Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1874
Erscheinungsjahr:
1874
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1874/201/
Liechtensteinische 
Aweiter Jahrgang. 
Vaduz, Freitag 
Nr. St. 
■ 
den 18. Dezember 1874. 
Die liechtensteinische Wochenzeitnng erscheint jeden Freitag. Sie kostet für das Inland ganzjährig s fl., halbjährig 1 fl. sammt 
Postversendung und Zustellung in'S Haus. Mit Postverfendung für Oesterreich ganzjährig % fl. so kr., halbjährig l fl. ss kr.; für dbS 
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Redaktion in Vaduz oder bei den betreffenden Postämtern. — Einrückungsgebühr für die 2gespaltene Zeile 5 kr. — Briefe und Gelder 
werden franco erbeten an die Redaction in Vaduz. 
Abonnementseinladung. 
Mit dem 1. Januar 1875 beginnt ein neues Abonne- 
ment auf die „Liechtensteinische Wochenzeitung." Der Preis 
für das Inland bleibt wie bisher ganzjährig 2fl, halb- 
jährig 1 fl. Bestellungen im Inlands wollen rechtzeitig 
bei den betreffenden Briefboten gemacht werden. 
Rheinbauangelegenheiten. 
Der KommissionSbencht über daS Gesuch mehrerer Rhein- 
gemeinden um ein zinsenfreieS Darlehen aus der Landeskassa 
zur Ermöglichunq der Ausführung der diesjährigen Wnhrar- 
beiten ist dieser Tage erschienen, um in der nächsten Land 
tagSsitzung dahin zielende Anträge zu stellen. Wir lassen 
diesen Bericht — eine Arbeit deS Herrn Abg. Rheinberger 
— als ein sehr instruktives Schriftstück hier wörtlich folgen: 
Die fünf Rheingemeinden: Balzers, Vaduz, Schaan, 
Gamprin und Ruggel haben in einer Eingabe an die sürstl. 
Regierung das Ersuchen gestellt, um ihnen die Ausführung 
der für das Baujabc 1874/75 angeordneten Wuhrbauten im 
Akkorde zu ermöglichen, ein Landesdarlehen aufzunehmen und 
dasselbe auS der Landeskassa zu verzinsen, wogegen sich die 
betreffenden Gemeinden verpflichten, die ihnen gewährten Dar- 
lehenSantheile ratenweise in 12—15 Jahren wieder zurückzu 
erstatten. 
Aus dem Begleitschreiben der hochfürstl. Regierung ersah 
die Kommission ferner die Geneigtheit derselben, den Gemein- 
den dadurch wenigstens eine Erleichterung der Wuhrbauten 
zu verschaffen, indem die Verzinsung vom Lande zu tragen 
wäre; die Darlehen aber und die Sicherstellung der Gläubi- 
ger wären von den Gemeinden selbst zu machen. Dieser An- 
ficht stimmte die Kommission im Allgemeinen bei und nahm 
zugleich mit hoher Befriedigung zur Kenntniß, daß die mit 
Ende dieses Zahres verbleibenden Landeskassaüberschüsse auö- 
reichen würden, um den bedürftigen Rheingemeinden /ür die 
laufende Vaukampagne hinlänglich Aushülfe in oben erwähn- 
tem Sinne gewähren zu können. 
Bei eingehender Erwägung dieses weitbegrenzten Gegen- 
standeS aber konnte man nicht umhin, einen Blick auf den 
ganzen Umfang der noch zum Schutze und zur Sicher- 
stellung des Landes nöthigen Wuhrarbeiten und die Kosten 
derselben zu werfen, um zum Voraus annäherungsweise we- 
uigstenS festzustellen, wie entfernt die einzelnen baupflichtigen 
Gemeinden noch von von diesem längst verfolgten Ziele abste- 
hen. So wurden dann diesfalls weitere, das ganze Rhein- 
korrektionS-Projekt umfassende Fragen, welche die Finanzkom- 
Mission in Einem zu beantworten wünscht, aufgeworfen — 
Während die Petition der fünf Gemeinden nicht weiter als 
um ^Unterstützung für ein Baujahr geht und den weiteren 
Ausbau dringender Bauten wieder einem ungewissen Schicksal 
anHeim gestellt sein läßt. 
In Anbetrachi^dessen wurden von der Kommission vorzüg- 
lich nachstehende Fragen aufgestellt: 
1. Wie hoch beläuft sich die Summe zum Zwecke des wei- 
teren Ausbaues der Korrcktions-Wuhren bis zu dem Grade 
der Vollendung, daß man sich von ihnen im Allgemeinen eine 
berMgende Sicherheit versprechen darf. 
A-Jst es möglich, und auf welche Weise die erforderlichen 
Mittel zur Herstellung dieser dringendsten Rheinbauten in den 
kommenden drei Jahren gemeinsam aufzubringen. 
Die erste Frage ist einß rein technische, während die 
zweite eine finanzielle/und ökonomischeist. Beid^ Fragen 
können erst nach reifliches, eingehendem Studium ihre gültige. 
'guta) finden, was in der kurzen 3eit vor Schluß dieser 
LandtagSsession nicht mehr möglich ist Die Fmanzkommission 
erkennt jedoch die Dringlichkeit, daß diese HauptlebenSfrage^ 
von welcher fo sehr die Wohlfahrt des Landes abhängt, ihre 
volle und befriedigende Erledigung durch den nächstjährigen 
Landtag finde. — Nur in Kürze fei mir noch gegönnt darauf 
hinzuweisen, daß daS Ergebniß votläufig gemachter Studien 
die Wahrscheinlichkeit einer allgemein zufriedenstellenden Lösung 
in Aussicht stellt 
Nachstehende Ziffern mögen das besser verstnnlichen. 
1. Technisches Projekt: 
Mehrbedarf für 3 Jahre 
rückständige weitere nöthige 
Subventionen. 
Gem. BalzerS auf Wuhrbau- 
ten veranschlagt .... 
Gem. Triefen (benöthigt keine 
Vorschüsse) ...... 
Gem Vaduz auf Hochuhren :c. 
veranschlagt . . . . . 
Äem. Schaan auf Hochwuhren 
veranschlagt . . . . 
Gem. Eschen (benöthigt keine 
Vorschüsse) 
Gem. Gamprin auf Hochwuh- 
ren k. veranschlagt . . . 
Gem. Ruggel auf Hochwuhren 
it. veranschlagt . . . . 
fl. 5.300 
fl. 500 
800 
4.Q00 
1.435 
fl. 4.500 
fl. 11.000 
Leistungen, 
fl 12.000 
fl. 
fl. 
fl. 
fl. 
fl. 
15.000 
29.000 
fl. 19.000 
fl. 30.000 
Bedarf zusammen . . fl. 27.535 fl. 105.000 
2. Finanz-Projekt. 
Die VoranschlagSsumme pr. 105.000 fl. dürste ungefähr 
folgende Deckung finden:
        

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