Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1874
Erscheinungsjahr:
1874
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1874/193/
Liechtensteinische 
Aweiter Jahrgang. 
Vaduz, Freitag 
Nr. 49. 
den 4. Dezember 1874. 
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werden franco erbeten an die Redaction in Vaduz. 
Vaterländisches. 
(m) Bilder aus der vaterländischen Geschichte. 
33. Die Grafen von Vaduz. 
(Fortsetzung.) 
In dieser Zeit, wo die Macht deS Kaisers gesunken war 
und deswegen die Fehden sich allenthalben mehrten half sich 
jeder so gut er konnte. ES wurden daher vielfach Bündnisse 
geschloffen theils in der friedlichen Absicht nur seine eigenen 
Mchte zu wahren und zu vertheidigen, theilS mit mehr oder 
weniger ausgesprochenen Angriffstendenzen. Erstem Charakter 
hatten die Bünde, welche im jetzigen Graubünden geschlossen 
wurden und die Städtevereinigung in Schwaben, letztern die 
Mndnisse der schweizerischen Städte und Landschaften und 
theilweise diejenigen des Adels. In unfern Gegenden bildete 
sich die Rittergesellschaft zum hl. Georg, der Heinrich v. Va- 
duz beitrat. Dieser ließ auch seine Burg zu Vaduz noch mehr 
befestigen und legte in Gallmist einen Weiher an. 
Im Jahre 1388 wurde Heinrichs Bruder Hartmann II. 
zum Bischof von Chur gewählt. Trotz der einmüthigen Wahl 
deS Kapitels wollte Herzog Albrecht v. Oesterreich seinen Vize- 
Kanzler Anton zum Bischöfe von Ehur machen. Er besetzte 
daher einen Theil des BiSthumS und ließ Hartmann durch 
den Grafen Albrecht v. Werdenberg gefangen nehmen. Hart- 
mann bestand auf seinem Rechte und zuletzt gab Herzog AI- 
brecht nach. Anton resignirte 1392 und Hartmann wurde 
zur Freude seines SprengelS allseitig anerkannt. Dieser war 
auch als Bischof unruhig, kriegerisch und voll Stolz auf den 
Adel seines Stammes. Als Graf Hugo v. Werdenberg ohne 
LeibeSerben starb, erhob er und sein Bruder Heinrich Ansprüche 
auf die Besitzungen desselben besonders auf Wartau und Her- 
renberg bei Sevelen. Diese Ansprüche führten zu langen 
Streitigkeiten mit den drei Brüdern v. Werdenberg—Heiligen- 
berg—Rheinegg. Selbst die Leute der beiden Gebiete Vaduz 
und Werdenberg, welche sonst in guter Nachbarschaft lebten 
wurden einander abgeneigt. Mehrere Vermittlungsversuche 
anderer Herren mißlangen. 1393 verbanden sich Hartmann 
und Heinrich mit dem Abte Burkard v. PfafferS und dem 
Grafen HanS v. SarganS gegen ihre Gegner die Grafen v. 
Rheinegg. Noch im selben Jahre gewannen sie auch den 
Herzog Leopold v. Oesterreich und 1395 schloß sich auch Dom- 
propst Rudolf v. SarganS an. HanS v. SarganS nahm 
Wartau, Herzog Leopold zog vor Rheinegg und Bischof Hart- 
mann belagerte Werdenberg elf Tage lang. Die Grafen v. 
Rheinegg knüpften FriedenSunterhandlungen mit Herzog Leo- 
pold an und mußten demselben Rheinegg und die Vogtei im 
Rheinthal gegen eine Summe Geldes überlassen (1395). Auch 
Hartmann und Heinrich schlössen durch Vermittlung von SchiedS 
richtern Frieden mit denen von Rheinegg Sie mußten den 
Letztern die Burg Herrenberg gegen 100 Pfund Pfennig und 
die Burg Wartau sammt dem Patronate der Kirche von Gret- 
schinö ohne Entschädigung überlassen. Heinrich v. Vaduz gerieth in 
Folge der erwähnten Fehden in bedeutende Geldnoth. Deshalb 
verkaufte er die Burg Rebstein an Ulrich v. Ems und lieh 
von seinem Stiefbruder Thüring von Brandis 1600 Goldgul- 
den, wofür er verschiedene Besitzungen verpfänden mußte. Hein- 
rich starb am Freitag vor Lichtmeß 1397 und wurde in der 
Kirche von Vaduz beigesetzt. Da er keine Nachkommen hin- 
terließ, so erbte sein Bruder Bischof Hartmann die Grafschaft 
Vaduz sammt allem väterlichen Vermögen. Auf daS mütter 
liche Vermögen hatten auch die Freiherrn v. Brandis Ansprüche, 
weil sie mütterlicherseits Brüder HartmannS und Heinrichs 
waren. Hartmann gerieth in Folge seiner vielen Sireitigkei- 
ten in immer größere Geldverlegenheit. Deshalb verpfändete 
er die Grafschaft Vaduz 1399 den Freiherrn Wolfhard und 
Ulrich Thüring v Brandis gegen 24 Mark jährlichen ZinS 
und war auch späterhin nie mehr im Stande sein väterliches 
Erbe einzulösen, mußte vielmehr nochmals von seinen Stief- 
brüdern Geld leihen und ihnen dafür seine Besitzungen am 
Eschnerberg verpfänden (1409). Er hatte nämlich sich aber- 
malS in Fehden verwickelt und war in Gefangenschaft der 
österreichischen Herzoge gerathen, gegen die er an der Seite 
seiner früheren Feinde der Grafen v. Rheinegg gekämpft hatte. 
Nur ein hohes Lösegeld rettete ihn auS der Gefangenschaft. 
Später war ihm daS KriegSglück gegen Oesterreich wieder 
günstig, er söhnte sich mit Herzog Ernst auS und verlieh ihm 
sogar das Amt eineS bischöflichen Schenken (1415). Im 
folgenden Jahre verkaufte er den Eschnerberg um 4000 Gold- 
gülden an die v Brandis. Bald darauf starb er (d. 17. 
Sept. 1416). Mit ihm erlischt der Stamm der Grafen von 
Vaduz und die Herrschaft geht nun an ein anderes Geschlecht 
über. Das Montfortergefchlecht hatte sie über 200 Jahre im 
Besitz gehabt, nämlich der Hauptstamm gegen 50 Jahre, die 
Montfort-Werdenberg 30 Jahre, die Werdenberg - SarganS 
68 Jahre und Werdenberg-SarganS-Vaduz 88 Jahre. Alle 
Montforter hatten eine Fahne in ihrem Wappen, der ur- 
sprüngliche Stamm eine rothe im weißen.Felde,die von Feld- 
kirch^und v. Werdenberg eine schwarze und die v. SarganS- 
Vaduz eine weiße/ 
Vaduz, den 27. Nov. Auf Antrag deS St. Gallischen 
Baudepartements, resp. auf Vorschlag deS RheinbaubureauS, 
genehmigt der RegierungSrath von St. Gallen nachstehenden 
Bauantrag für die achte Campagne (Baujahr 1874—75):
        

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