Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1874
Erscheinungsjahr:
1874
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1874/124/
det Ansteckung vermindert und den Dünger verbessert. Der 
Eisenvitriol (häufig auch Kupferwasser genannt) ist billig zu 
haben. Der GypS muß in der Jauchengrube öfter aufgerührt 
werden, und man muß darauf sehen, daß er die Pumpe nicht 
verstopfe. 
Die Jauche ist für stch in Fässern oder Truhen auf daS 
Feld, hauptsächlich auf Wiesen zu verfahren; zu viele oder zu 
starke Jauche auf einen Platz gebracht, ist zu vermeiden, weil 
ste die Pflanzen durch Ueberfättigung tödtet Verdünnte Jauche 
nach dem Heumahde befördert den Wuchs des GrummelS 
außerordentlich. 
Nach diesen Andeutungen sind die Düngerstätten und 
Jauchengruben einzurichten, und nur solchen kann ein Preis 
zuerkannnt werden. 
Die folgenden Sätze über die Streu werden allen Land- 
wirthen zur besonderen Beachtung empfohlen 
Die Streu soll jedenfalls vollkommen trocken und, wenn 
Ke lang ist wie Binsen oder Stroh, klein geschnitten sein, weil 
sie besser die Feuchtigkeit ansaugt und sich leichter mit dem Boden 
verbindet. 
Die Anwendung von Schneitelßreu ist ganz unvernünftig, 
weil ihre Gewinnung den Wald ruinirt, den Bezug von Nutz' 
holz unmöglich macht, und es ganz verwerflich ist, den Wald 
zu Grunde zu richten, welcher in Folge der neuen Verkehrs- 
Wege ein wahrhaft ungeheures Kapital jeder Gegend und jedes 
Landes bildet. Nur soviel Schneiteistreu darf verwendet werden, 
als man bei Fällung des Holzes gewinnt. 
Die Waldstreu ist die schlechteste Streu, und ibre Gewin- 
nung schädigt sehr stark jeden Jungwald; daher ist es nur zu 
lässig, dieselbe aus solchen Wäldern zu holen, welche dem Ab- 
triebe nahe sind. 
Für Wiesen, namentlich in hohen und kalten Gegenden, 
ist'die Äaldstreu mehr schädlich als nützlich. 
Die Wnstreu von Erde oder fruchtbarem Sand, wie von 
Porphyr, Glimmerschiefer, Gneiß, Granit u. f. w. # welche man 
bereits in jeder Gegendaus den fruchtbaren BewässerungSbächen 
kennt, ist in Verbindung mit anderen Streumaterialien durch 
die Erfahrung ebenso zweckmäßig als vortrefflich erwiesen 
(vorzüglich in Schafställen) und daher dringend zu empfehlen 
besonders dort, wo Streumangel herrscht. 
Verschiedenes. 
, *. Die Gemeinde Freinsheim in Rheinbayern, die sich 
durch ihren Kirschen bau besonders auszeichnet, hat diesen 
-Kommer an Händler im Großen 3534 Centner Kirschen ver 
kauft mit einem Erlös von 34324 fl, so daß der Centner 
stch auf durschnittlich 9 fl. 43 kr. stellt Die Kirschen gingen 
alle rheinabwärts, nach Köln, Rotterdam, London. — Eine 
schöne Einnahme dies und nur aus — Kirschen! 
"Nach ZeitungS- und anderweitigen Berichten soll die ReblauS 
(Phylioxera vastatrix) vom Süden Frankreichs her ihre Ver- 
Wüstungen nach der Schweiz hin ausgedehnt haben und schon 
in die Departements der Rhone und der Saone und Loire 
vorgedrungen sein. 
Mit Rücksicht hierauf hat der BundeSrath den Gesandten 
in Paris angewiesen, bei der französischen Regierung Auskunft ; 
über dm Gang der Rebenkrankheit in den der Schweiz be 
nachbarten Departements und die dem schweizerischen Weinbau 
von daher möglicherweise drohenden Gefahren einzuholen. An- 
derfeitS ist die Zollverwaltung beauftragt, daS Verbot vom 9. ! 
Februar gen die Einfuhr von Wurzelreben und Rebr ! 
holz auS Frankreich und den Beschluß vom 22 December 1873 
betreffend Beschränkung der Einfuhr von Obstbäumen auS 
Frankreich strengstens handhaben zu lassen. 
Verantwortlicher Redakteur ».Herausgeber: vi-. Rudolf Schädier. 
Nichtamtliche Anzeigen. 
Güterverkaiif. 
Die Pfrundverwaltung Bendern verkauft folgende auf 
BangS in Ruggel gelegene Wiesen, (sainmt Heul als 
Sataster Rr. 77 Flur 6 Älftr. 7627 
224 3097 
„ 254 „ ff ff 226t 
.. 261 .. „ 875 
210 1579 
316 „ „ „ 1476 
224 „ .. 689 
331 1 „ 1309 
2 u. 3 „ 2 „ 907 
Die Versteigerung findet am 6. August Rachmittag« 
2 Uhr in der Wirtschaft deS Herrn Madlener in Ruggel statt. 
Di« KaufSbedingungen werden am VersteigerungStage 
kundgegeben und stellen sehr günstige Zahlbedingungen in 
Aussicht. 
Geschäfts - Anzeige. 
Der Gefertigte macht die ergebenste Anzeige, daß er von 
Nenzing nach Feldkirch übersiedelt ist und hier wieder wie 
früher daS 
Uhrmacher Geschäft 
betreiben wird. Er empfiehlt sich dem verehrlichen P.T. Publi 
kum für alle in fein Fach einschlägigen Arbeiten, für Groß- 
und Klein-Uhren, Cylinder, Anker und besonders Remou- 
toirs, unter Zusicherung reeller und billiger Bedienung. 
Feldkirch, 28 Juli 1874. 
Fr. Jos. Büchel, 
Uhrenmacher, 
im BoleSlawSky'schen Hause in der Montfortgaffe. 
Kornpreise vom Fruchtmarkt in Bregenz vom 24. Juli. 
Der Halbe Bietzen 
beste 
mittlere 
geringe 
st 
kr. 
1 st 
kr. 
fl 
kr 
Korn 
1 4 
50 j 
4 
25 
4 
— 
Roggen . . 
3 
50 
3 
25 
3 
—- .• 
Gerste ..... 
3 
20 
3 
10 
2 
80 
Türken .... 
2 
80 
1 
50 
2 
20 
Hafer 
1 
85 1 
2 
75 
1 
70 
Thermometerstand nach Reaumnr in Baduz. 
Monat 
Morgens 
7 Uhr 
Mittags 
12 Uhr 
Abends 
6 Uhr 
Witterung. 
Juli 22 
+16% 
'-19% 
+18 
fast bedeckt. 
. 23. 
+15 
+21% 
+17 

», 24. 
+W 
+ 16,% 
+ 12 % 
trübe und Regen 
, 25 

+15% 
+ 13 
n n h 
» M 
* +12 
+16% 
+15 
halb hell 
„ 27. 
+10 
+19 f / 4 
+18 
hell 
. 28. 
+44 X U 
+ 18 a /t 
+17 
stark halb hell 
Telegrafische* Kursbericht von Wien. 
29. Juli Silber .......... 103.90 
20-Frankenstücke 8.84*4 
Druck von Heinrich Graff in Feldkirch.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.