Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1873
Erscheinungsjahr:
1873
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1873/96/
— 90 — 
f« 
Zs 
~ ä 
; 
(?) 
Q 
5$.', 
es 
er 
■JP 
«* 
w 
1 
p 
OM 
et 
-- - -M' 
> • . - >. SS 
t«äk H» 
00 00 •! QOQOGOQOaOQOQOQOÜOOOOOOO 
@ "S|. .rsl -M. rs». *sl «sj -sj -Sl *vj «s| «sj. «Vi 
CÄrojj coioootocoiocoiocojocofo 
CT 
» 2* <53 
OD. 
cb 
CS OD CO IC CO Ol 00 00 CD O W (ti. 
rf>K «rf-» W. OS Q rfik. ro CA 4*? 00 CO ©; CO 4r>- 
(C M. 05 00 's! C'üi 00 W ^ cn. o M 
oo o oo £o.4^:© m ro -si crtc&cn ov o* 
£»> ^ 00. ;0 O? 
*o *o .oo ovo 
OS CD 
Si 
CO CJI »vi to IO 
*■*. GO tO <0 CO 
00 
© 
o 
o 
■vi 
cn 
K> 
CO 
<0 
o 
C5 
to 
05' 
cn 
ü* 
<1 
H*- 
OD 
CO 
*o 
■<1 
ro 
to 
CO 
CO 
iO 
ro 
O 
00 
ro 
o 
C5 
CO 
•s! 
CO 
Ol 
4^ 

Ol 
4^f 
dO 
00 
CO 
dO 
Ol 
O* 
3M 
CO 
ro 
CD 
o 
o 
to 
«u 
o 
o 
L9 
00 
o 
© 
(O 
CJ« 
->z 
oo 
& 
«£=r 
O 
at 
CT o 
S oo 
c=> ^ 
3.SO 
•vf 
oo 
nj -f 
tr> 
00 
o 
fO 
>u 
■Nl 
CO 
ft— 
CO 
"Ä 
4X 
Cn 
o 
4i~ 
00 
5 co 
• dO 
TS CS 
• 4*. 
•sj 
CO 
C5 
CO 
OS 
05 
o 
CJ< 
dO 
(X) 
cn 
•sl 
•vj 
05 
00 
CO 
o 
ro 
*vj 
ro 
CO 
00 
00 
50 
oo 
o 
•Vj 
CJ* 
dO 
kO 
4^ 
CO 
CJI 
4^. 
00 
o 
CO 
fO 
o* 
dO 
CO 
Vaduz, 20. Juni. (Eingesandt) An der inneren Aus 
stattung unserer neuen gothischen Kirche hat auch die ganze 
hochfürstlich Liechtensteinische Familie thatigen und höchst 
rühmlichen Antheil genommen. Von allerhöchst derselben sind 
wahrhaft kostbare Gaben zugesendet worden, die eine wahre 
Zierde der Kirche bilden. Heute wurden sie zur Bewunderung 
dem Publikum in der neuen Kirche ausgestellt und bestehen in 
folgenden Gegenstanden: 
t) Eine sehr schöne, vergoldete Monstranz im neuen go- 
thischen Style mit drei Statuetten, 2' hoch und lO 1 ^'' breit. 
2) Ein herrliches Ciborium in gothischem Style, vergoldet. 
3) Ein sehr schöner, gothischer Kelch mit Pat-ne, vergoldet 
und ziselirt. 
4) Ein niedliches Rauchfaß und Schifflein, versilbert. 
hold und Friedrich, jedem wies Meister Martin eine schmücke helle 
Kammer an. 
Wie der dritte Gesell zum Meister Martin kam, 
und was sich darauf weiter begab. 
Als die beiden Gesellen Reinhold und Friedrich, einige Wochen 
hindurch in Meister Martin's Werkstätte gearbeitet hatten, be 
merkte dieser, daß, was Messung mit Zirkel und Lineal, Berech- 
nung und richtiges Augenmaß betraf, Reinhold wohl seines 
Gleichen suchte, doch anders war es bei der Arbeit auf der Füg- 
bgnk, mit dem Lenkbeil oder mit dem Schlägel. Da ermattete 
Reinhold sehr bald und das Werk förderte nicht, er mochte sich 
mühen, wie er wollte. Friedrich dagegen hobelte und hämmerte 
frisch darauf loS, ohne sonderlich zu ermüden. Was sie aber 
mit einander gemein hatten, war ein sittiges Betragen, in das 
vorzüglich aus Reinhold's Anlaß viel unbefangene Heiterkeit und 
gewüthliche Lust kam. Dazu schonten sie in voller Arbeit, zumal 
tyenn die holde Rosa zugegen war, nicht ihre Kehlen, sondern 
sangen mit ihren lieblichen Stimmen, die gar muthig zusammen 
gingen, manches herrliche Lied. Und wollte dann auch Friedrich, 
5) Ein Paar sehr schöne Meßkäntchen von Glas mit ver- 
goldeten Deckeln und eine sehr schöne Platte. 
