Herausgeber:
Liechtensteinische Wochenzeitung 1873-1877
Bandzählung:
1873
Erscheinungsjahr:
1873
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000259759_1873/180/
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Ende September 9,727,333 Thaler mehr als ^während der 
nämlichen Zeit im Jahre 1872. 
Der General v. Roon ist nun von ssiner Stelle als Prä- , 
sident deS preußischen Ministeriums definitiv zurückgetreten und | 
Bismarck vereinigt nun wieim in sich die beiden wichtigsten 
KÄter in Greußen tmk> DMschländ, das preußische Minister« 
präsidinck üfib das Reichskanzleramt. Vizepräsident M der 
Finanzminister Camphausen. 
Der d e u t s ch e B u n v e S r a t h hat beschlossen, an die nord- 
deutschen Bundesstaaten 30 weitere Millionen an Kriegsent 
schädigung zu vtrtheilen. 
Nach der „Nordd. Allg Ztg." ist die deutsche Regierung 
in Folge der spanischen Wi^n wieder in den Fall gekommen, 
in diesem Lande zu intervemren. In den letzten Oktobertagen 
wurden nämlich deutsche Angehörige in Carthagena verhaftet 
und war deutsches Eigenthum auf dem durch Jnsurgentenschiffe 
gekaperten Schiff „Estremadura" weggenommen worden Nun 
hat die deutsche Gesandtschaft in Madrid Auftrag erhalten, 
ein deutsches Geschwader zu requiriren, welches dann vor 
Carthagena erschien. Die Gefangenen wurden sofort freige- 
lassen. Ueber die EigenthumSsrage hat man sich noch nicht 
- auseinandergesetzt. 
Am 12. dS wurde der preußische Landtag eröffnet und 
zwar, wie vorausgesehen wurde, in Abwesenheit des Kaisers 
und Bismarcks durch den Ministervizepräsidenten Camphausen 
Die Thronrede steht in den Neuwahlen eine Billigung der bis- 
herigen RegierungSpoljtik; sie werde daher diese Bahn weiter 
verfolgen. Die Finachlage deS Staates fei günstig, im lau 
fenden Jahre werhe sogar ein erheblicher Uberschuß sich er- 
geben. Dadurch sei man in den Fall gesetzt, für Verbesserung 
der Verkehrsmittel, wie Eröffnung neuer Wasserstraßen, größere 
Summen auszugeben. Die Thronrede kündigt ferner noch wei« 
tere an die Kreisordnung sich anschließende Verwaltungsrefor- 
men an. Uebergehend auf die kirchlich< politischen Verhältnisse 
wird der Widerstand der katholischen Bischöfe bedauert. Die 
Regierung werde den Gesetzen, welche keineswegs das religiöse 
Leben gefährden, energisch Nachachtung verschaffen, wobei sie 
«us kräftige Unterstützung der Landesvertretung hoffe. 
" Wie wir heute erfahren, beträgt der Gesammtschaden, wel- 
chen das Hochwasser in Jmmenstadt selbst angerichtet hat, 
179,763 fl. Dabei ist aber zu bemerken, daß einzelne Private 
und die Gemeinde Jmmenstadt als solche auf Entschädigung 
verzichtet haben. Außerhalb Jmmenstadt'S, im Amtsbezirke Sont- 
Hofen, wird der Schaden auf 33,926 st berechnet; auch hier 
beanspruchen die gemeindlichen Korporationen als solche keine. 
Entschädigung. Da die Beiträge, welche zur Linderung öes 
ElendS und zur Hülfe in diesem Unglück geflossen sind, ungefähr 
gegen Mitte deS vorigen MonatS 107,854 fl. betrugen, so 
machen, damit sie einem großen Druck zu widerstehen vermögen. 
Sie gehören zu den das Uebel nur ganz lokal und nicht für die 
Dauer hebenden und dennoch sehr kostspieligen Bauten und sind 
daher nur da auszuführen, wo werthvolles Eigenthum, namentlich 
Häuser, gegen daS Ausbrechen der Wasser- und Schuttmassen geschützt 
werden muß und die Bauten zur Zurückhaltung des Schuttes 
noch nicht, oder doch nicht rasch genug ausgeführt werden köunen. 
Die Bauten zur Vertheilung von Schutt und Wasser auf den 
Aölagernngsplätzen bestehen in niedrigen Querdämmen, die in 
möglichst einfacher Weise aus dem an Ort und Stelle befindli- 
chen Material ausgeführt und gehörig unterhalten werden. Bei 
Erstellung dieser Dämme gibt man den größeren Steinen den 
Vorzug, weil ihr
    

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