bergischen Herrschaft publiziert worden, das man 
dem Landesfürsten eine Seelenbeschreibung wie auch 
eine Beschreibung des Viehbestandes liefern solle, welches man 
schleunigst ohne Widerrede vollzog. 
Vom Frühling: 
Es wurde von seiner hochfürstlichen Gnaden von Chur! in seinem gan- 
zen Bistum verboten, mit dem Kreuz? ausser Landes zu gehen, 
und es ist in allen Pfarreien verlesen worden. Da ist nun von der unteren 
Herrschaft Schellenberg ein lóblicher Prozessions- oder Bittgang 
nach Rankweil auf Unser Lieben Frauen Berg, wie bei ihnen von 
Alters her und zwar seit 200 oder mehr Jahren üblich und 
Brauch gewesen, und immer am St. Josephstag?, ge- 
halten worden. Und dieses war just der erste Kreuz- 
gang, den man unterlassen sollte. Was geschieht aber? 
Die Vorsteher in der Herrschaft Schellenberg sind am selbigen 
Sonntag, den 15. März, im Zollhaus auf Rofenberg zu- 
sammengekommen und haben Rat gehalten und haben sich 
folgendermassen entschieden. Sie wollen es dem gemeinen 
Pöbel überlassen und fürchten sich vor der Strafe. Danach 
wurden in allen Gemeinden die Geschworenen um die 
Häuser geschickt, um die Stimmen aufzunehmen, ob man 
mit dem Kreuz gehen wolle oder nicht. Wer gehen will, 
muss unterschreiben, und siehe da: Alle bis auf 
drei Personen haben unterschrieben. Und es ist also der 
1 Dionys von Rost, Bischof von Chur 
1777-1793. 
2 Mit dem Kreuz gehen = eine Prozession 
abhalten. 
3 19. März. 
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