Die Gräber der Toten wurden alle eben gescharrt. Dann fing man an, 
an einem Eck zu begraben, alle einander nach, geistlich und weltlich. Auch wurde 
der Psalter zu beten verboten, wie auch der Rosenkranz. Es wurde auch nach 
Mittag keine Vesper mehr gehalten noch eine andere Andacht etc. 
Im Tirol sind die Kapuziner ausgerottet und zu Weltpriestern gemacht worden. 
Kurz danach wurde in Österreich wiederum publiziert, dass sie an 
Feiertagen bei hoher Strafe arbeiten müssen. Auch sollten die Filialkirchen und 
Kapellen alle abgebrochen werden. Zugleich sollten auch alle Seitenal- 
täre abgebrochen werden, was aber nicht gleichzeitig vollzogen wurde. 
Da nun diese Sekten! bei ihrer päpstlichen Heiligkeit bekannt geworden waren, 
haben sie einhellig im Kirchenrat beschlossen, diese neue und falsche 
Lehre von der katholischen Kirche zu verfluchen und verdammen. Diesen 
Fluch schickte seine Heiligkeit schriftlich in alle Länder aus samt einer 
ganz neuen Brüderschaft. Und auch die neuen Bücher seien feuers- 
würdige Schriften, und die Bilder der Heiligen wie auch die Kreuze und 
  
die Bildnisse der allerseligen Jungfrau Maria sollen unverzüglich 
  
in den Kirchen sein und bleiben. Gegeben zu Rom in der 25. Sitzung, am 25. 
  
April 1786. Jahres etc: 
Am 4. Dezember in der Nacht kam die Herrenmühle in Feldkirch 
in Brand. Es stand die ganze Stadt in Gefahr. Viele Nachbarn kamen 
zu Hilfe. In Rankweil wurde Sturm geläutet. Die Gemeinden Rankweil und 
Sulz liefen herbei mit allerhand Gewehr und Waffen und meinten, man 
wolle ihnen die Kirchen plündern, denn um dieselbe Zeit hätte 
die Kirche auf unserem Liebfrauenberg geplündert werden sollen. 
Im Tal Montafon wurde der Obervogt gesteinigt, weil er ihnen 
die Kirchen plündern wollte. Er wurde als Bilderstürmer zum Land ausgejagt. 
Kurz danach wurde wiederum in Ósterreich publiziert, dass man alle 
Befehle fleissig verrichte und denselben bei hóchster Busse nachkomme. 
1 Sekten im Sinne von Irrlehren, 
Ketzereien, besonderen Glaubens- 
und Lebensweisen. 
81 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.