten, 
Zeil und Geld raubenden Gemeindewerke in einer die Wuhr- 
steuerträger befriedigenden Art zu brechen. 
Nachdem ich nun die Dringlichkeit dargestellt habe, welche 
eS nöthig erscheinen läßt den Nheingemeinden in der Beschaf- 
fung weiterer Geldmittel behülflich zu sein, und zwar nicht 
nur für ein Baujahr, sondern im schon bezeichneten ganzen 
Umfange deS Bedarfs, so liegt eS ferner noch im 
Wunsche der Finanzkommission, daß die betreffenden Gemein- 
den auch wirklich dahin zu bringen seien, mit Hülfe der in 
Aussicht genommenen unverzinslichen Vorschüssen das noch fest- 
zustellende Bauprojekt in längstens 3 Iahren durchzuführen. 
Zu dem Behufe nun empfiehlt sie dem löblichen Landtage 
nachfolgenden, von der hohen Regierung im Verlaufe der Be- 
rathungen vorgelegten Antrag zur Beschlußfassung; derselbe 
lautet: 
„Jenen Gemeinden, welche behufs Förderung der dies 
jährigen Rheinschutzbauten zur Aufnahme von Darlehen be- 
müssiget sind, wird die Verzinsung der Darlehen auS der 
Landeskasse gegen dem zugesichert, daß 
a) die Nothwendigkeit der Darlehenausnahme von der be- 
treffenden Gemeindevertretung nachgewiesen und von 
der Regierung anerkannt ist; 
b) dem dieSfälligen Ansuchen ein Tilgungsplan beiliegt und 
e) die ratenweise Abzahlung der aufgenommenen Gelder 
durch die zahlungspflichtigen Gemeinden längstens in- 
nerbalb 15 Jahren ersolgt. 
Im Weiteren ist die fürstl. Regierung anzugehen, für den 
künftigen Landtag einen Gesetzentwurf vorzubereiten, welcher 
den Rheingemeinven auch für die nächsten Jahre die land- 
schaftliche Verzinsung von zu Rheinbauzwecken zu entlehnen- 
den Geldern bis zur Summe von 50.000 st. unter der Vor 
aussetzung garantirt: 
1. Daß jene Bauten, wozu die Darlehen verwendet wer- 
den sollen, mit dem von der fürstl. Regierung im Einverneh- 
wen mit der LandeSwuhrkommission festzustellenden allgemeinen 
Bauprojekte der diesseitigen Rheinschutzbauten im Einklang ste- 
hen; 
2. daß die solcherart landschaftlich subventionirten Arbeiten 
nur im Akkord ausgeführt werden, und 
3. daß die Abzahlung der Darlehen auf Grunv eines re- 
gierungSämtlich genehmigten AmortisirungSplaneS längstens 
innerhalb l5 Jahren erfolge 
Da endlich der vermalige Stand oer nahezu vollendeten 
schweizerischen Hochwuhren zu einer Beschleunigung der dieS- 
seitigen Rheinwuhrarbeiten dringt, und da dem Landtage in 
Anbetracht der Wichtigkeit deS Gegtnstandes darum zu thun 
ist, eine möglichst genaue Kenntniß von jenen Schutzbauten zu 
erhalten, welche als dringend nothwendig erscheinen jedoch erst 
in der nächsten Zeit zur Ausführung gelangen sollen, so wird 
die fürstl. Regierung ersucht, dem künftigen Landtag ein tech- 
nischeö Gutachten über die noch ausständigen bringenden 
Schutzbauten vorzulegen, gleichzeitig aber auch einen Gesetz- 
entwurf einzubringen, in welcher Weise gegenüber jenen Rhein- 
gemeinden vorzugehen sei, welche mit ihren Arbeiten in einer 
die Sicherheit^ deS Binnenlandes vor Wassergefahr bedrohen- 
den Art zurückbleiben. 
Vaterländisches. 
(m) Bilder aus der vaterländischen Geschichte. 
35. Die Freiherren v. Brandis. Der „Bund ob 
dem See." 
(Fortsetzung.) 
Die am Schlüsse deS letzten Artikels angedeuteten Miß- 
Helligkeiten zwischen Adel und Volk müssen wir im folgenden
        

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