Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1874
Erscheinungsjahr:
1874
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1874/104/
— M 
der austreibenden Mth^ liegeln! * Mifet Rmstand erklärt auch, 
wasum pie Swgen WMeHHoßAkS^M emM Früh- 
jahrSfrvste besser ÄuSttMen-— siewa^en noch weniger ent- 
wickelt pder haben »rahe mm StÄAMi gelegen) tt'och gesthlafen 
ES wird uns nun auch leicht erklärlich warum die aus den 
. obern Augen ausgetriebenen Ruthen am größten sind und sich 
aus denselben die größten und schönsten Trauben entwickeln. 
AuS dem Umstände, daß vieEnttpicklung der Äugen nach oben 
hin zunimM, können wir W«ßen^^'daß^die. .Ursache-Her Saft- 
bewegung auf der ganzen Angeder Rebe thätig ist. Diese 
gewaltsame und verschwenderische Saftbewegung dauert nur 
kurze Zeit unh läßt Endlich ganz nach, so daß eine frisch ab- 
geschnittene Rehe keinen Dropsen Saft mehr verliert. 
Ob also eine Tragrebe kurz oder lang geschnitten wurde, 
so sehen wir^immer, daß der oberst stehen gebliebene Knoten 
das stärkste WachSthum besitzt. Dadurch -hat man die Mög 
lichkeit an der Hand, diese Entwicklung an jeder beliebigen 
-Stelle vor (ich gehen zu lassen,indemman die im Borjahre 
erzeugte Tragrebe oberhalb dieser Stelle abschneidet. Der 
treihentze Saft kann die abgeschnittenen Organe nicht Mehr er. 
nahrett, wird aber die für diese bestimmten Säfte in weichlicherer 
Mlle den unWitselbc^ri unter dews. Schnitte befindlich?« Trieben 
züführep, Wir Habens.bereits früher Erwähnung gethatt, daß 
wenn man eine grüne Ruth^j ausbricht, l alSbalv : das daneben 
ruheyde AlW zum ^reiben komWti Eine gleichbedeutende Erb 
scheinuug erhalten wir, .wenn wir bis an den Stamm, MM 
schneien, so daß an einen;. Theile?yes StanlmeS Mr keine 
Reben mehr sitzen, dann Mird der Stamm vom treibenden 
Safte peranlaßt an seinen. Knoten ifcUe Augen zu treiben. Da 
diese über noch nicht im Vorjahre vorhanden waren/- •$!>" könmn 
sie nicht bis zur Blüch^ vrganijzrt sein und die aus'dem Stämme 
austreibenden Augen sind nothwfndig Halzaugen, können aber 
im Lauft des Sommers für das konunende- Jaiw Fruchtaugen 
erzeugen. Darin liegt nun das Mittel den Stamm wieder 
^herunter" zu bringen ~ *u Si verjüngen —p Und iv«nn sein 
Wurzelwerk von guter, ^WUWhetz)und. ^«NoGG' aus 
Mangel der nöthigen :nicU-i:e«schöM.W^ ?OK»e- die 
kostbillige Vergrubung , wieder zu- reichliche«^.Dtträgniß zu 
bringen. Man schneide den Gtock also aneWr Stelle ab, 
wo noch Knoten darunter sind und läßt die^MMdeWe» und 
ausbrechenden Holzaugen ruhig fyMqchsen/ M ße^hAm schon 
im folgenden Jahre Früchte tragen, Woe». V«Hr Mr man 
verschiebe diese Operation unter normalen Verhaltniffen blS 
aufS künstige Jahr, wenn es den Sommer hindurch msgllch 
war ein bis zwei passende Triebe (Ruthen) unten a« alten 
Holze zu erzielen, welche dann im folgenden FrÜWhrm wie 
andere Reben geschnitten werden. Zugteich Wird van« auch 
haS qlte Holz über diesem Reservezapfen abgesagt^5MÄich- 
tiger Behandlung kann ein Rebstock auf diese Weise 
Jahre alt werden. 
ES muß hier die Bemerkung eingeschoben werden-, daß eine 
splche Perjüngung der Weinrebe bei gleicher Dauerhaftigkeit deS 
Stockes nur in einem für den Weinbau durch Natur oder 
jfunstganz geeignet geschaffenen Gelände möglich ist, wie-z. V. 
auf den südlichen und südwestlichen Abdachungen der GeschiebS- 
kegel von BalzerS herunter bis Schaan. 
Die lehmigen Hügel im Eschnerberge gestatten eine solche 
Behandlung nicht. Dieselben haben meist einen der Weinrebe 
schlecht zusagenden UMergtund, wekher die Svnnenwärme und 
das Regenwasser nur schwer durchläßt, die Bildung eines 
großen und tief gehenden Wurzelwerkeö nicht gestattet; dagegen 
aber ist dort um so eher ein Faulen der Wurzeln zu befürchtet!, 
wenn dieselben mehr - als 8 — 12 Zoll tief versenkt werden. 
Daher kommt die geringe Dauerhaftigkeit der'Rebstöcke, welche 
in solchen - wenig geeigneten Weinlageü auch, eine Modifikation 
jm Schnitte erheischtttl 
Mhren wir zur Betrachtung cder Etitwickküng der Rebe 
Würde Dieselbe ohne Beschneidung fortwachsen, 7so 
würde im ersten Jahre schon aus jedem von etwa 10 Augen 
eine Ruthe entstehen, welche, wenn wir 10 Augen auf 
eine Ruthe rechnen — im zweiten Jahre 10 X 10 = 100 
Ruthen hervorbringen würden, im dritten Jahre schön 1000 
Ruthen, mit einer entsprechenden Anzahl von Traubey. PaS 
wäre die ideale Vermehrung, ..der aber von der Natur schon 
ohne Zuthun der Menschenhände Grenzen gesetzt sind, denn von 
derselben Wurzel würden in den folgenden Jahren nicht 100 
Trauben und Triebe ernährt werden können, geschweige 1000. 
Es müßte also eine Verkümmerung der zu zahlreichen Lrächte 
eintreten. In jedem Falle sieht man, daß sich b< Uneinge 
schränktem WachSthume der Äeinstock so ungeheuer ausbreiten 
chÄrde, daß jedet gegebene Raum zu klein ftin wüßte. 
b Der Schn i t t d e S W e in st o ckS. 
Wir sehen unS geriöthigt bei der Erziehung deS Weinsto^S 
das Gleichgewicht zwischen dem Wurzelwerke und den srucht- 
tragenden Thailen künstlich herzustellen. Wir beschenken yämlich 
alle Jahre die Anzahl der Fruchtaugen auf eine bestimnite M- 
zahl, welch^ der Stärke des Stockes, seitmtt äßurzelweifc uiijb 
seinem khm angewiesenen Räume entsprechen. Ferner Wird ajü(j} 
das alte hohe überflüssige Holz an denjenige»i Slöcken beseit?gt, 
welche eine' Verjüngung erhalten sollen. " ^ 
Wir gehen also zur praktischen Ausführung übir. M 
uns üabek der hier gebotenen Kürze w befleißen, wollen wir 
haüptsächtich nur die ßterlandS WräMliche Stocks o r rn ~ 
nänitich ien' 
    

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