Herausgeber:
Universität Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000253878/114/
Ob die Bank den Kunden direkt berät, oder dieser vor dem ersten 
Beratungsgesprách (IT-unterstützt) selbst eine finanzielle Lebensplanung vornimmt, 
sind Denkvariationen zum konkreten Umgang mit dem Kunden und seinen Daten. Für 
den Kunden ist in der Regel eine Hürde zu überwinden, wenn es darum geht, Banken, 
anderen Finanzdienstleistern oder einem IT-System sein geplantes Leben transparent 
zu machen. In Luxemburg gibt es so etwas wie eine „trusted area“ für den Kunden, 
dadurch wird erwartet, dass diese Hürden für den Kunden nicht oder kaum zum 
Tragen kommen. Die grósste Hürde besteht für den Kunden oft jedoch darin — wenn 
auch nur für sich selbst - "Transparenz in seine persönlichen finanziellen 
Angelegenheiten zu bringen und diese schriftlich darzulegen. Damit würde seine 
exakte persónliche finanzielle Situation sichtbar, und das ist dem Menschen háufig 
unbehaglich. Der Kunde erklárt deshalb persónliche Finanzplanung vordergründig für 
unwichtig. Eine verhaltenspsychologische Studie dieses Phànomens wáre interessant. 
Der Kunde muss künftige Einnahmen und Ausgaben planen und in diesem 
Zusammenhang gewünschte Entwicklungen in seinem Leben offen legen. Ohne die 
sorgfältige Datensammlung durch den Kunden ist die Unterstützung einer 
persónlichen Finanzplanung durch Fachleute nicht móglich. Die durch den Kunden 
bereitgestellten Daten werden in IT-Systemen verarbeitet. Hier besteht von Seiten des 
Kunden die latente Befürchtung, dass diese Daten auch zu anderen Zwecken 
verwendet werden kónnten z.B. Verhaltensforschung bei der Kreditkartennutzung, 
Erkundung des persónlichen Finanzverhaltens und andere persónliche Profile. 
Jede Leistung kostet! Wenn der Kunde die persónliche Finanzplanung als Leistung 
wahrnehmen und „kaufen“ soll muss ihm ein Nutzen aufgezeigt werden. 
Nutzenaspekte wie Steuern sparen, sind abhángig vom Steuersystem des Landes und 
stehen beispielsweise in Liechtenstein und in der Schweiz nicht im. Vordergrund; 
dennoch ist vorstellbar, dass z.B. grosse Firmen für ihre Mitarbeiter einen Financial- 
Planning-Service über das Lohnbüro anbieten, wie dies auch in den USA der Fall ist. 
Den unmittelbaren und auch den mittelbaren Nutzen in Geldwerten aufzuzeigen ist 
schwierig. Zusátzlich stellt sich die Frage wie qualitative Nutzenaspekte aufgezeigt 
werden kónnen? Hier gilt es Transparenz für den Kunden zu schaffen - wobei die 
Schaffung von Transparenz selbst bereits einen wesentlichen Nutzen darstellt. 
An der IT-Unterstützung der persónlichen Finanzplanung wird es in Zukunft 
liegen, dem Kunden und dem Financial Planner Móglichkeiten zu eróffnen, ihre 
Agenden miteinander zu diskutieren und auszutauschen ohne eine vollkommene 
Offenlegung und vollständige Speicherung sensibler Daten erforderlich zu machen. 
Hierfür wird ein Geschäftsmodell nicht ausreichend sein. Jeder Financial Planner wird 
sein spezifisches Geschäftsmodell finden müssen. Vorab ist es aber notwendig, dass 
der Markt für Financial Planning von allen gemeinsam entwickelt wird. 
Festzustellen ist, dass der Markt für Financial Planning sich aktuell unterentwickelt 
zeigt. Financial Planning wird zwar in verschiedensten Zusammenhängen betrieben 
z.B. um Cross-Selling-Potenziale zu realisieren, ist aber sehr produktbezogen, was 
nicht zuletzt auf die Entwicklungsgeschichte in den einzelnen Teilbereichen z.B. 
Versicherungswirtschaft zurückzuführen ist. Es wird noch einige Zeit dauern und es 
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