Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1873
Erscheinungsjahr:
1873
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1873/51/
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Vaduz, Freitag Nr. 12. den April 1873. 
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werden franco erbeten an die Redaction in Vaduz. 
Zur vaterländischen Boden- und Gebirgskunde. 
Verbreitung der verschiedenen Gebirgsbildungen. 
Die im vorigen Abschnitte angeführten Bildungen sind nicht 
immer ihrem Älter nach über einander gelagert, sondern eS 
finden sich neben älteren Bildungen jüngere angelagert, über 
welchen dann wieder ältere Schichten zu treffen sind. Diese 
Thatsache läßt voraussetzen, daß vor der Ablagerung der jün- 
gern Schichten eine Erhebung der altern Bildungen stattgefun- 
den hat. Das Urqebirge Liechtensteins aber , welches unfern 
Bergen Bau und Richtung gegeben hat, besteht aus den Ab- 
lagerungen der f. g. TriaSzeit', d. h. jener Gebiry bildenden 
Periode, wo die im vorigen Kapitel bezeichneten Schichten des 
Verrukano (.rother Sandstein), der Gypsbildungen, des Vir- 
gloriakalkes, Partnachschiefers, Arlbergkalkes und des Haupt- 
dolomitö gesetzt worden sind. ' Dieses Gebirge umfaßt den Ge- 
birgSstock der drei Schwestern mit dem von diesem nach Süden 
fortziehenden Kamm des Triesnerkulm und des Heubühls, so- 
wie die Gebirge von Vallersch, Mellun und Samina bis zu 
dem den Hintergrund des Saminathalö bildenden quer strei- 
senden Kamm deS KalkniS (Rauhe Berge) und des Naafkopfes, 
welcher aus Kreidebildungen besteht. Von Schaanwald bis 
gegen BalzerS sind an unser Urgebirge jüngere Bildungen an- 
gelehnt, und zwar von Schaanwald bis zum Rappenstein f. g. 
Flysch und vom Rappenstein bis gegen Balzers Kreidebildun- 
gen. Das ganz allein aus der Rheinebene emporragende 
Kreivegebirg vom Eschnerberg bildet die Fortsetzung des Kreide- 
gebirges des Bregenzerwaldes und stellt die Verbindung zwi- 
fchen letzterem und dem SäntiSzuge her. 
Feuilleton. 
Der Schiffbruch der Megära. 
(Schluß.) 
Aber in der ersten Zeit, ehe man genau den Wasservorrath 
kannte, war derselbe unter strenge Aufsicht genommen, später er- 
laubte man sich auch größeren Luxus, und als man eine heiße 
Quelle entdeckt hatte ohne Schwefelgehalt, so konnte man auch 
die kostbaren Kohlen noch mehr sparen. Von Eßwaaren hatten 
„die Insulaner" einen ziemlichen Vorrath: 13,000 Pfd. Zwie- 
back und für sechs Wochen Mehl, Salzfleisch, Preserven, Thee, 
Rhum, Chocolade und eine geringere Quantität Zucker. Auf 3 
bis 4 Monate konnte sich im schlimmsten Fall der Aufenthalt 
ausdehnen, so lange mußten die Lebensmittel reichen und daher 
wurden die täglichen Rationen beträchtlich herabgesetzt. Zum 
Glück bot der Ozean eine reiche Menge der besten Fische, tag- 
täglich wurde eine Abtheilung zum Fischfang beordert, einmal 
fing man gegen 700 Pfd. an einem Tage und häufig 120 bis 
4. 
Nutzbare Gesteine. 
Während eS kaum einem Zweifel unterliegt, daß Liechten- 
stein die gewöhnlich f. g. mineralischen Schätze, wie Salz, 
Kohle, Eisen, Erze entweder gar nicht oder doch nur in un- 
bedeutenden, den Abbau nicht lohnenden Mengen beherbergt, 
besitzt es unter seinen GesteinSarten doch mancherlei Vorkomm- 
nifse, welche entweder bereits technisch verwendet werden oder 
noch nutzbar gemacht werden können. Zu erwähnen in dieser 
Beziehung stnd: die reichen Gypslager (Dungmittel u. f. f.), 
der Hauptdolomit (zur Erzeugung trefflichen Steinmörtels und 
hydraulischen Cements), die Platten de6 Virg.'oriakalkeS und 
des Jurakalkes am Ellhorn bei Mels (Baumaterial), die rothen 
Sandsteine (Gestellsteine zu Hochöfen), die Bauwacken und 
Tusfteine (Bausteine) und der Torf (Brennmaterial). ES 
wäre nach Erfahrungen, welche man in jüngster Zeit in der 
Schweiz gemacht hat, vielleicht auch angezeigt, gewisse dunkle, 
Mnblatterige Schiefer deS Flysch auf Phosphatgehalt unterfu- 
chen zu lassen, welcher, wenn in genügender Menge vorhan- 
den, die betreffenden Schiefer zu einem werthvollen, export- 
fähigen Dungmittel (Ersatz für Guano) stempeln würde. 
5. 
Der Rhein. 
(Wir geben diesen Theil wörtlich nach der unserem Aus- 
zuge zu Grunde liegenden Arbeit.) 
Da der Rhein in Vorarlberg und Liechtenstein noch 
zu denjenigen Flüssen gerechnet werden muß, welche gleich Wild- 
bächen beständig die Neigung zeigen, ihr Bett zu erhöhen, so 
werden- die Errichtung von Dämmen, Uferregulirung und son- 
stige Vorkehrungen nur einen verhältnißmäßig kurz vorüber» 
180 Pfd.; der schwerste Bewohner der Tiefe, der seinem nassen 
Elemente entrissen wurde, wog ausgenommen 81 Pfd. Aber 
bald fehlten die Angelhaken, die Schmide der Mannschaft wollten 
sie herstellen, aber es gelang nicht vollkommen. Da entdeckte 
man unter der Ladung des Schiffes ein Kistchen mit 3000 
Angelhaken; sie waren mehr Werth als 3000 Pfd. Goldes und 
allgemeine Freude herrschte über den glücklichen Fund. Eine 
Heerde wilder Ziegen irrte auch auf den Klippen umher. Aber sie 
waren sehr scheu und schwer zu jagen. Aus dem Schiff waren 
mancherlei Sämereien gewesen; einige Matrosen gaben sich große 
Mühe, einen kleinen Garten anzulegen und Gemüse zu ziehen, 
aber ohne sonderlichen Erfolg. Satt essen konnte ein englischer 
Magen sich nicht alle Tage. Bei der unaufhörlichen Arbeit und 
dem geringen Schutz gegen Wind und Wetter siel die Kleidung 
der Mannschaft bald in Stücke; der Kapitän befahl, Beinkleider 
aus Leinwand fertigen zu lassen und in kurzer Zeit trug alles 
diese bequeme und passende Tracht. Bald war für Schuhe, bald 
für die Zelte zu sorgen, Jedermann hatte alle Hände voll zu 
thun. Eine strenge, regelmäßige Tagesordnung war eingeführt.
        

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