6) Ein großes weißes Meßgewand von Brokatseide. KÄS 
Kreuz ist verziert mit herrlich gestickten Medaillons auS dem 
Leiden Christi nach der Mm Stickereikünst; cm kostbare 
beit von FrauenMn'dek. 
7) Ein schönes weißes Meßgewand von Seidendamast mit 
schöner Stickerei im Kreuze. 
8) Ein schönes violettes Meßgewand von Seide mit go- 
thischem Kreuze und Inschrift. 
Den reellen Werth dieser kostbaren Gaben zu schätzen, ist 
nicht unsere Sache. Jedenfalls gebt der Werth über tausend 
Gulden hinauf Weit höheren Werth haben sie für Vaduz, 
weil von so hehen, edlen und wohltätigen fürstlichen Händen 
geboten. 
An diese Gaben reihen sich noch zwei andere an, nämlich 
ein schönes weißeS Meßgewand von Seivendamast mit go- 
thischem Kreuze, eine edle Gabe des verstorbenen Freiherrn v. 
Linde, fürstlichem Rath und BundeSgesandten, und ein schö- 
nes weißes Meßgewand mit schönen Verzierungen vom titl. 
Herrn LandeSverweser Carl Haus v. Hausen. F. 
Politische Rundschau. 
Deutschland. Der „Monde" erklärt sich in Stand qesetzt, 
mittheilen zu können, daß ein „Schutze und Trutzbündniß zwischen 
Italien und Deutschland soeben zum Abschluß? gelangt sei " 
Oesterreich. Der 2 Theil der Wiener BörsenkrisiS, der 
mit dem Fallimente der Wechölerbank begann, fordert immer 
mehr und immer größere Opfer. Wie weit der Schwindel in 
der Wiener Börsenwelt um sich gegriffen zeigt der Umstand, 
daß die Wechslerbank noch wenige Tage vor ihrem Fallimente 
von der Negierung aufgefordert ihre Rohbilanz veröffentlichte, 
die auf dem Papier mit einem Gewinne von 3—400,000 st. 
bereits für das laufende Jahr stgurirt. 
Heute gibt eö der Verlierenden und um ihr Vermögen Ge- 
kommenen viel mehr, als wenn man vor einem Monat di.e 
Sache so schwarz angesehen wie sie wirklich ist, und sie, ohne 
zu quacksalbern, ihrem natürlichen Gange überlassen hätte. 
Man glaubte mit 20 Millionen helfen zu können, wo ganz 
Oesterreich spekulirt hatte! 
Ueber den neuesten Stand, der Börsenkrisis berichtet ein 
Wiener Korrespondent der Allg. Zeitz wie folgt: 
— Ich glaubte, alö ich den ersten günstigen Eindruck schon 
der bloßen Thatsache der Constituirung des Hülftkomite's für 
die Börse konst^tirte, die Bemerkung nicht unterdrücken zu sollen, 
daß, wenn dieses Comite seine Aufgabe nicht richtig zu erfassen 
verstehe und nicht zugleich umsichtig und koulant in seiner Thätiqkeit 
indem er auch hinüber schielte nach Rosen, in den schwermüthigen 
Ton verfallen, so stimmte Reinhold gleich ein Spottlied an, das 
er ersonnen und anfing: das Faß ist nicht die Zither, die Zither 
nicht das Faß; so, daß der alte Herr Martin oft den Degsel, den 
er schon erhoben, wieder sinken ließ, und sich den wackelnden 
Bauch hielt vor innigem Lachen. Ueberhaupt hatten die beiden 
Gesellen, vorzüglich aber Reinhold, sich ganz in Martins Gunst 
festgenistet und wohl konnte man bemerken, daß Rosa auch manchen 
Vorwand suchte, um öfter und länger in der Werkstatt zu ver- 
weilen, als sonst wohl geschehen sein mochte. 
Eines Tages trat Herr Martin ganz nachdenklich in seine 
offene Werkstatt vor dem Thore hinein, wo den Sommer über 
gearbeitet wurde. Eben fetzten Reinhold und Friedrich ein kleines 
Faß auf. Da stellte sich Meister Martin vor sie hin, mit in 
einander geschlagenen Armen, und sprach: „Ich kann Euch gar 
nicht sagen Ihr lieben Gesellen, wie sehr ich mit Euch zufrieden 
bin, aber nun komme ich doch in große Verlegenheit. Vom Rhein 
her schreiben sie, daß das heurige Jahr was den Weinbau betrifft, 
gesegneter sein werde, als je eins gewesen. Ein weiser Mann
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.