Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1874
Erscheinungsjahr:
1874
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1874/136/
leS UNd der Erziehung deS WeinstockeS, sowie 
auch die Sommerarbeiten an demselben anschaulich 
ZU machen gesucht haben, übellassen wir eS jedem strebsamen 
Rebmanne durch eigene Versuche den Werth derselben praktisch 
zu erproben. 
Verschiedenes. 
— Die Attentate, welche von den Berliner Brauereien auf 
Gesundheit und Wohlergehen deS biertu'nkenden Publikums 
fort und fort ungestraft verübt werden, scheinen denn doch 
endlich auch daS Maß der Geduld vollgemacht zu haben. Wie 
man mittheilt, bat stch letzthin ein vertrauliches Konnte zusam- 
mengethan, welches den Versuch machen will, für Berlin einen 
allgemeinen Bierstrike-Verein zu organistren. Die Aufgaben 
eineS solchen Vereins, zu dessen Lebensfähigkeit natürlich eine 
allgemeine Betheiligung gehört, ergeben sich von selber; es 
soll daS täglich elender werdende Gebräu der Berliner Braue- 
reien fortwährend einer Kontrole unterworfen und daS Publi 
kum dazu angeregt werden, einmüthjg Front zu machen gegen 
diejenigen Etablissements, welche in allzu dreister Weife durch 
schlechtes Gebräu ras Publikum zu benachteiligen suchen Der 
Verein soll ferner durch Petitionen bei den zuständigen Be- 
Hörden dahin wirken, daß endlich daS Bier, als gerade unent 
behrliches „Nahrungsmittel", unter den gebührenden gesetzlichen 
Schutz genommen wird und daß diejenigen, wetche gesundheitS- 
gefährliche Fabrikate verzapfen, in empfindliche Strafe geuom- 
men merden. — DaS Komite hofft durch Einberufung einer 
allgemeinen Versammlung im Bürgersaal deS RatbhauseS diese 
zeitgemäße Idee praktisch verwirklichen zu können. 
Die neuen Münzen des Deutschen Reiches. Gold, 
münzen werden aus einer ? Metallmischung von 900 Theilen 
Gold und 100 Theilen Kupfer geprägt, im Werthe von 20, 
10 und 5 Mark. ' Silbermünzen werden auS einer Metall? 
Mischung von 900 Theilen Silber und 100 Theilen Kupfer 
geppägt, im Werthe von 5, 2 und 1 Mark, dann zu 50 und 
20 Pfennig Nickelmünzen werden auS einer Legirung von 
25 Theilen Nickel und 75 Theilen Kupfer geprägt zu 10 und 
5 Pfennig. Kupfermünzen werden aus einer Metallmischung 
von 95 Theilen Kupfer, 4 Theilen Zinn u. 1 Theil Zink ge- 
prägt zu 2 u. 1 Pfennig. Werth der neuen deutschen Reichs- 
münzen: Eine Mark zu 100 Pfennig ist gleich 10 Silber- 
groschen (% Thlr) nach der Thaler-Währung, mithin gleich 
y 2 fl. ö. W. Ein Gulden ö. W. ist daher gleich 2 Mark. 
Ein Kreuzer ö. W. gleich 2 Pfennig. Gesetzliche ZahlungS- 
mittel find im deutschen Reiche nur Goldmünzen. Reichs- 
Silbermünzen müssen nur Reichs- und Landeskassen in jedem 
Betrage annehmen, außer diesen ist Niemand verpflichtet, Reichs- 
Silbermünzcn im Betrage von mehr als 20 Mark, Nickel- 
und Kupfermünzen im Betrage von mehr als 1 Mark in 
Zahlung zu nehmen, d. h eS kann Jeder verlangen, daß höhere 
Beträge nur in Goldmünzen bezahlt werden. 
Eine billige Obrigkeit. In den Urkantonen der 
Schweiz sino betanmlich die öffentlichen Beamten und Be- 
diensteten sehr bescheiden besoldet Es erhellt dies aus dem 
neuen Besoldungsgesetze des HalbkantonS Njdwalden vom 
24. Februar 1874. Räch demselben bezieht der regierende 
Landammann einen jährlichen Gehalt von 500 Fr. Ist er 
an der Amtsführung gehindert, so hat er aus seiner Besol- 
dung den LandeSstatthalter nach Betreffniß' zu entschädigen. 
Der LandeSseckelmeffter hat ein Salair von 400 Fr ; der Po- 
lizeidnektor 200 Fr , nebstdem 100 Fr. als Polizeiverhörrichter 
und einige Accidentien; der Landeshauptmann (Militärdirektor) 
200'Ft. nebst Taggeld von 10 Fr an BersammlungS- und 
EntlassungStagen der Truppen und an Tagen eidgenössischer 
Inspektion. Der KriegSkommissär 70 Fr.; der Zeugherr 150 
Fr. nebst Taggeld von 5 Fr. an EinrückungS- und Entlas- 
sungstagen; Bauherr 150 Fr. nebst Taggeld von 3 Fr. bei 
Augeuscheinen; StrafhauSdirektor 100 Fr.; KantonSfchulinspek- 
tor 10G Fr.; Berhörrichter 400 Fr. nebst 3 Fr. für Visa und 
Reperta; Staatsanwalt 250Fr.; der erste Landschreiber 1500 
Fr. nebst 200 Fr. als Archivar und 50 Fr für Anfertigung 
der Preiszeddel (dazu kommen per Koviatur der Prozeß- 
extrakte 30 CtS. per Folioseite). Der zweite Landschreiber er- 
hält ebenfalls 1500 Fr. (nebst 30 CtS Kopiaturentschädi- 
gung per Folioseite); der LandeSweibel 1400 Fr. nebst Man- 
tel; der Standesläufer 1450 Fr. nebst Mantel. 
Verantwortlicher Redakteur ».Herausgeber: vr.RudolfEchüdler. 
Nichtamtliche Anzeigen. 
Schlosswirthschaft Vaduz. 
Sonntag, den 23. August 
Tanzmusik. 
Beginn: Nachmittags 3 Uhr. 
Kornpreise vom Fruchtmarkt in Bregenz vom 14. August. 
Der halbe Metzen 
beste 
mittlere 
geringe 
fl 
kr. 
fl 
kr. 
I fl- 
kr 
Korn 
3 
80 
3 
50 
3 
40 
Roggen .... 
3 
— 
2 
75 
2 
50 
Gerste 
2 
80 
2 
60 
2 
40 
Türken .... 
2 
80 
1 
50 
2 
20 
Hafer 
1 
85 
1 
75 
1 
7 
Thermometerstand nach Reanmnr in Badnz. 
Monat 
Morgens 
7 Uhr 
Mittags 
12 Uhr 
Abends 
6 Uhr 
Witterung. 
Aug 
12. 
+12 
+1^/4 
+ 15% 
halb hell 
w 
13 
+ 10 j /4 
+18 
+ 16 
» it 
II 
14. 
+13 
+18 
+16 Vi 
II H 
H 
15 
+ 8 
+ 83/4 
+ 9 
trüb;Re^.H.Schn 
tr 
16 
+ 93/ 4 
+ 15 
+ 12% 
bedeckt 
» 
17 
+ 9 
+16*/2 
+ 13 3 /4 
halb hell 
it 
18. 
+ 12 _ 
+ 15% 
+ 14% 
fast trüb 
Telegrafischer Kursbericht von Wien. 
19. Aug. Silber . . 1034.5 
20-Frankenstücke ....... 8.79 
Druck von Heinrich Graff in Fcldkirch. 
t
        

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